Falsche Polizisten: Betrüger rufen Senioren in Grafenwöhr an

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Grafenwöhr. Am vergangenen Wochenende häuften sich Mitteilungen aus der Bevölkerung, in denen von verdächtigen Anrufen berichtet wurde. Wiederholt gaben sich die Personen am Telefon auch als Polizei- und Kriminalbeamte aus. Bei den Angerufenen handelte es sich ausschließlich um Senioren aus dem Stadtgebiet Grafenwöhr. In den Gesprächen wurde gezielt nach Kontodaten und nach zu Hause aufbewahrtem Bargeld und Wertgegenständen gefragt.

Ein 76-Jähriger erhielt am Samstagnachmittag einen Anruf von einem angeblichen Kriminalbeamten. Im weiteren Gespräch berichtete der Mann am anderen Ende, dass eine bewaffnete Bande rumänischer Herkunft festgenommen werden konnte. Dabei fand man eine Notiz mit der Adresse des Seniors. In dem geschickt geführten etwa einstündigen Gespräch fragte er den Grafenwöhrer konkret nach zu Hause aufbewahrtem Bargeld und Goldmünzen. Beeindruckt von dem sicheren Auftreten und dem im akzentfreien Deutsch geführten Gespräch, gab der Angerufene bereitwillig und umfangreich Auskunft. Nach dem langen Gespräch folgten weitere Anrufe. Erst als ein hinzugekommener Enkel ein Gespräch übernahm, unterblieben weitere Anrufe.

Zwei weitere Fälle in Grafenwöhr

Ähnlich erging es einer 81-Jährigen, ebenfalls aus Grafenwöhr. Sie erhielt Samstagnachmittag einen Anruf, angeblich von der Polizei Meckenheim. Im Sachverhalt äußerte der angebliche Polizeibeamte einen bei ihr bevorstehenden Einbruch. Die Seniorin reagierte prompt und vorbildlich, indem sie nicht näher auf das Gespräch einging, sich für die Information bedankte und das Gespräch beendete. Wie sie selbst angab, interessiert sie sich für TV Sendungen mit kriminalpolizeilichen Inhalten und roch den Braten.

Analog zum erst geschilderten Fall, sprachen die Anrufer allesamt Deutsch mit rheinländischem oder pfälzischem Akzent.

Heute meldete sich eine weitere Dame aus Grafenwöhr. Sie erhielt bereits vor zwei Wochen, in den späten Abendstunden einen Anruf. Darin wurde ihr mitgeteilt, dass auf ihrem Bankkonto auffällige Buchungen stattfanden. Auch sie ging nicht näher darauf ein. Am nächsten Tag erhielt sie einen erneuten Anruf mit einer Handy-Nrummer im Display. Diesmal sollte sie zu einem Verkehrsverstoß nach zu schnellem Fahren befragt werden. Die Frau ließ sich nicht darauf ein.

Polizei warnt erneut vor solchen Anrufen

Im Grundsatz gilt, dass keine Polizeidienststelle solche internen und umfangreichen Befragungen zu Ermittlungen am Telefon durchführt. Sobald solche Fragen gestellt werden, ist Vorsicht geboten. Richtig handelten die beiden Damen, indem sie das Gespräch gleich beendeten. Im Zweifelsfalle sich den Namen und Telefonnummer des „Polizeibeamten“ geben lassen und bei der örtlich zuständigen Polizeidienststelle zu dem Wahrheitsgehalt erkundigen.

Nicht ganz unbekannt ist die Masche mit einem langen Gespräch die Teilnehmer in der Leitung zu halten. Insbesondere dann, wenn zu Beginn das Eintippen einer Zahl oder Zahlenkombination verlangt wird. Dadurch können teilweise teure kostenpflichtige Dienste aktiviert werden.

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