„Demokratie leben!“: Maßnahmen gegen Menschenfeindlichkeit in Bayern

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Tirschenreuth/Bad Alexandersbad. Mit den Vorurteilen und der Abwertung von Anderen befasst sich am kommenden Freitag, 31. März, eine Nachmittagstagung am Evangelischen Bildungszentrum Bad Alexandersbad. Dabei wird die erste bayernweite Studie zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit vorgestellt. 

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist ein verbreitetes Phänomen in Bayern, insbesondere die Abwertung von Muslimen, Langzeitarbeitslosen, Sinti und Roma sowie Flüchtlingen. Eine feindliche Einstellung gegenüber Ausländern allgemein sowie klassischer Rassismus finden jedoch kaum Zustimmung. Dies ist ein zentrales Ergebnis einer ersten bayernweiten Erhebung, die die Ludwig-Maximilian-Universität München im vergangenen Jahr durchgeführt hat. Werner Fröhlich vom Institut für Soziologie, der die Studie mitverfasst hat, stellt im Evangelischen Bildungszentrum Bad Alexandersbad die Studie vor und erläutert die wissenschaftliche Vorgehensweise.

Die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus kann sich nicht nur auf Neonazis und ihre Gewalttaten beschränken,

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betont Martin Becher, Leiter der Projektstelle gegen Rechtsextremismus am EBZ Bad Alexandersbad. „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit korreliert mit einem Misstrauen in die politischen Institutionen und einem Zugehörigkeitsgefühl zu Deutschland“, beschreibt Becher die Zusammenhänge.

In einem zweiten Teil der Tagung werden mögliche Maßnahmen gegen Menschenfeindlichkeit diskutiert. Mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“, an denen sich die Landkreise Tirschenreuth, Hof, Wunsiedel im Fichtelgebirge und die Stadt Hof als sogenannte „Partnerschaften für Demokratie“ beteiligen, stehen für Schulen, Vereine und Initiativen entsprechende Fördergelder bereit.

Die Tagung ist öffentlich und beginnt um 16.00 Uhr im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum, Markgrafenstraße 34, in Bad Alexandersbad. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um die Veranstaltung besser planen zu können, kann man sich bis zum 28. März noch auf der Internetseite oder direkt per Telefon unter der Nummer 09232/9939-24 anmelden.

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Anträge an „Demokratie leben!“ bis Freitag einreichen

Einmal pro Quartal kommt der Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Tirschenreuth zusammen, um über Anträge an den lokalen Aktions- und Initiativfonds des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ zu entscheiden. Die nächste Sitzung ist am 26. April im Pfarrzentrum in Tirschenreuth. Die Anträge auf Förderung sollen bis zum kommenden Freitag, 31. März, eingereicht sein.

In den Fonds der Partnerschaften für Demokratie im Landkreis Tirschenreuth stehen dieses Jahr noch rund 30.000 Euro zu Verfügung, mit denen Projekte und Veranstaltungen gefördert werden können, die sich für mehr Demokratie, Inklusion und Teilhabe sowie gegen jede Form von Extremismus einsetzen. Anträge stellen können sowohl Vereine, Bürgerinitiativen, Kirchen- und Glaubensgemeinden als auch engagierte Einzelpersonen. Schulen können eine Förderung für außerunterrichtliche Projekte über Elternbeiräte, Schul-AGs und Fördervereine beantragen.

Beratung zur Förderung gibt Stefan Denzler von der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben in der Mitte Europas“ am Evangelischen Bildungszentrum Bad Alexandersbad, Telefon 09232 9939-24. Das Antragsformular gibt es auf www.demokratie-leben-in-der-mitte-europas.de

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