Die gemeinsame Geschichte der Stadt Weiden und des Klosters Waldassen

Anzeige

Weiden. Der Waldsassener Kasten verbindet das Kloster Waldsassen und die Stadt Weiden. Schon im 18. Jahrhundert wurde er erst zur Verwaltung, später als Forstamt, Gericht und Schule genutzt. Jetzt ist es überall als das Internationale Keramikmuseum bekannt. Aber auch für die Zukunft ist bereits noch mehr geplant. 

Von Jürgen Wilke

Zusammenarbeit von Stadt Wieiden und Kloster Waldsassen

Stefanie Dietz, Lothar Höher, Kurt Seggewiß, Schwester Hanna-Maria, Karlheinz Hoyer, Toni Dutz und Petra Vorsatz freuen sich alle auf die Zusammenarbeit (von links).

Das Zisterzienserinnenkloster Waldsassen und die Stadt Weiden haben eine lange gemeinsame Geschichte. Um diese lange Gemeinsamkeit aufzufrischen und zu vertiefen, hatte die Stadt Weiden Äbtissin Laetitia Fech OCist und den Waldsassener Bürgermeister Bernd Sommer zu einer ungezwungenen Gesprächsrunde ins Internationale Keramikmuseum eingeladen. Da beide verhindert waren, kamen die 29-jährige Schwester Hanna-Maria und Waldsassens Zweiter Bürgermeister Karlheinz Hoyer als Vertretung. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Bezirkstagsvizepräsident und Bürgermeister Lothar Höher sowie als Hausherrin, die Museumsleiterin, Stefanie Dietz, begrüßten die Gäste. Auch Weidens Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz und Toni Dutz, Erster Bürgermeister von Wiesau und Bezirksrat, waren mit dabei.

Der Waldsassener Kasten: Von 1739 bis jetzt

Vorsatz gab einen Überblick über die wechselvolle Geschichte des Waldsassener Kastens: „Es ist ein beeindruckendes, barockes Gebäude, das zwischen 1739 und 1742 im Auftrag des Klosters Waldsassen vom Oberpfälzer Baumeister Johann Jacob Philipp Muttone errichtet wurde. Das Bauwerk diente zur Verwaltung und Lagerung von Abgaben an das Kloster Waldsassen, das seit 1217 umfangreichen Grundbesitz rund um Weiden besaß. Es war Amtssitz des Waldsassener Kastners (Verwalter). Nach der Säkularisation 1803 wurde das Gebäude als Staatliches Forstamt, später als Bezirks- und Landgericht und danach als Gustav-von-Schlör-Fachoberschule genutzt. Von 1986 bis 1989 wurde der Bau aufwändig restauriert.

Die Stadt Weiden – geprägt von der seit dem 19. Jahrhundert ansässigen Porzellanindustrie – eröffnete im Waldsassener Kasten im April 1990 das Internationale Keramikmuseum, ein Zweigmuseum der Neuen Sammlung, München. Auf rund 1.000 Quadratmetern wird eine Mischung aus Dauer- und Wechselausstellungen geboten, mit Keramikobjekten aus sechs bayerischen Staatsmuseen sowie mit Exponaten aus der heimischen Porzellanindustrie. Auch die Regionalbibliothek befindet sich in diesem Gebäude.“

Zusammenarbeit von Stadt Wieiden und Kloster Waldsassen, Keramikmuseum, Regionalbibliothek

Die Zukunft des Waldsassener Kastens

Seggewiß und Höher betonten, dass der Waldsassener Kasten ein Kulturzentrum werden soll. Im Zuge dessen sollen die geschichtlichen Beziehungen zwischen Waldsassen und Weiden deutlicher herausgestellt und die kulturelle Zusammenarbeit gestärkt werden. Den Weidenern schwebt eine Zusammenarbeit im Marketingbereich vor. So könnten im Kloster Prospekte vom Internationalen Keramikmuseum und der Regionalbibliothek ausgelegt werden. Im Gegenzug soll in Weiden die weltbekannte Abtei beworben werden. Man denkt aber auch an gemeinsame Ausstellungen.

Zusammenarbeit von Stadt Wieiden und Kloster Waldsassen

Außerdem sollen projektbezogene Fördermittel für das Internationale Keramikmuseum nach Weiden geholt werden. Entsprechende Gespräche in München bei Staatssekretär Bernd Sibler seien bereits geführt worden, so Höher. An Schwester Hanna-Maria wurde ein Bild des Waldsassener Kastens aus dem Jahr 1820 übergeben. Die Schwester überbrachte die Grüße von Äbtissin Laetitia. Die Gäste zeigten sich von der Idee der verstärkten Zusammenarbeit sehr angetan.

Eine Zusammenarbeit, die jetzt mit Leben gefüllt werden muss,

war man sich einig. Beim abschließenden Rundgang zeigte Museumsleiterin Dietz den Gästen die Schätze des Museums und die große Regionalbibliothek.

Zusammenarbeit von Stadt Wieiden und Kloster Waldsassen

 

Fotos: Jürgen Wilke

Schlagworte: ,

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.