„Gute Seele“ des ehemaligen SVD Weiden feiert 90. Geburtstag

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Weiden. Sie lacht, scherzt und ist schlagfertig: „Wenn dann mal das Handtuch runtergerutscht ist, habe ich freilich nicht weggeschaut. Die Jungs waren ja durchaus knackig und schön anzusehen“, erinnert sich Erna Schneider, die im Fußball-Kreis Amberg/Weiden und darüber hinaus nach wie vor bestes bekannt ist. Die „gute Seele“ des ehemaligen SV-Detag Weiden, die über Jahrzehnte hinweg die Trikots gewaschen und im Keller im Sportheim an der Stockenhut die Mannschaften und Schiedsrichter betreut hatte, feierte am Mittwochabend im Kreis ihrer Familie ihren 90. Geburtstag.

Von Stephan Landgraf

Erna_Schneider

Die lebensfrohe und -lustige Erna Schneider (vorne, Mitte) feierte am Mittwochabend im Kreise ihrer Familie sowie einer Abordnung ehemaliger SVD-Spieler und -Funktionäre ihren 90. Geburtstag. Bild: Landgraf.

Dass es dabei zu einer kleinen lustigen Party kam, war dem Umstand geschuldet, dass eine Abordnung ehemaliger SVD-Spieler und -Funktionäre „ihrer Erna“ einen Besuch abstattete und gratulierte. Erna Schneider ist und war der lebende Beweis dafür, dass der Umgang mit jungen Leuten jung hält. Das wurde auch an ihrem 90. Geburtstag erneut deutlich: Nicht nur ihr Sohn, der ehemalige Profi-Fußballer Heinz mit seiner Lebensgefährtin, und ihre Tochter Hildegard nutzten die Gelegenheit, mit der rüstigen und lebensfrohen „90-igerin“ zu feiern. Auch die ehemaligen SVD-ler Hans Wach, Thomas Binner, Bekim Kastrati, Alfons Brittinger und Christian Stadler ließen es sich nicht entgehen, ihr ihre Aufwartung zu machen, Geschenke zu überreichen und in alten Erinnerungen zu schwelgen.

Als Ernas Sohn Heinz bei den Buben des Sportvereins mit dem Fußballspielen begann und es auf dem grünen Rasen bis zu Bundesliga-Ehren brachte, standen Mutter Erna und der mittlerweile schon verstorbene Vater Gerhard immer am Spielfeldrand. Bis nach Spanien war Erna Schneider mit der Kreisjugendauswahl, in der Sohn „Heinzi“ damals spielte, unterwegs. Und weil man beim Sportverein händeringend nach jemand für das Trikotwaschen suchte, sprang sie auch hier in die Bresche.

Schnapseln mit Erna

Erna Schneider zählte Jahrzehnte lang beim SVD Weiden nicht nur zum „lebenden Inventar“, sondern war natürlich der „gute Geist“ des inzwischen nicht mehr existenten Vereins, der in der neuen SpVgg SV Weiden aufgegangen war. Es verging kein Tag, an dem sie nicht im SVD-Sportheim war, Trikots wusch oder die Kabinen putzte. Bei Heimspielen wurden die Schiedsrichter von ihr persönlich mit Kaffee und Kuchen versorgt. Und nicht nur das: „Es gab auch das eine oder andere Schnapserl“, blickt die 90-Jährige augenzwinkernd zurück. „Klar, dass viele Referees die an sie gegebenen Essengutscheine nicht nutzten, sondern bei mir im Keller saßen“, berichtet Erna Schneider.

Ob vom Bayerischen-Fußball-Verband (Ehrenzeichen in Gold) oder der SpVgg SV Weiden (Ehrenmitgliedschaft) – an sie wurden schon die höchsten Ehrungen verliehen. Die größte Freude bereiteten ihr aber immer die Siege des SVD – und natürlich der Besuch der SVD-Ehemaligen.

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