Bauernmarkt: regional, traditionell und ohne Antibiotika

Landwirte und Direktvermarkter präsentieren in Neustadt ihre Erzeugnisse

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Neustadt/WN. „Ein wohlwollender Magenschmeichler für alle Lebenslagen“, wirbt Edeltraud Schafhauser aus Oberwildenau für ihren Kümmellikör. Einen solchen mit Zutaten aus der Region herzustellen sei gar nicht so einfach. Kümmel wird nur selten angebaut. Ob ausgesuchte Liköre, Wurst- und Fleischwaren vom Bauernmetzger oder Ökolandwirt – der 11. Bauernmarkt in der Kreisstadt bot auch über kulinarischen Köstlichkeiten hinaus Nützliches für Verbraucher und Landwirte.

Von Benedikt Grimm

Mit einem Kümmelbauern aus der Nähe von Leuchtenberg hat Edeltraud Schafhauser aber den richtigen Lieferanten für den Rohstoff ihres Likörs gefunden, den sie mittlerweile seit fünf Jahren vertreibt. Beim Bauernmarkt durften die Besucher den Kümmellikör kosten.

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hausgemachter Kümmellikör

„Der ist immer gut besucht“, sagte Stefan Betz über den Bauernmarkt. Seit mehreren Jahren kommt er zusammen mit seiner Mutter Erika nach Neustadt, um die Erikatz Getreidekissen anzubieten. Erikatz ist ein Kunstwort aus dem Vor- und Nachnamen von Erika Betz, der Erfinderin der kleinen mit Weizen gefüllten Kissen. Ein Orthopäde hatte ihr diese einst zur Therapie von Verspannungen empfohlen. Irgendwann gab es dann aber keine mehr zu kaufen. Also entschloss sich die Familie kurzerhand selbst in die Herstellung einzusteigen. Weizen haben sie vom eigenen Hof und für die Stoffe verwenden sie Bettwäsche. Zur Reinigung des Getreides von der Spreu haben sie eigens eine Art kleine Windmühle angeschafft. Einmal in der Mikrowelle erhitzt, soll ein solches Kissen gut eine Stunde lang wohlwollende Wärme spenden, erklärte Stefan Betz. Das überzeugte auch diese vier Damen in unserem Bild:

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Schon am Morgen waren etliche Besucher in den Stadtteil Freyung gekommen, um bei der Eröffnung durch die Schirmherren Bürgermeister Rupert Troppmann (von links) und Landrat Andreas Meier, sowie Kreisbäuerin Christa Kick (Zweite von rechts) und dem Kreisobmann vom Bayerischen Bauernverband Josef Fütterer (rechts) dabei zu sein. Ein Grund mehr, um schon gegen 10 Uhr zu kommen, war die Anwesenheit der bayerischen Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml (Mitte).

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Das erste Fass Bier zapfte Bürgermeister Troppmann an. Auch wenn Landrat Meier etwas skeptisch blickte und einen Plastikschurz bereithält – nach zwei gekonnten Schlägen floss das erste Bier in die Krüge.

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Musikalisch sorgte die Stadtkapelle Neustadt mit Dirigent Karl Wildenauer (rechts) für Stimmung. „Schon in der Früh beim Gottesdienst war unheimlich viel los gewesen“, sagte Wildenauer. Außerdem spielte das Veeh-Harfenorchester Kaffeehausmusik unter Leitung von Kornelia Kraus und das Akkordeonorchester unter Leitung von Jürgen Eckert.

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Passend zum Bauernmarkt war auch das Jagdhornbläsercorps vom Bayerischen Jagdverband vertreten.

BJV Jagdhornbläsercorps

Beim Auftritt des Kindergartens St. Martin war die Bühne dicht umringt. Nicht nur Mamis und Papis wollten die quirligen Tanzeinlagen sehen.

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Spiel und Spaß für Kinder gab’s zum Beispiel beim Kreisverband der Katholischen Landjugend. Mit Playmais lebten die kleinen Bauernmarktbesucher ihre Kreativität aus. Playmais wird – wie der Name schon sagt – aus Mais hergestellt. Feuchtet man die bunten Kügelchen mit Wasser an, kann man sie zu beliebigen Figuren aneinanderkleben.

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Eine Riesengaudi war auch das Bauerngolf. Mit einem Stab, an dem ein alter mit Bauschaum ausgefüllter Turnschuh befestigt war, galt es einen Ball durch einen Parcours zu bugsieren und am Ende in eine umgelegte Milchkanne zu befördern. Das Programm kam offenbar gut an. „So einen Zulauf von Kindern wie heuer hatten wir noch nie, sagte Patrick Uhl (links).

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„Das Reh hab ich selbst erlegt“, sagte Stefan Klünner über seine Rehburger. Die sind noch mit Rinderspeck verfeinert. Das Rindfleisch kommt von der alten Rasse Rotes Höhenvieh, das auf großen Weiden grasen darf. „Bis zur Schlachtung haben die Tiere keine Kette und keinen Stall gesehen“, sagte Klünner über die Haltungsbedingungen der Rinder. Mit dem Verkauf seiner Burger will er beweisen, dass Tierzucht auch ohne Antibiotika funktionieren kann.

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Spezialitäten vom Deutschen Angus Rind legten  Hubert und Gabriele Ram vom Schneinderhof auf den Grill:

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Handwerkskunst auf ganz traditionelle Art – wie das einst funktionierte, zeigte Zimmermannsmeister Johannes Nagler.

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Gerade in den Nachmittagsstunden strömten tausende Besucher durch die Freyung.

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Und jetzt noch weitere Impressionen vom Bauernmarkt:

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Bilder: B. Grimm

 

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