Steinwald: Öko gut, alles gut

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Friedenfels. Wenn Ökobauer Josef Schmidt im Steinwald Mohn anbaut, hat das nichts mit Rauschgift zu tun. Vielmehr lässt er eine alte Kultur wieder aufleben. Der Freistaat Bayern unterstützt die Ökomodellregion Steinwald mit Geld und Know-How, um den ökologischen Landbau zu fördern.

Von Udo Fürst

Josef Schmidt, Ökoregion Steinwald

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Im Steinwald wird seit geraumer Zeit Mohn angebaut. Aber keine Angst, es handelt sich dabei nicht um den Schlafmohn, aus dem getrocknet das Rauschgift Opium wird. Josef Schmidt baut vielmehr Bio-Mohn an. Das ist sehr selten und wird in ganz Bayern bisher (fast) nicht praktiziert. Die Nachfrage wäre allerdings vorhanden und die Anbaubedingungen im Steinwald – auch für den ökologischen Landbau – sind gut. Biolandwirt Schmidt holte als einer der ersten diese alte Kultur zurück und baut sie bereits seit einigen Jahren erfolgreich an. Als eines ihrer Projekte unterstützt die Ökomodellregion Steinwald den Anbau von Sonderkulturen und Nischen-Produkten, um so die ackerbauliche Wertschöpfung für die Ökobauern in der kargen und klimatisch benachteiligten Region des Steinwalds zu steigern. Eine dieser Sonderkulturen ist der Bio-Mohn.

Die aus 16 Kommunen bestehende Ökomodellregion Steinwald hat als eine von zwölf Ökoregionen in Bayern Vorbildcharakter. Die Modellregionen wurden vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium initiiert mit dem Ziel, den Ökolandbauanteil bis 2020 zu verdoppeln, die Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln stärker aus regionaler Produktion zu decken und in den Öko-Modellregionen individuelle Ideen zu entwickeln, die die Besonderheiten der Region berücksichtigen. Eine dieser Ideen ist der Anbau von Bio-Mohn, der hauptsächlich als Tierfutter verwendet wird. Doch auch als Müsli, zum Einmischen in den Brotteig, zum Garnieren von Brötchen, zum Einrühren in Joghurt, als Biomohn-Zwetschge oder gar als Biomohn-Eierlikör wird die Pflanze verarbeitet.

Ökolandbau besonders umweltverträglich

Der Bund Naturschutz bewertet die Entwicklung von regionsspezifischen Öko-Entwicklungsprogrammen als besonders umweltverträglich: „Ökologischer Landbau, kurze Wege und nachvollziehbare Vermarktungsstrukturen sichern den Betrieben eine hohe Wertschöpfung“, sagte kürzlich Richard Mergner, BN-Landesbeauftragter, bei einem Besuch im Steinwald. „Vor dem Ökolandbau muss man das Trinkwasser nicht schützen, da keine Pestizide und Düngungsüberschüsse die Gewässer belasten. Auch die Artenvielfalt in den Feldern wird nicht tot gespritzt. Bioböden sind humusreich und belebt, sie speichern mehr Kohlendioxid als konventionell bewirtschaftete Böden und tragen so auch erheblich zum Klimaschutz bei.

Die Initiatoren der Ökoregion Steinwald sind ihren Zielen seit der Gründung 2014 schon ein Stück näher gekommen. Geplant ist, den Anteil an Ökolandbau und die gemeinsame Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte voranzutreiben, um eine hohe Wertschöpfung zu erreichen. Das Rote Höhenvieh, eine alte Hausrindrasse der Mittelgebirgsregionen, spielt dabei als Leitprodukt eine große Rolle. Es ist ein idealer Dreh- und Angelpunkt für Verknüpfung mit dem Tourismus, Landschafts und Naturschutz und der Gastronomie.

Es geht darum, gesunde Lebensmittel zu erzeugen, Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen und dies in Verbindung mit einer intakten, touristisch interessanten Natur zu bringen“

ist BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger vom Konzept überzeugt.

Bild: B. Grimm

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