Philipp Hedemann in Pressath: Die Welt verändert sich

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Pressath. Journalist Philipp Hedemann liest aus „Die Flüchtlingsrevolution. Wie die neue Völkerwanderung die ganze Welt verändert“ und liefert einen globalen Blick auf die Auswirkungen der Flüchtlingsströme.

Von Stephanie Landgraf

Großer Andrang herrschte am Signiertisch, an dem auch noch intensive Gespräche rund um das Thema "Asyl" geführt wurden. Bild: Stephanie Landgraf

Großer Andrang herrschte am Signiertisch, an dem auch noch intensive Gespräche rund um das Thema „Asyl“ geführt wurden. Bild: Stephanie Landgraf

Unsere Welt befindet sich im Wandel. Unter anderem begründet sich das auf der Tatsache, dass sich derzeit ungefähr 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht befinden. Im Pressather Pfarrsaal schilderte Journalist Philipp Hedemann die Beweggründe einiger Flüchtlinge, ihre Heimat zu verlassen und diskutierte anschließend mit dem Publikum über die möglichen Folgen.

Geschichten von Geflüchteten

Vor fünfzig interessierten Zuhörern erzählte der freie Journalist unter anderem Ameenas Geschichte. Ameena, die Hedemann erstmals 2015 an einem Strand von Kos traf. Sie und ihre zwei kleinen Kinder hatten die Überfahrt überlebt, eine lange Fahrt quer durch Europa. Die drei trafen später in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern Ameenas Ehemann und die beiden älteren Kinder wieder, die schon früher in Deutschland eingereist waren. Seitdem arbeitet die sechsköpfige Familie aus Syrien erfolgreich daran, sich ein neues Leben aufzubauen.

Nicht alle Flüchtlingsgeschichten gehen gut aus. Hedemann schilderte die Flucht des Irakers Ali, der bei der Überfahrt nach Griechenland seine beiden jüngeren Kinder verlor. Die Tochter Zainab wurde auf der Insel Kos begraben, die Leiche seines Sohnes Hussain wurde nie gefunden. Mit seinen beiden älteren Kindern versucht er, hier in Deutschland irgendwie weiter zu leben.

Wie es zu dem Titel des Buches kam

Wem die Flucht in ein zunächst fremdes Land gelingt, der träumt von einem friedlicherem Leben und einer Zukunft in Sicherheit. Die angekommenen Flüchtlinge verändern sich durch Einflüsse aus Kultur, Politik und Gesellschaft ihrer neuen Heimat, aber auch das Gastland wird durch sie verändert. Wie sich Länder entwickeln, die Flüchtlinge aufnehmen, lässt sich nicht voraussagen.

Den Begriff Revolution haben ich und meine 25 Mitautoren gewählt, da historisch gesehen die Freiheit immer das wichtigste Element einer Revolution war – und der Ausgang einer Revolution ungewiss,

erläuterte der Afrikakorrespondent, den etwas provokanten Titel des gemeinsamen Buches. Jedoch sieht er, ebenso wie seine Kollegen vom Netzwerk Weltreporter.net, für die Welt, neben den neu entstehenden Problemen, auch neue Chancen auf eine positive Entwicklung. Bei der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde klar, Integration ist anstrengend, aber bereichert alle Beteiligten. Sie erweitert den Horizont und ermöglicht eine neue Sicht auf die Dinge.

Abschließend bedankte sich Kulturkreisvorsitzender Eckhard Bodner auch im Namen von Angelika Denk und Ursula Frankenberger von der Volkshochschule Eschenbach, bei Stadtpfarrer Prechtl für die Räumlichkeiten und vor allem bei Stadtrat Christian Mörtl für die Anbahnung der Förderung durch den Fond „Demokratie leben“. Diesem Umstand war es zu verdanken, dass bei freiem Eintritt, Spenden für den Helferkreis Asyl in Pressath, gesammelt werden konnten. Gudrun Raab freute sich über 210 Euro und lud alle Anwesenden zum Integrationscafé am Sonntag, 20. November, im Haus der Gemeinde in Pressath ein.

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