Miese Telefon-Masche falscher Polizisten

68-jährige Seniorin aus Neunkirchen passt aber auf und verständigt die richtigen Beamten

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Neunkirchen. Netter Versuch, der aber nichts eingebracht hat. Dank einer aufmerksamen Seniorin aus Neunkirchen ist die Polizeiinspektion Weiden auf eine miese Telefon-Masche eines falschen Beamten aufmerksam geworden. Die Weidener Polizisten warnen in diesem Zusammenhang davor, sich auf die Telefonanrufe der Betrüger einzulassen.

Was war geschehen? Am Montag gegen 22.20 Uhr erhielt eine Bewohnerin des Ortsteils Neunkirchen einen verdächtigen Telefonanruf. Die Frau (68 Jahre) las die Telefonnummer 0961/110 von ihrem Apparat ab. Der unbekannte männliche Anrufer gab sich der 68-Jährigen gegenüber als Polizeibeamter aus. Er teilte ihr mit, dass in der Nachbarschaft eingebrochen worden war und der Täter flüchtig sei. Es soll nun der Schließzustand der Fenster und Türen überprüft werden.

Diese Angaben entsprachen, so die Weidener Polizei nicht den Tatsachen. Ein Einbruch fand nicht statt. Auch kam dieser Anruf nicht von der Polizei selbst. In der Vergangenheit tauchten im Bundesgebiet immer wieder vergleichbare Betrügereien auf. Angebliche Polizeibeamte erschienen nach dem Anruf und durchsuchten Wohnhäuser nach flüchtigen Einbrechern. Nachdem die falschen Polizeibeamten wieder weg waren, fehlten Wertgegenständen.

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Polizei Weiden gibt wichtige Tipps

Die 68-Jährige aus Neunkirchen reagierte hingegen richtig. Sie verständigte ihrerseits die Polizei. Zu einem weiteren Telefonanruf kam es nicht. Auch erschien niemand bei ihr. Die Polizei Weiden möchte diesen aktuellen Fall zum Anlass nehmen, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. „Immer wieder sind Betrüger unterwegs, die den Namen der Polizei für kriminelle Zwecke missbrauchen. Dabei nutzen sie gefälschte Dienstausweise, Versenden raffiniert gefälschte E-Mails oder bieten überteuerte und nutzlose telefonische Einbruchschutzberatung an. Die Betrüger haben es vor allem auf eines abgesehen – das Geld ihrer Opfer“, weiß Polizeihauptkommissar Thomas Fritsch von der Polizeiinspektion Weiden.

Mit falschen Dienstausweisen beispielsweise gelangen die Kriminellen unter einem offiziellen Vorwand in die Wohnungen ihrer Opfer, um dort Schmuck und Bargeld zu stehlen oder fordern Bargeld unter den haarsträubendsten Begründungen. Der neueste Trick der Betrüger: Sie rufen ihre Opfer unter der Notrufnummer 110 an, um diese vor einem geplanten Diebstahl zu warnen. Die Bewohner erhalten den Tipp, das gesamte Bargeld im Haus zu sammeln, um es von einem Kriminalbeamten abholen und an einen „sicheren Ort“ bringen zu lassen. „Selbstverständlich versprechen sie, das Geld zurückzubringen, wenn die Gefahr gebannt ist. Durch diese Vorgehensweise haben die Betrüger schon fünfstellige Summen erbeutet“, weiß Fritsch, der folgende Tipps gibt:

  • Lassen Sie Unbekannte vor Ihrer Wohnungstür: Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, jemanden unangemeldet in Ihre Wohnung zu lassen.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Weitere nützliche Tipps gibt es im Internet bei der Polizei!

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Ein Kommentar

  1. warum kann die 110 Nummer überhaupt verwendet werden???

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