Franz Zetzl macht aus Brennholz edle Stifte

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Parkstein. Es sieht verwittert aus. Der Holzwurm hat deutlich sichtbar seine Spuren hinterlassen. Die Metallringe rosten: Das 100 Jahre alte Fass, in dem ausschließlich das süffige Zoiglbier gelagert wurde, kann eigentlich nur noch als Brennholz verwendet werden. Der Parksteiner Franz Zetzl hat aber noch eine andere Verwendung dafür. 

Von Stephan Landgraf

Kugelschreiber Zoigl Fass Franz Zetzl

Franz Zetzl (r.), hier mit seiner Tochter, präsentiert den fertigen Stift aus dem Zoigl-Fass stilecht in der Zoiglwirtschaft Schaffnerhof. Fotos: Stephan Landgraf

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Das Fass zu Brennholz zu verarbeiten kommt für Franz Zetzl nicht in Frage. Denn das alte Holz eignet sich für seine Zwecke bestens. Der 45-Jährige hat sich nämlich seit vier Jahren darauf spezialisiert, aus unterschiedlichsten Materialien edle Stifte zu kreieren. Egal, ob Papier, Maiskolben, alte Skateboards oder echte Kaffeebohnen:

Man kann aus fast allem was machen.

Einzigartige Produkte von Franz Zetzl

Entscheidend ist dabei aber grundsätzlich, dass das Endprodukt immer einzigartig und nachhaltig ist, sowie vom ersten bis zum letzten Schritt in echter Handarbeit hergestellt wird. Die fertigen Kugelschreiber oder die gut in der Hand liegenden Füllfederhalter werden inzwischen von vielen Kunden aus dem In- und Ausland sehr geschätzt. Das Zoigl-Fass hat Franz vom Neuhauser Alfons Bergler bekommen hat. „Der wollte es eigentlich einschüren“, erinnert sich Franz.

Kugelschreiber Zoigl Fass Franz Zetzl

Das Ur-Produkt: ein rund 100 Jahre altes Zoigl-Fass.

Glücklicherweise kam es nicht soweit, denn das Holz des Fasses bildet die Grundlage für eine limitierte Auflage. Ist es komplett verarbeitet, will sich Franz auf die Suche nach einem neuen Fass machen. „Die Qualität des Holzes ist dabei schon entscheidend. Wenn Risse drin sind oder der Holzwurm zugeschlagen hat, kann man es nicht hernehmen“, erklärt der 45-Jährige. Das Zoigl-Fass machte, so blickt er zurück, zunächst keinen guten Eindruck. Aber bei näherem Hinsehen war es perfekt – die Maserung passte, die Dicke und die Patina.

Limitierte Auflage: Nur wenige Zoigl-Stifte gibt es

Rund eineinhalb bis zwei Stunden braucht Franz, bis eines der edlen Schreibgeräte aus dem Zoigl-Fass gedrechselt, dann geölt und somit versiegelt wird. Die begrenzte Anzahl der Stifte gibt es in verschiedenen Varianten, aber alle mit der zur Zoigl-Kultur in der Region passenden Gravur „Oberpfälzer Braukultur“ oder einem Zoigl-Stern. „Natürlich bekommt jeder Käufer auch ein Zertifikat, das die Echtheit bescheinigt“, fügt der Macher an. Erhältlich sind die Zoigl-Stifte ausschließlich am Schafferhof in Windischeschenbach oder bei Gedrechselte Unikate.

https://www.oberpfalzecho.de/2017/09/ev-weiden-geht-nach-doppelschlag-leer-aus/

Das Endresultat: Edle Stifte, die am Schafferhof erhältlich sind.

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