Auf den Spuren religiöser Stätten und einer Multifunktionskirche im Sperrgebiet

Pfarrei Grafenwöhr besucht alte und neue Kirche auf dem Truppenübungsplatz

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Grafenwöhr/Netzaberg. Alten und vor allem einer neuen Kirche, der „Netzaberg-Chapel“, galt das Interesse von über 100 Gläubigen aus der Pfarrei Grafenwöhr. Bevor auf dem Netzaberg in der neuen Kirche Wortgottesdienst gefeiert wurde, erkundete die Pfarrei Kirchenruinen und religiöse Stätten im Übungsplatz.

Von Gerald Morgenstern

NetzabergChapel Netzaberg Kirche

Über 100 Gläubige folgten der Einladung der Pfarrei Grafenwöhr zur Fahrt zu religiösen Stätten im Übungsplatz und der Netzaberg-Chapel. Einen Halt legte die Gruppe auch in Pappenberg vor der Ruine der Kirche Maria Himmelfahrt ein.

Im Nu war der Aufruf der Pfarrei ausgebucht. Pfarrgemeinderätin Anita Hessler hatte mit die Organisation übernommen und Pfarrsekretärin Anita Stauber nahm über 100 Anmeldungen entgegen. In zwei Bussen brachen die Grafenwöhrer zur Fahrt in das Sperrgebiet auf. Josef Neubauer und Gerald Morgenstern erwiesen sich dabei als versierte Kenner und Begleiter zu den sonst nicht zugänglichen Plätzen. Sie erzählten einiges über die Geschichte, den militärischen Betrieb und zur Natur – sogar Hirsche und ein Seeadler kreuzten den Weg.

Vorbei am „Ersten Schuss“ führte die Fahrt zur Wolfsschützenkapelle, die als noch einzig intaktes Kirchlein gilt und an die wundersame Rettung eines Jägers erinnert. Über den Schwarzenberg und vorbei an der ehemalige Kirchenstelle von Langenbruck in Südlager ging es nach Haag. Ein Stein markiert dort den Platz der ehemaligen Pfarrkirche St. Veit, 1992 wurde in Haag der alte Friedhof wieder hergerichtet. Die US-Armee renovierte und sicherte den Bestand der ehemaligen Kirche von Hopfenohe. An dem ehemals Peter und Paul geweihtem Gotteshaus legten die Grafenwöhr die erste Station ein.

„Das Ganze ist ein für die Gegend ungewöhnlich schöner Bau“, beschrieb der Oberpfälzer Kirchenführer die Maria-Himmelfahrts-Kirche in Pappenberg. Den schießfreien Tag nutzten die Grafenwöhrer um am Rande des Artillerieeinschlags-Gebiet die Ruine des gotischen Baus zu besuchen. Letzte Station war das „Heilig-Geist-Kreuz“ auf dem Kumpfberg, von dem der Blick zum Kloster Speinshart möglich ist.

NetzabergChapel: Gottesdienst im religiösen Multifunktionszentrum

NetzabergChapel Netzaberg Kirche

Unter das Motto „Grenzen überwinden“ stand der Wortgottesdienst den Stadtpfarrer Bernhard Müller und Gemeindereferentin Christine Gößl (vorne) mit den Gläubigen in der Netzaberg-Chapel feierten. Anschließend besichtigten die Grafenwöhrer den religiösen Multifunktionskomplex.

Der katholische Militärgeistliche Chaplain Vincent Manuel empfing die Grafenwöhr in der Netzabergkirche. Er freute sich über die Begegnung mit den deutschen Mitchristen. Sabine Kissler vom Chaplain-Office erklärte auf den Bau des religiösen Multifunktionszentrums ein. Die Kirche ist nämlich für die Nutzung verschiedener Religionen und Glaubensrichtungen ausgelegt. Rund 18 Millionen Dollar kostete das Bauwerk, an dem über drei Jahre gearbeitet wurde. Der teilbare Hauptraum bietet über 600 Gläubigen Platz, bezeichnend sind die betonierten Rundbögen. Unter dem offenen Turm liegt das große Taufbecken der Baptisten.

Wir sind hier an einem Ort für die Seele, für den Glauben, zum Nachdenken und In-sich-kehren“ (Christian Brückner)

Die Worte des Gebäude-Architekten, Christian Brückner, nutzte Gemeindereferentin Christine Gößl für die Einleitung zum Wortgottesdienst den Stadtpfarrer Bernhard Müller im neuen Gotteshaus feierte. Die Gebete, Lieder und Texte wurden unter das Motto „Grenzen überwinden“ gestellt.

NetzabergChapel Netzaberg Kirche

 

NetzabergChapel Netzaberg Kirche

Mit der Landschaft des Jordans ist das drei mal drei Meter große Taufbecken der Netzabergkirche verziert. Die Baptisten vollziehen dort, direkt unter dem offen Turm ihre Ganzkörpertaufe.

NetzabergChapel Netzaberg Kirche

Bilder: Gerald Morgenstern

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