Ellys gehen wählen: So entschieden die Schülerinnen bei der Juniorwahl

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Weiden. „Demokraten fallen nicht vom Himmel …“, so der Politikwissenschaftler Theodor Eschenburg. Das meinte auch die Fachschaft Sozialkunde am Elly-Heuss-Gymnasium und organisierte parallel zur Bundestagswahl 2017 schon zum zweiten Mal die Teilnahme an der sogenannten Juniorwahl.

Juniorwahl Elly Heuss Gymnasium Weiden

Schülerinnen der 10A und 10B organisieren für ihre Mitschülerinnen ab der 8. Jahrgangsstufe die Juniorwahl und ermöglichen ihnen so ihre erste Wahlbeteiligung. Foto: Elly-Heuss-Gymnasium

Bereits bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Jahr 2014 hatte sich die Schule an der Juniorwahl beteiligt. Ermöglicht wird die Juniorwahl durch den gemeinnützigen und überparteilichen Verein Kumulus e.V. in Berlin, der unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt wird. Zur Bundestagswahl 2017 beteiligten sich über 3.300 Schulen mit knapp einer Million Schüler/-innen an der Juniorwahl.

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Zur diesjährigen Bundestagswahl konnten also die Schülerinnen ab der 8. Jahrgangsstufe bis einschließlich der Q12 in der zum Wahllokal umfunktionierten Aula zur Wahlurne gehen und ihre Stimme auf originalgetreuen Stimmzetteln abgeben: natürlich erst nach Abgabe ihrer Wahlbenachrichtigung für den Wahlkreis 235 und nach Vorzeigen ihres Schülerinnenausweises.

Achtklässler noch zurückhaltend

Skrollan Veit aus der Klasse 10A, die den Wahlausschuss mitbildete, war begeistert: „Die Schülerinnen der Oberstufe nehmen ihr Wahlrecht richtig ernst, die gehen Wählen. Die 8-Klässlerinnen sind noch zu zurückhaltend. Da müssen wir nochmal Werbung machen!“

Im ganzen Schulhaus wurde mithilfe von Plakaten und Durchsagen auf die Bedeutung jeder einzelnen Stimme hingewiesen und zum Wählen aufgerufen, in der Aula gaben Infostände Auskunft über wesentliche Inhalte einzelner Parteiprogramme und deren personelle Aufstellung, über Demokratie und die Wahl ganz grundsätzlich. Die Schülerinnen des Wahlausschusses informierten und motivierten alle wahlberechtigten Schülerinnen über ihr Wahlrecht und den Ablauf der Wahl.

Demokratie üben

Steffi Weiß, auch aus der 10A, fasst den Sinn und Zweck der Juniorwahl so zusammen: „Demokratie muss eingeübt werden. Mit der Juniorwahl setzen wir uns automatisch mehr mit Politik auseinander: Wir informieren uns über die Parteien und ihre Programme und verstehen, was es heißt, unserer Bürgerpflicht nachzukommen.“

AfD am Elly unter fünf Prozent

Und wie haben nun die Schülerinnen gewählt? Auch hier hätte die CSU den Direktkandidaten stellen dürfen und mit der Zweitstimme gut absahnen können, doch zweitstärkste Kraft wurden Die Grünen, dicht gefolgt von der SPD. Noch vor der FDP hätte es Die Linke in den Bundestag geschafft, nicht jedoch die AfD, sie wären an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Und wie geht’s weiter? Steffi aus der 10A würde wohl sagen:

Tja, das mit der AfD im Bundestag gehört wohl auch zur Demokratie – damit müssen wir jetzt umgehen!

Und welches Resümee ziehen die begleitenden Lehrkräfte? Die für die Organisation und den Ablauf verantwortlichen Schülerinnen hätten ihre Aufgaben sehr ernst genommen und die Bedeutung des Verfahrens für die Legitimation politischer Macht schnell begriffen: wie gewünscht also er- und gelebte, praktische Demokratie, heißt es aus dem Lehrerzimmer.

Ergebnisse in der Pause ausgiebig diskutiert

Viele Schülerinnen berichteten außerdem, dass sie zuhause von der Aktion erzählt hätten, die Wahl und die unterschiedlichen Angebote diskutiert und gemeinsam sogar den Wahl-O-Mat gemacht hätte. „Eine Mobilisierung über die Schule hinaus – was für ein schöner Nebeneffekt.“ Die Diskussionen im Unterricht und in den Pausen vor den Grafiken mit den Schulergebnissen im Vergleich mit den bayerischen und bundesweiten Daten verursachten nochmals einen erhöhten Diskussionsbedarf.

Es ist richtig, Demokraten fallen wirklich nicht vom Himmel, aber das Demokratieverständnis junger Menschen kann man mit solchen Angeboten sicherlich positiv fördern.

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Ein Kommentar

  1. Anna-Soraya Rupprecht Und wenn du denkst, du hast die Kamera erfolgreich vermieden, kommt sowas

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