Leckere Spezialitäten und „harte Kost“ beim Tag der Tierfreunde

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Irchenrieth. Strahlendes Herbstwetter, grasende Schafe und Ziegen und viele interessierte Besucher: Denn beim „Tag der Tierfreunde“ im Tierpark Gleitsbachtal gab es einiges zu entdecken. 

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Den Emus geht es hier mehr als nur gut.

Von Claudia Prößl

Über 1.000 Besucher nutzten den freien Eintritt im Tierpark und machten einen Rundgang durch die weitläufige Anlage. Neben einigen Exoten genießen vor allem einheimische Tierarten und auch alte Haustierrassen wie das Zackelschaf im Gleitsbachtal ein schönes Leben. Die Tiere haben auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule von Manfred Urban viel Platz zum Rennen, Scharren, Verstecken und Suhlen. Zum Aktionstag war aber noch mehr Interessantes geboten.

Harte Realität statt rosaroter Brille

Denn auch die Tierschutzorganisation Animal Equality e.V. beteiligte sich mit einem Stand. Inzwischen setzen sich ihre Mitglieder in acht Ländern mit ihrer Aufklärungsarbeit vor allem für Nutztiere ein. Die Organisation ermöglichte „Hartgesottenen„ mit den „I-Animal“-Brillen einen ungeschönten 3D-Blick in die Lebensrealität eines Schweins, Huhns oder Rindes in der Massentierhaltung bis hin zum Schlachthof. Die pro Film jeweils etwa sechs Minuten dauernden 360-Grad-Aufnahmen hinterließen meist sehr nachdenkliche, oft auch geschockte, verstörte oder sprachlose Besucher. Auch Landrat Andreas Meier, der zur Eröffnung gekommen war, wagte einen Blick durch die alles andere als rosarote Brille. „Wir als Verbraucher haben es in der Hand. Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sollte zumindest darauf achten, wo es herkommt. Die Tiere müssen ordentlich behandelt werden. Wir müssen unbedingt mehr auf das Tierwohl achten! Und es muss auch nicht jeden Tag Fleisch geben.“ resümierte nicht nur er.

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Einblick in die knallharte Realität – Das ist nichts für schwache Nerven.

Auch der „Erdlingshof“ klärte über die Realität der Massentierhaltung auf. Der Lebenshof in der Nähe von Cham beherbergt etwa 200 aus der Nutztierhaltung. Sie dürfen hier ein artgerechtes Leben bis zu ihrem natürlichen Tod genießen. Sogar bundesweit in den Medien bekannt wurde Ferkel „Viktoria“, dem im Hamburger Elbtunnel die Flucht vom Viehtransporter gelang und das nun auf dem Erdlingshof lebt. Die Betreiber Birgit Schulze und Johannes Jung zeigten in Irchenrieth auch die in der Massentierhaltung üblichen Geräte wie Elektroschocker zum Treiben auf Transporter oder Vorrichtungen, die das Säugen bei Milchkühen unterbindet. Außerdem verdeutlichten Plastikattrappen den beengten Raum, der Kälbern nach der Trennung von den Mutterkühen ab dem ersten Lebenstag zur Verfügung steht. Viele Besucher kündigten an, den knapp 100 km entfernen Lebenshof einmal vor Ort besuchen zu wollen. Mehr zum Erdlingshof unter www.erdlingshof.de.

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Am Tag der Tierfreunde konnten sich die Besucher ausführlich über das Thema Tierschutz informieren.

Viele Leckereien – ganz ohne Fleisch

Wesentlich appetitlicher waren da die köstlichen Angebote der regionalen Direktvermarkter: Angelika Meier vom Lerautaler Bienenweiler bot nicht nur verschiedene hausgemachte Honige, sondern auch Kerzen, leckere Liköre und Marmeladen an. Gertraud Kreuzer aus Waidhaus hatte unter anderem Kräutersalze, Pesto, Chutneys und Senf im Repertoire. Sogar komplett vegan waren die breit gefächerte Produktpalette der Manufaktur Maria aus Auerbach in Niederbayern: Herzhafte und süße Brotaufstriche, Gewürzmischungen und Kuchen wurden verkauft.
Das selbst seit vielen Jahren vegan lebende Paar stellt alle ihre Produkte selbst her und vertreibt sie bei Wochenmärkten und im Onlinehandel. Damit auch vor Ort keiner hungrig bleiben musste, ließ die diesmal ausschließlich vegetarische Speisekarte der Stodlkneipe keine Wünsche offen: leckere Käsespätzle, Tofu-Bratwurstsemmeln, Semmelknödel mit Schwammerlsoße, Salate und leckere Kuchen schmeckten allen. Da wurden nicht nur „eingefleischte“ Vegetarier satt. „Nur einer hat nach einer Currywurst gefragt!“, berichtet Wirt Michael Grundke am Ende des Tages schmunzelnd.

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Bei der Manufaktur Maria gibt es viele vegane Leckereien.

Veranstalter Manfred Urban, die Tierschützer und die Aussteller waren mit der Resonanz auf den Tierfreunde-Tag in Irchenrieth sehr zufrieden. Dies war insbesondere auch auf die vielen interessanten Gespräche waren gewinnbringend. Da philosophierten Veganer, Vegetarier und Fleischesser nicht nur über Ernährungsweisen und Lebenseinstellungen. Es ging um Tier- und Umweltschutz, Regionalität, Ressourcen und Ethik.

Fotos: Claudia Prößl

 

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2 Kommentare

  1. Schade nicht mitbekommen
    Wurde wohl zu wenig beworben

  2. Schon mal ein Anfang
    Eventuell findet doch mal ein Umdenken statt.
    Ich gebe die Hoffnung nicht auf

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