Empfindliche Strafen für SpVgg Windischeschenbach und VfB Weiden 

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Weiden/Windischeschenbach. Es waren Szenen, die eher an Gladiatorenkämpfe erinnerten und die auf einem Sportplatz überhaupt nichts zu suchen haben: Beim Fußball-A-Klassenspiel zwischen der SpVgg Windischeschenbach und dem VfB Weiden am 22. Oktober beleidigten und prügelten kurz vor Schluss fast alle Akteure beider Teams wild aufeinander ein, es setzte Kopfstöße, Faustschläge und Ohrfeigen.

Von Udo Fürst

Damit nicht genug: Als der Schiedsrichter das Spiel daraufhin konsequenterweise abgebrochen hatte, bedrohten einheimische Fans die Gästespieler auf ihrem Weg in die Kabine. Einige von ihnen waren nur mit größter Mühe von körperlichen Angriffen auf die Weidener abzuhalten. Erst mehrere Polizeistreifen konnten die aufgeladene und aggressive Stimmung abkühlen. Jetzt haben beide Vereine die Quittung für ihr unentschuldbares Verhalten in Form von geharnischten Strafen des Sportgerichts bekommen.

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Das Sportgericht des Fußballkreises Amberg-Weiden hat nach den Vorfällen beim A-Klassenspiel SpVgg Windischeschenbach-VfB Weiden am 22. Oktober hart durchgegriffen. Die Richter bestraften beide Klubs mit einer 0:2-Wertung und wegen Verschulden eines Spielabbruchs mit einer Geldbuße von je 300 Euro belegt. Wegen Verletzung der Platzdisziplin müssen die Windischeschenbacher weitere 200 Euro berappen. Außerdem werden der SpVgg drei Punkte zusätzlich abgezogen.

Erst Polizei kann Situation entschärfen

In der Partie soll ein Weidener Spieler nach einer gelb-roten Karte gegen ihn obszöne Gesten in Richtung SpVgg-Anhang gemacht haben. Als der Unparteiische kurz vor Schluss einen Elfmeter für die Gastgeber verhängte, eskalierte die Situation. Nach einem Handgemenge zwischen zwei gegnerischen Akteuren – die nachher beide ins Krankenhaus gebracht werden mussten – brach der Schiri die Partie ab.

Beide Vereine beschuldigen sich gegenseitig, für die Eskalation verantwortlich zu sein. Nach dem Spielabbruch wurden die Gästeakteure von aggressiven Fans der SpVgg körperlich bedrängt und bedroht. Erst die von den Weidenern herbeigerufene Polizei konnte die Situation einigermaßen beruhigen. Straferschwerend in dem Urteil wirkte sich aus, dass der SpVgg Windischeschenbach vor zwei Jahren bei einem ähnlichen Fall bereits eine Geldbuße und ein Anti-Gewaltkurs des BFV auferlegt wurde. Das Urteil sei laut Sportgericht eine letzte Warnung vor einer Platzsperre und „einer Spielaustragung unter Ausschluss der Öffentlichkeit“.

Zwischenfall auch bei einem Spiel gegen Neusorg

Wie berichtet, hatte es auch im Vorspiel zwischen den Reserven der SpVgg Windischeschenbach und dem SV Neusorg einen Zwischenfall gegeben: Ein ausländischer Gästeakteur soll dabei von einheimischen Zuschauern rassistisch beleidigt worden sein, woraufhin der SV Neusorg beim Sportgericht Anzeige erstattet hatte. Mittlerweile aber hat Neusorg seine Anzeige zurückgezogen. „Wir wollen das Ganze nicht weiterverfolgen und haben dies dem Sportgericht so mitgeteilt“, bestätigte SV-Vorsitzender Norbert Högl den überraschenden Rückzieher. Seine Erklärung: „Die SpVgg-Vereinsführung hat sich klar gegen Rassismus positioniert. Damit ist die Sache für uns erledigt, wir wollen nicht weiterbohren.“ Die Entscheidung seit laut Högl auch im Sinne des betroffenen Asylbewerbers: „Er möchte nicht, dass wir weiter etwas unternehmen.“ Von den Vorwürfen selbst distanziere man sich aber nicht. „Für das, was gesagt wurde, haben wir Zeugen“, sagte Högl.

Unterdessen versichert die SpVgg Windischeschenbach, dass der Verein keineswegs fremdenfeindlich eingestellt sei. Der zweite Vorsitzende Werner Meinert betonte nach der zurückgenommen Anzeige des SV Neusorg, dass man endlich wieder zur Ruhe kommen wolle.

Fremdenfeindlichkeit hat keinen Platz in unserem Verein.

Wir haben einen Patenverein in Äthiopien, denen man bereits Trikots geschenkt habe. Am 9. Dezember richtet die SpVgg ein Hallenturnier aus, dessen Erlös auch für Äthiopien bestimmt sei.

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