422.000 Euro für OTH Amberg-Weiden

Digitalisierung der Energiewirtschaft

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Weiden. Das Institut für Energieinformatik greift die aktuellen Herausforderungen an. Außerdem forschen sie an neuen, digitalen Lösungen für die Energiewirtschaft der Zukunft. Die Entwicklung des erst Anfang 2017 gegründeten Instituts ist beeindruckend. Nun konnten sie einen Förderbescheid in Höhe von 422.000 Euro entgegennehmen. 

Forschungsprojekt_SEG-e, OTH, Amberg, Weiden

Landrat Georg Grabner, MdL Ilse Aigner, Prof. Dr. Ing. Markus Brautsch, Dipl. Ing. Tobias Eder und  MdL Michaela Kaniber freuen sich über den Startschuss des Forschungsprojektes. (Von links) Bild: Landratsamt Berchtesgadener Land

Mitte November stellte das Institut für Energietechnik an der OTH Amberg-Weiden Bayerns ersten digitalen Energienutzungsplan im Landratsamt Berchtesgardener Land vor. Zusammen mit der ENIANO GmbH bearbeiteten sie den neuen Plan. Besonders das Forschungsprojekt zur „Anwendung sektoral gekoppelter Energietechnologien“ baut auf die Ergebnisse auf. Sie wollen dabei weitere innovative und digitale Methoden für eine spartenübergreifende Energieplanung ableiten. Damit dies nun gelingt, überreichte die bayerische Wirtschafts- und Energieministerin Ilse Aigner dem Forschungsprojekt einen Förderbescheid in Höhe von 422.000 Euro.

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Neue Maßstäbe durch innovative Rechenalgorihtmen

Der Energienutzungsplan Berchtesgadener Land hat Vorbildcharakter. Er setzt Maßstäbe für alle weiteren Pläne, erklärte die Staatsministerin. Welche Gemeinde verbraucht wie viel Energie? Wo kann Energie eingespart werden und welche Möglichkeiten bestehen für den Ausbau erneuerbarer Energien? Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch, Leiter des Instituts für Energietechnik, erklärte außerdem:

Durch die hohe Detailschärfe und vollständige Flächendeckung können wir in der digitalen Energieplanung völlig neue Maßstäbe setzen. Die Kommunen, Stadtwerke und Betriebe werden künftig von maßgeschneiderten und sektoral gekoppelten Energiesystemen profitieren.

Die wissenschaftliche Weiterentwicklung besteht in den innovativen Rechenalgorithmen, die das Institut erarbeitete. „Das Modell bildet jedes Gebäude des Landkreises detailliert ab und weist dessen aktuellen Wärmebedarf und energetische Sanierungsoptionen aus. Auch die Potenziale einer Versorgung mit Erneuerbaren Energien wie etwa der Photovoltaik, der Solarthermie oder der oberflächennahen Geothermie zeigt das Modell auf“, so Dipl. Ing. Tobias Eder, Leiter des Instituts für Energieinformatik an der OTH Amberg-Weiden.

Akteure der Energiewende im Fokus

Die Digitalisierung von Energieplanungsprozessen und die Entwicklung entsprechender Lösungen für Politik, Unternehmen und die beteiligte Öffentlichkeit bildet einen wesentlichen Arbeitsschwerpunkt des Instituts für Energieinformatik. Nicht nur die Kommunen sind dabei die Zielgruppe des Forschungsprojektes. Auch kommunale Versorgungsbetriebe und weitere lokale Akteure der Energiewende können von den Ergebnissen profitieren. Diese werden künftig auch durch neue digitale Werkzeuge in den Bereichen Strategieentwicklung, technische Planung und Betrieb unterstützt.

Um eine anwendungsnahe Forschung, die sich an den Anforderungen der Bedarfsträger ausrichtet zu garantieren, werden die Methoden in Reallaboren in ganz Bayern erprobt und evaluiert. Sowohl im Landkreis Berchtesgadener Land, im Landkreis Kulmbach, in der Stadt Roth, im Markt Wolnzach und im Erzbistum Bamberg findet man diese. Dipl. Ing. Maximilian Conrad, weiterer Geschäftsführer des Instituts für Energieinformatik, ist sich außerdem sicher:

Weitere Kommunen, Landkreise, Stadtwerke und Industriebetriebe werden folgen, um aus den digitalen Planungsgrundlagen weitere Energieeffizienzvorteile zu generieren.

 

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