Imam Maher Khedr – zweiter Vorsitzender des ZMD: „Weiden ist aufgeschlossen“

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Weiden. Kürzlich stattete der neu gewählte zweite Vorsitzende Imam Maher Khedr in Begleitung seiner Frau Nernin Khedr und des Geschäftsführers von „Arbeit und Leben Bayern“, Herbert Schmid, dem Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß im Rathaus seinen Antrittsbesuch ab.

Von Jürgen Wilke

Imam Khedr Antrittsbesuch Rathaus Weiden

OB Kurt Seggewiß (links) und Herbert Schmid (rechts) gratulieren Imam Maher Khedr (zweiter von links) und dessen Frau Nernin Khedr zum neuen Amt Foto: Jürgen Wilke

Am 28. Januar 2018 wurde der Bayerische Landesverband des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) gegründet. Imam Maher Khedr vom „Deutschsprachigen Muslimkreis in Weiden e.V.“ wurde dabei von Vertretern der Mitgliedsorganisationen des ZMD zum Zweiten Vorsitzenden des ZMD Bayern gewählt. Der Imam will um mehr Verständnis für den Islam werben und bezeichnet es als Hauptaufgabe des Zentralrates, den Islam im Einklang mit der deutschen Staats- und Gesellschaftsordnung zu gewährleisten und zu fördern.

Austausch der Kulturen

Khedr bemüht sich auch im „Deutschsprachigen Muslimkreis Weiden“ um einen Austausch der Kulturen und Religionen. „Es ist eine große Ehre, dass Imam Maher Khedr zum zweiten Vorsitzenden des Landesverbands des ZMD in Bayern gewählt wurde. Es ist ein sehr wichtiger Posten und er ist einer aus unserer Region, der da mitwirkt“, sagte OB Kurt Seggewiß zur Begrüßung. Herbert Schmid gratulierte dem Imam zur Wahl und sagte: „Es ist eine große Freude, dass wir einen so aufgeklärten Imam hier in Weiden haben.

Ich will eine ganz deutliche Botschaft senden an die Menschen, die ängstlich sind: „Der Islam ist ein Teil von Europa, von Deutschland und von der Weidener Gesellschaft.

Auf die Frage, ob er in Weiden oder in der Region eine gestiegene Ausländer– oder Islamfeindlichkeit festgestellt habe, antwortete Maher Khedr:

Zum Glück nicht. Wir genießen hier ein angenehmes Klima und haben eine aufgeschlossene Gesellschaft.

„Es gibt aber in jedem Volk auch Leute die einsichtig oder uneinsichtig sind.“ In Weiden oder in der Region gäbe es auch keine sogenannten Hass–Prediger.„Davon ist mir nichts bekannt. Ich weiß aber, dass mehrere Organisationen, auch der Verfassungsschutz, Augen und Ohren offen halten“, so Khedr.Imam Khedr Antrittsbesuch Rathaus Weiden

Gesprächskreis löst Probleme

Die Gesprächskreise zwischen Muslimen und Christen sind seiner Meinung nach sehr erfolgreich und würden auch gut besucht. „Es gibt in Weiden den interreligiösen Gesprächskreis. Da treffen sich Mitglieder der jüdischen, der christlichen und der muslimischen Gemeinde in Weiden alle sechs bis acht Wochen. Wir stehen im Dialog miteinander und haben gemeinsame Aktivitäten. Ich sehe auch die Notwendigkeit derartiger Gespräche. Ich schätze es sehr hoch, was im „Deutschsprachigen Muslimkreis Weiden“ an Positivem bewirkt wird und bin der Meinung, es muss weiter geführt werden. Diese Zusammenkünfte lösen viele Probleme und geben Antworten auf viele Fragen in unseren Gesprächen.“

Nach Einschätzung von Maher Khedr leben etwa 5.000 Muslime in Weiden und der Region. Diese Zahl bezieht sich auf die Personen und Familien, die an Moschee-Besuch, an Gebeten und religiösen Schauveranstaltung, beispielsweise Fastenbrechenfest nach dem Ramadan, teilnehmen.

Maher Khedr lebt mit seiner Frau und drei Kindern, (14, 12 und 7 Jahre) in Eschenbach. Seit etwa 20 Jahren bezeichnet der gebürtige Ägypter Deutschland als seine zweite Heimat.

Imam Khedr Antrittsbesuch Rathaus Weiden

Imam Maher Khedr und seine Frau Nernin

Fotos: Jürgen Wilke

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