Wege zur Selbstsicherheit: Sag nicht ja, wenn du nein sagen willst

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Grafenwöhr. „Sag nicht ja, wenn du nein sagen willst“, das legte Marianne Moosburger den Damen der Frauenunion und ihren Gästen ans Herz. Die Gymnasiallehrerin aus Hahnbach bezog dieses „Nein“ dabei auf das „größte Deutsche Dienstleistungsunternehmen“ den Haushalt und zeigte unter dem Motto „Szenen einer Ehe“ in einer amüsanten Weise heitere Beispiele auf.  

Von Gerald Morgenstern 

Monika Placek Marianne Moosburger Gymnasium Eschenbach

Monika Placzek (links) dankte Marianne Moosburger mit einen Blumengebinde für ihren interessanten Vortrag. Die zehn Thesen für mehr Selbstbewusstsein werden den Frauen sicher in Erinnerung bleiben. Bild: G. Morgenstern.

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Im Gasthof Andreas Hößl „Zum Stichn“ durfte Vorsitzende Monika Placzek die Damen, einige emanzipierte Herren sowie die Referentin Marianne Moosburger begrüßen. Die vierfache Mutter und Pädagogin, die auch neuen Jahre am Gymnasium Eschenbach Religion und Französisch unterrichtete, begann ihren Vortrag mit einer fiktiven Annonce. Das Nein-Sagen konnte man  leider nicht von den Eltern erlernen. Diese lebten noch in einer relativ „geschlossenen Gesellschaft“: „Ein Nein hat es da praktisch nicht gegeben“, zitierte sie ihre Mutter. Zu allererst hatte man zu gehorchen.

Die Gesellschaft sei aber im Umbruch: Die Antworten von gestern gelten heute zum großen Teil nicht mehr. Bildungsaufschwung, verlängerte Lebenserwartung, wachsende Mobilität und eine Überfülle an Kommunikationsmöglichkeiten seien die Gründe dafür. In einer sehr amüsanten und anschaulichen Art und Weise machte Marianne Moosburger deutlich, wie die „Qual der Wahl“ ständig zunehme und damit immer öfter ein „Nein“ erfordere.

Wege zur Selbstsicherheit

Auch die psychologischen Hemmungen, die sich durch jede persönliche Geschichte ziehen würden, zeigte sie auf. „Was angelernt worden ist, kann man auch wieder umlernen“, zwar oft schwer, aber sehr wohl erfolgreich – da sei sich Moosburger sicher. Es sei äußerst wichtig die rechte Balance zwischen „Geliebt- und respektiert werden“ zu achten, erklärte sie mit Bildern von Herz und Hirn.

Nichts macht einen Menschen feiger, als der Versuch, es allen recht zu machen“

betonte sie, doch „Wie ma’s macht, is verkehrt!“. Marianne Moosburger zitierte hier auch Franz Josef Strauß, von dem der Satz stammte „Everybodys Darling ist everybodys Depp“. Den Weg zur Selbstsicherheit untermauerte sie mit zehn Thesen, darunter „Aufrecht zu gehen und zu leben“. Vieles ergebe sich schließlich daraus. Das Ziel „wandelbar“ zu bleiben, sei für alle erreichbar.

Neuanfänge sind menschlich

„Ein selbstbewusster, lebendiger Mensch ist der, der aktiv und kommunikativ lebe“, so Marianne Moosburger. Eindringlich mahnte sie nach größeren und kleineren Misserfolgen immer wieder zur „Auferstehung“. „Je öfter es einem gelingt einen neuen Anfang zu setzen, umso mehr wird man Mensch“, betonte sie, also „werden Sie ein Auferstehungsmensch“! Die Bedeutung des vorbildlichen steten Lernens – gerade beim „Nein-Sagen“ – und auch bei der Erziehung lag ihr am Herzen. „Kinder lernen mehr an den Eltern als von den Eltern“ lautete ihr Fazit.

Mit dem gemeinsam gelesenen Text „Werde, der du bist“ von Michel Quoist endete der Vortrag. „Wir nehmen da viel mit“, lobte Monika Placzek am Ende. Da Marianne Moosburger ihre Honorare der Selbsthilfeorganisation „Runa Masi für Bolivien“ spendet, bedankte sich die Vorsitzende mit einem Blumengebinde für den „interessanten und humorvollen Vortrag“.

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