Seniorenheim St. Martin Neustadt bald wieder einsatzbereit

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Neustadt/WN. Nach dem verheerenden Feuer kehren die ersten 30 von 81 Senioren nach Ostern ins Pflegeheim St. Martin zurück. Im Moment ist das Seniorenheim aber noch eine große Baustelle.

Von Udo Fürst

Altenheim St. Martin Caritas Neustadt Brand

Derzeit prägen noch Handwerker das Bild im Caritas-Pflegeheim St. Martin. Nach Ostern sollen die ersten 30 Senioren in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren.

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Es hätte eine Tragödie werden können am 1. Februar: Im Keller des Caritasheims St. Martin in der Johann-Dietl-Straße brach in dieser Nacht ein Feuer aus, 81 Senioren mussten in Sicherheit gebracht werden. Dass am Ende nicht mehr passierte – es gab nur einige Leichtverletzte – ist dem beherzten und schnellen Eingreifen der Rettungskräfte zu verdanken. Allerdings war der Sachschaden beträchtlich: von mehreren 100.000 Euro geht der Eigentümer der Einrichtung, der Caritas-Diözesanverband Regensburg aus.

Erdgeschoss und Speisesaal wieder bewohnbar

Seit Wochen wimmelt es nur so vor Handwerkern im Seniorenpflegeheim St. Martin. Mit Atemmasken ausgerüstete Arbeiter schrauben Deckenelemente ab und tragen sie ins Freie, Elektriker montieren diverse Leitungen, professionelle Kräfte putzen die verrußten Räume sozusagen mit der Zahnbürste.

Das Erdgeschoss und der erste Stock des Südflügels wurden nach der Reinigung von einem Chemiker gemessen und für bewohnbar erklärt. Auch der Speisesaal und die Kapelle wurden freigegeben. Zuvor gab bereits die Feuerwehr nach einer Begehung grünes Licht. Der Nordtrakt ist allerdings noch länger nicht benutzbar. Hier entstanden durch das Feuer und die Rauchentwicklung größere Schäden.Altenheim St. Martin Caritas Neustadt Brand

Gute Nachricht für 30 Bewohner

Die gute Nachricht: Nach Ostern werden die ersten 30 Senioren in ihre vertraute Umgebung zurückkehren können. Nach dem durch einen überhitzten „Blindstromkompensator“ ausgelösten Brand wurden die Bewohner am selben Tag noch in umliegende Pflegeheime verlegt. Insgesamt kamen 81 Bewohner in 23 verschiedenen Einrichtungen unter. Dort werden sie seither betreut. Die Pflegekräfte des Caritasheims wurden ebenfalls zum Teil in die aufnehmenden Pflegeheime abgeordnet, damit die Bewohner ihre vertrauten Gesichter um sich haben, teilte die Caritas mit. Die ursprünglich angedachte Lösung mit einem Provisorium wurde wieder verworfen. Die Herstellung eines Pflegeheims in Containerbauweise wäre erst in der zweiten Jahreshälfte möglich gewesen.

Auf völliges Unverständnis stoßen bei der Caritas die Abwerbeversuche von Mitarbeitern. Schon am 1. Februar, also an dem Tag, an dem das Feuer im Maschinenraum des Heims ausgebrochen war, hätten sich laut Weißmann in Neustadt die ersten Konkurrenzbetriebe telefonisch gemeldet, um Personal abzuwerben. Er habe daraufhin eine Personalversammlung einberufen und dort hätten alle Mitarbeiter gesagt, dass sie bleiben.

Altenheim St. Martin Caritas Neustadt Brand

Auch Geschirrspülen gehört zu den Reinigungsarbeiten.

Mit dem Aufzug können die restlichen Bewohner einziehen

Die Bauabteilung des Landratsamts macht dem Betreiber nun noch einige Auflagen. Sie fordert unter anderem für den Speisesaal Türdrücker, mit denen die Zugänge automatisch schließen, feuerbeständige Aus- und Eingänge sowie Brandmeldeanlagen für das gesamte Haus. Daran wird jetzt mit Hochdruck gearbeitet.

Wir sind weiter optimistisch,

sagt Michael Weißmann. Um die Bewohner wieder heimholen zu können, bedarf es der Zustimmung der Heimaufsicht und nicht zuletzt auch der Bewohner und ihrer Angehörigen selbst. „Die Bewohner müssten übergangsweise Einschränkungen in Kauf nehmen und akzeptieren, dass sie vorerst in Doppelzimmern leben werden“, erläutert der Caritasdirektor. Auch die technischen Voraussetzungen müssten erst noch geschaffen werden. Strom und EDV-Leitungen – zum Beispiel für eine funktionierende Schwesternrufanlage – werden derzeit frisch verlegt. Mit einem neuen funktionstüchtigen Aufzug ist allerdings erst im Sommer zu rechnen. Dann sollen auch die restlichen 50 Bewohner in ihre gewohnte Umgebung zurückehren.

Fotos: Udo Fürst

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