Ganz großes Theater: Lacher, Leidenschaft und Landjugend Schwarzenbach

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Schwarzenbach. Eine „kasert“ schmeckende Sulz aus der Badewanne, dazu turbulente, schwer zu durchblickende Kartenspiele, Business-Hochdeutsch an der Volkshochschule, und das plötzliche Erwachen der Liebe unter Männern: Wo das möglich ist? In Schwarzenbach! In sechs Vorstellungen von „Rosinas letzter Wille“ der Theatergruppe der KLJB blieb kein Stuhl frei und kein Auge trocken.

Von Doris Mayer-Englhart

KLJB Schwarzenbach Theatergruppe Theaterstück, Rosinas letzter Wille

Da war die Welt noch in Ordnung. Die drei Spezeln Franz, Schorsch und Willi treffen sich zum Kartenspielen und reden über ihre Jugendliebe Rosina.

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Die drei Jugendfreunde und eingefleischten Junggesellen, der Bauer Franz Meier (Felix Bauernfeind), Gastwirt Schorsch Ebenharter (Nico Bergler) und Bäcker Willi Meixner (Jakob Walberer) treffen sich, wie schon seit dreißig Jahren, zum Kartenspieln und auf „a Halbe“. Dabei trauern sie ihrer gemeinsamen Jugendliebe Rosina Heimerl nach, die kurz nach der Schulzeit in die Stadt gezogen ist.

Niat amal für die Miss Germany tat ich mei Junggesellendasein aufgeben, aber bei der Rosina, da wär des wos anders“

sind sich die drei einig. Die gute Magd Simone (Madeleine Thumfahrt) stürmt in die Stube und erklärt, dass sich ein Notar angemeldet hat. Kurz darauf treffen Notarin Anna Gruber (Corinna Bauernfeind) und ihr Sekretär Michael Heimerl (Johannes Meier) ein. Dieser macht sofort der Magd Avancen. Die Notarin eröffnet den drei Spezeln, dass „ihre“ Rosina verstorben sei und ein Kartenturnier entscheiden soll, an wen von den dreien die Millionenerbschaft fallen soll.

KLJB Schwarzenbach Theatergruppe Theaterstück, Rosinas letzter Wille

Als Notarin getarnt kommt Anna Gruber mit Sekretär Michael Heimerl an den Hof. Michael verschaut sich gleich in die fesche Magd Simone.

Von liebeshungrigen Grazien, Männerliebe und Kartenspiel

In herzzereißendes Schluchzen brachen die drei Freunde aus. „Rosina, die Matz die, die meint wohl, dass die an Keil zwischen uns treiben kann“, ärgert sich Franz aber auch. Schließlich hat sie in Jugendzeiten auch gern so Spielchen veranstaltet. Dann tauchen noch die Damen Maria Strohhofer (Tina Neumann) Hedwig Tauber (Marina Meier) und die junge, naive Franziska Wallner (Alina Bäumler) abends im Wirtshaus auf und werfen sich den drei Junggesellen an den Hals.

Dem Franz kommt das am nächsten Tag alles etwas spanisch vor: Die Notarin und ihr Sekretär, die neben Hochdeutsch immer wieder in Dialekt fallen, die Nachnamensgleichheit von Rosina und dem Sekretär und dann noch das zeitgleiche Auftauchen der drei liebeshungrigen Grazien. Also legen sich die drei Freunde auf die Lauer. Sie bekommen mit, dass alles inszeniert ist. Rosina hält sich, als Mann verkleidet im Dorf auf und gibt ihren Freundinnen Instruktionen. Im Grunde will sie nur testen, ob sie noch Chancen bei Bauer Franz hätte. Sogar Magd Simone wird mit ins Vertrauen gezogen.

KLJB Schwarzenbach Theatergruppe Theaterstück, Rosinas letzter Wille

Die drei Freundinnen von Rosina sollen die drei Junggesellen aus der Reserve locken. Rosina, hier als Mann verkleidet, möchte eigenlich nur erfahren, ob sie bei Franz noch Chancen hätte.

Die Geschichte nimmt weiter Fahrt auf. Bauer Franz gesteht seiner Magd, dass er „ans andere Ufer“ geschwommen und mit Schorsch zusammen ist. „Und der Willi ist mit dem Friseur vom Nachbardorf zusammen“, setzt er in sanfter Stimme hinzu. Simone fällt aus allen Wolken. Nichtsdestotrotz: Das Turnier beginnt. Unter den strengen Augen und überrascht-entsetzten Blicken der Notarin und ihres Sekretärs spielten die Freunde an „Grupften“ unter Einsatz von Max, Pelle und Seucher oder hauten einen „Zwiefachen ohne Gamaschen“ auf den Tisch, nicht ohne sich immer wieder verliebte Blicke zuzuwerfen. Auch Rosina ist irrtiert, ihr Plan, letztendlich den Franz für sich zu gewinnen, scheint nun nicht mehr aufzugehen. Da ist guter Rat teuer. Nach einem scheinbar plötzlichen Sinneswandel geben die drei Freunde den weiblichen Verehrerinnen doch noch eine Chance und lassen sich bezirzen. Kurz bevor es Rosina, die inzwischen als Kräuterweiberl verkleidet, am Hof des Bauern eintrifft, vor Wut und Eifersucht zerreißt, lösen die drei Freunde die Verwirrungen auf, ein Happy End folgt.

Goldenes Händchen bei Stückauswahl

Mit der Auswahl des Stückes hatten die beiden Regisseurinen Sabine Thumfahrt und Susanne Schraml ein goldenes Händchen bewiesen und das Ganze mit ihren grandiosen Schauspielern meisterhaft in Szene gesetzt. Alle Darsteller bestachen durch ihre Natürlichkeit, kernige Sprüche und unverkrampftes Spielen. Immer wieder schüttelte es das gesamte Publikum vor Lachen. Ein besonderes Highlight war aber die Szene, als die drei Junggesellen scheinbar die Liebe unter Männern entdeckten. Hier gab Felix Bauernfeind meisterhaft die Tunte in Lederhosen zum Besten. Zu Recht waren alle der sechs Aufführungen restlos ausverkauft. Man darf jetzt schon gespannt sein, was die Landjugend Schwarzenbach nächstes Frühjahr auf die Bühne bringt.

 

Bilder: Doris Mayer-Englhart 

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