Freitag der 13.: Jungstorch stürzt ab

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Weiden. Im Horst auf dem Dach des Alten Schulhauses in Weiden schlüpften Anfang Mai vier Storchenküken, von denen drei mit der Zeit zu prächtigen Jungvögeln heranwuchsen. Am Freitag den 13. Juli wagte sich einer von den dreien raus aus seinem Zuhause zu seinem ersten Flug – allerdings endete der nicht so gut für den jungen Meister Adebar.

Von Jürgen Wilke

Jungstorch Notlandung

Der „notgelandete“ Jungstorch irrt orientierungslos umher.

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Leider kam er nicht weit, denn er musste in der nahe des Horstes gelegenen Schulgasse eine Notlandung hinlegen. Die Freiwillige Feuerwehr Weiden wurde verständigt. Bei deren Eintreffen war der junge Storch bereits wieder auf den Beinen, tapste aber noch etwas orientierungslos umher. Rasch war der Verunglückte eingefangen und in einer Fangbox untergebracht. Danach wurde die Amtstierärztin der Stadt Weiden, Dr. Barbara Bäumler, verständigt.

Schwere Verletzungen möglich

Gemeinsam untersuchen Stadtbrandrat Richard Schieder und die Tierärztin den soeben eingefangenen Patienten. Da nach ersten Untersuchungen eine schwerere Verletzung nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde der Jungstorch von der Feuerwehr zu einer Tierarztpraxis gebracht. Dort konnte nach einer genaueren Untersuchung kein ernsthafter Schaden festgestellt werden, und die Feuerwehr brachte in Absprache mit dem Veterinäramt den Patienten zur weiteren Beobachtung zu Dieter Brandl nach Tirschenreuth, den Inhaber eines Zoo-Bedarfs.

Die Weidener Storchenhorstbetreuerin Helga Bradatsch sagt dazu: „Es wird dort beobachtet, wie er sich verhält und wie er sich entwickelt. Bald wird entschieden, wie es mit ihm weitergehen wird.“ Am nächsten Tag konnte Dieter Brandl auf telefonische Anfrage sagen, dass es seinem „Gast“ aus Weiden gut geht. „Soweit ich sagen kann, hat er noch Krämpfe in den Beinen, aber meine Frau und ich kümmern uns um ihn und füttern ihn mit Insekten, sodass er bald vollkommen gesund sein wird“, so Brandl.

Jungstorch Notlandung

Dr. Barbara Bäumler und Richard Schieder untersuchen den jungen Storch auf Verletzungen. Foto: Feuerwehr Weiden

Päppeln seit 1996 verletzte Tiere auf

„Mit der Pflege verletzter Tiere hat es im Jahr 1996 angefangen“, berichtet Dieter Brandl. Seinerzeit sei ein kleines Mädchen zu ihm gekommen, das einen jungen Vogel in den Händen verbarg. Auf seine Frage, warum das Mädchen gerade zu ihm kam, antwortete es, sie habe gelesen, dass man kleine Vögel, die aus dem Nest gefallen seien, in einer Zoo-Handlung abgeben soll. Nach diesem Anfang ging es mit anderen Tieren weiter, insbesondere mit verletzten Vögeln. Zurzeit betreuet das Ehepaar Brandl zwei Krähen, einen durch einen Autounfall verletzten Neuntöter und ein Rehkitz.

Jungstorch Notlandung

Der „Gast“ aus Weiden bei Pflegefamilie Brandl in Tirschenreuth. Foto: Dieter Brandl aus Tirschenreuth

Geschwister sind fit im Fliegen

Die beiden Geschwister des notfallgelandeten Jungstorchs verließen einen Tag nach dessen Unfall ihren Horst zu Flugübungen. Sie hatten beide mehr Erfolg, denn sie kehrten nach ihren Flügen zum Futtersuchen und über dem herrlichen In-der-Luft-Gleiten über Weiden, immer wieder zu ihrem Zuhause zurück. Mitte August bis Mitte September fliegen die Jungstörche – einige Zeit vor ihren Eltern – in ihre Winterquartiere. Bei Belangen, die die Weidener Störche betreffen, wird darum gebeten, auch die Weidener Storchenhorstbetreuerin Helga Bradatsch unter Tel.: 0961 / 433 47 anzurufen.

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Ein Kommentar

  1. Elisabeth Hauer schreibt:

    Jawohl sehr gut gibt doch noch hilfsbereite Menschen, es gibt Menschen die schmeissen
    die Tiere in die Aschentonne gut gemacht weiter so

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