Mieterqualifizierung: Zertifikat für die eigene Wohnung

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Neusorg. Das Thema Wohnung und Wohnen spielt eine wichtige Rolle in der aktuellen Asylsituation im Landkreis Tirschenreuth. Das Projekt „Mieterqualifizierung – Fit für die eigene Wohnung“ baut Barrieren zwischen Mietern und Vermietern ab. 

Zugewanderte Tirschenreuth Flüchtlinge Kurs Mieterqualifizierung

Damit Integration im Landkreis Tirschenreuth funktioniert, gibt es für die Neuzugewanderten einen extra Kurs zur „Mieterqualifizierung“. Bild: Bildungskoordination für Neuzugewanderte.

„Sobald neuzugewanderte Asylantragssteller einen anerkannten Flüchtlingsstatus vom Bundesamt erhalten, dürfen sie aus ihrer meist dezentralen Sammelunterkunft ausziehen und sich eine eigene Wohnung suchen“, so Oberregierungsrätin Regina Kestel, Abteilungsleitung Soziales und Ausländerwesen am Landratsamt Tirschenreuth. Umso mehr freute sie sich, dass die intensive Kooperation ihrer Abteilung zu den Wohlfahrtsverbänden und der Bildungskoordination für Neuzugewanderte im Landkreis Tirschenreuth Früchte trägt: Das Projekts „Mieterqualifizierung – Fit für die eigene Wohnung“ in Neusorg geht in die zweite Phase.

Mülltrennung will gelernt sein

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Die Grundlagen des Wohnens sind quer durch die verschiedenen Kulturen höchst unterschiedlich. „So hat es manch Neu-Zugewanderter nicht leicht zum Beispiel unsere Mülltrennung zu verstehen, wie man das Verhältnis mit dem Vermieter pflegt oder wie richtig geheizt wird“, weiß Ahmed El-Zein, Bildungskoordinator für Neuzugewanderte des Landkreises Tirschenreuth.

Genau aus diesem Grund initiierte Jana Buttgereit, Migrationsberaterin beim Sozialteam Oberpfalz Nord (STZ) in enger Zusammenarbeit mit Anita Heindl vom Sozialamt des Landratsamt Tirschenreuth das Projekt Mieterqualifizierung. Dieser Kurs richtet sich an alle interessierten Zuwanderer im Landkreis Tirschenreuth. „Der Kurs kam bislang gut an, wir hatten auch viele Teilnehmer“, berichtet Buttgereit, die auch als Dozentin und Projektinitiatorin fungiert. Von Mülltrennung über Brandschutzverhütung, bis zu richtigem Heizen und Lüften und sogar der Reinigung verschiedener Bodenarten vermittelt Buttgereit wöchentlich einmal die Voraussetzungen eines gelingenden Mietverhältnisses in den Räumlichkeiten der Neuzugewanderten. Sie ist überzeugt: „Das Projekt Mieterqualifizierung beruht auf einem Best-Practice-Beispiel (Neusässer Konzept) und macht unsere Neuzugewanderten fit für ihre erste eigene Wohnung im Landkreis Tirschenreuth.“

Schon jetzt Erfolge sichtbar

Für Anita Heindl (Hausverwalterin der dezentralen Unterkünfte) sind schon jetzt große Erfolge ihrer Schützlinge im Alltag sichtbar. Beispielhaft sind die Räumlichkeiten der Unterkunft in der Gartenstraße in Neusorg. „Das kulturelle Verständnis seinen Wohnraum zu gestalten und an unsere kulturellen Gewohnheiten anzupassen kommt nicht von alleine“, sagt Heindl. Vielmehr brauche es dazu Geduld, Engagement durch Haupt-  und Ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit und vor allem Zeit.

Durch die enge Kooperation der Bildungskoordination mit dem Sozialteam und dem Sozialamt, wurde El-Zein als zuständiger Bildungskoordinator auf das Projekt aufmerksam. Aufgabe der „Kommunalen Koordination der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ ist unter anderem Problemstellungen und Ressourcen im Bereich Bildungsangebote für Neuzugewanderte zu ermitteln und zu einem erfolgreichen Start für auf den Landkreis abgestimmte Bildungsangebote beizutragen. Die Entwicklung ländlicher Strukturprozesse zum Thema Integration soll dabei forciert werden.

Landrat Wolfgang Lippert sah die Wichtigkeit um das Gelingen des Projekts „Mieterqualifizierung“ und befürwortete das Engagement von Sozialteam und Sozialamt durch eine finanzielle Anerkennung der Landkreisverwaltung in Form einer Zuzahlung zu den Erstanschaffungskosten der Lehrbücher in Höhe von 50 Prozent.

Mit Zertifikat in die eigene Wohnung

Mit Abschluss des Kurses „Mieterqualifizierung – Fit für die eigene Wohnung“ erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, mit dem sie nachweisen können, dass sie die wesentlichen Grundlagen unseres kulturellen Verständnisses „Wohnen in unserem Kulturkreis“ erlernt haben und in der Lage sind, Barrieren zwischen Mieter und Vermieter bereits im Vorfeld abzubauen.

Oberregierungsrätin Kestel machte auch auf die „Online-Wohnraumbörse“ für Vermieter aufmerksam. Mit Unterstützung durch das Ministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration steht seit einigen Monaten die Wohnraumbörse interessierten Vermietern zur Verfügung, um Kontakt zum Sozialamt aufzunehmen und leerstehenden Wohnraum effizienter vermieten zu können.

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