Erst den richtigen Hafen wählen, dann die Segel setzen

40 neue Landwirte erhalten bei Freisprechungsfeier den Gesellenbrief

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Neustadt/WN. In den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie in den kreisfreien Städten Amberg und Weiden haben 40 junge Frauen und Männer den Grundstein für ihr Berufsleben in der Landwirtschaft gelegt. Bei der Freisprechungsfeier in der Stadthalle erhielten sie ihren Gesellenbrief.

Von Benedikt Grimm

Feisprechungsfeier Landwirte Neustadt 2018

40 Absolventen erhielten nach ihrer dreijährigen landwirtschaftlichen Lehre beziehungsweise der Teilnahme am Bildungsprogramm für Landwirte ihre Urkunden. Ein großes Aufgebot an Ehrengästen gratulierte dem Berufsnachwuchs. Foto: Benedikt Grimm

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„Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige“, zitierte Reinhold Witt, seit Juli neuer Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den römischen Philosophen Seneca. Erfolgreiche Unternehmen hätten meist eine ganz klare Vorstellung davon, was sie tun oder produzieren wollen. „Wie will ich für mich/mit meiner Familie leben? Was mache ich gerne, vielleicht sogar mit Leidenschaft? Was treibt mich an? Wie viel Geld brauche ich, um so zu leben, wie ich mir das vorstelle?“ – Witt riet den jungen Landwirten mit solchen Fragen ihre beruflichen und privaten Ziele zu konkretisieren.

Längst würden nicht mehr Betriebsgröße und Produktionsumfang allein über den Erfolg entscheiden. Vielmehr seien Qualifikation, Unternehmergeist und die Kreativität des Betriebsleiters gefragt. Wichtig seien auch der wertschätzende Umgang und das Miteinander im Familienunternehmen Bauernhof sowie die Offenheit für Veränderungen und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.

Musterschüler mit viel Ausdauer

„Es waren wirklich Musterschüler dabei, wo man immer wieder gerne in die Klasse gegangen ist“, erinnerte der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Anton Dobmayer an die vergangenen Ausbildungsjahre. Auch Bildungsberater Johannes Völkl lobte die Ausdauer und Leistungsbereitschaft, die der Jahrgang „in ganz besonderem Maße“ zu Tage gelegt habe. „Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg. Bereits im Berufsgrundschuljahr wurde der Grundstein für die Ausbildung gelegt und auf den Ausbildungsbetrieben noch konkretisiert“, sagte Völkl. Von 45 Prüflingen, die zur Abschlussprüfung zugelassen wurden, bewältigten 40 die gestellten Anforderungen.

Es ist nicht immer leicht die Prüfungen gerecht zu bewerten. Mal sieht es der Prüfling anders und nicht jeder kann es schaffen,

sagte Werner Wendl als Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

Elf Absolventen mit der eins vor dem Komma

Für elf Absolventen lief es aber besonders rund. Sie dürfen sich über eine eins vor dem Komma freuen. Bester Landwirt ist Johannes Höning aus Windischeschenbach mit einem Traumschnitt von 1,10. Zu den Besten gehören Jürgen Kaufmann (Speichersdorf, 1,34), Maximilian Schreyer (Waldsassen, 1,34), Thomas Beer (Plößberg, 1,39), Tobias Nickl (Georgenberg, 1,39), Christoph Stangl (Püchersreuth, 1,44), Maximilian Estelmann (Ingolstadt, 1,49), Michael Kellner (Mähring, 1,49), Simon Meisl (Mähring, 1,49), Michael Adam (Plößberg, 1,79) und Johannes Kugler (Auerbach, 1,84). Für ihre vorbildlich geführten Berichtshefte – große Ordner in denen die gesamte Ausbildung dokumentiert wird – wurden Maximilian Estelmann, Johannes Kugler, Michael Kellner, Thomas Härtl und Regina Mark geehrt.

Politiker loben Berufsstand

„Sie werden dazu beitragen unsere Kulturlandschaft auch in Zukunft zu erhalten“, lobte CSU Kreistagsfraktionschef Dr. Stephan Oetzinger in Vertretung des Landrats. Den „direkten Umgang mit der Schöpfung“ und die Verantwortung, diese für die Nachwelt zu erhalten, betonte auch Landtagsabgeordnete Annette Karl. „Wir haben in unserer Region vorbildliche Betriebe, die mit viel Leidenschaft modernste Landwirtschaft betreiben“, sagte Landtagsabgeordneter Tobias Reiß. „Auch wir als Kommunen schätzen Ihr Angebot gerade im Bereich des Winterdienstes, der Abfallentsorgung, der Mäharbeiten, der Pflege von Ausgleichsflächen oder auch als Feldgeschworene“, dankte Dritter Bürgermeister Heribert Schubert.

Einige Absolventen erinnerten mit einer Bilderschau an ihren Schweißkurs und Bodenbeprobungen, den Schlepperkurs, bei dem die Auswirkungen unterschiedlicher Reifengrößen und Luftdrücke deutlich wurden oder den Ausflug zur Agritechnika in Hannover. Auch der Spaß sei nicht zu kurz gekommen, etwa bei der Abschlussfahrt nach Linz.

Zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten

„Sie sind jetzt gefordert die Segel richtig zu setzen“, sagte Behördenleiter Witt. Die Landwirtschaftsschule in Weiden und die Höhere Landbauschule in Almesbach böten hervorragende Weiterbildungsmöglichkeiten.

Das ist mir wichtig, dass Sie hier nicht stehenbleiben sondern weiterkommen,

betonte Witt. „Ich wünsche Euch, dass Ihr weiterhin in der Natur und mit der Natur arbeiten könnt und von der Natur leben könnt“, gab BBV Kreisobmann Josef Fütterer den neuen Landwirten mit auf ihren Weg.

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