Wie wirkt sich die Diesel-Affäre auf die Nordoberpfalz aus?

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Vohenstrauß/Tännesberg/Altenstadt/WN/Weiden. Umtauschen, nachrüsten oder rückkaufen – diese drei Möglichkeiten werden aktuell in der immernoch ungelösten Diesel-Affäre heiß diskutiert. Im Gespräch mit verschiedenen Autohäusern aus der Oberpfalz haben wir herausgefunden, wie die Bevölkerung der Region mit der Krise umgeht. Außerdem klärten wir, ob Elektrofahrzeuge in Zukunft durchsetzungsfähig sind. 

Nicht nur Paul Hopf, Geschäftsführer bei Auto Hopf, konnte seit dem Skandal feststellen, dass mehr Benziner verkauft werden als zuvor, sondern auch Sandro Kiener, Geschäftsführer bei Autohaus Kiener. Dieser verzeichnete beim Verkauf von Dieselfahrzeugen seitdem einen Umsatzrückgang von etwa zehn bis 15 Prozent. Bezüglich der Lieferzeiten von Dieselfahrzeugen konnte Paul Hopf keine Änderungen feststellen. Etwas ist ihm aber dennoch nicht entgangen:

Gebrauchtwagenkunden sind beim Kauf eines neuen Autos vorsichtiger als Neuwagenkunden!

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Sowohl Jörg Seeberger, Geschäftsführer bei Löwen-Centrum Automobile Weiden, als auch Christian Witt, Inhaber bei Autohaus Witt, bemerkten, dass deren Kunden hinsichtlich des Skandals irritiert und verwirrt sind. Trotzdem reagieren diese größtenteils gelassen, da die Marken Mazda und Peugeot vom Dieselskandal weitestgehend nicht betroffen sind.

Politische Fehlentscheidungen und Betrug

Als überzeugter Dieselfahrer beschreibt Sandro Kiener den Betrug durch die Autohersteller als unverantwortlich und fahrlässig. Die Schuldigen wurden nicht ausreichend bestraft und zur Rechenschaft gezogen, stimmt auch Christian Witt zu. Seinen Aussagen zufolge wurden die Geschäfte auf dem Rücken des Autokäufers ausgetragen, die schlussendlich die Leidtragenden in dem Skandal sind.

Paul Hopf jedoch sieht das Versagen nicht nur bei der deutschen Autoindustrie, sondern vielmehr auch in politischen Entscheidungen.

Blick in die Zukunft

Für die Zukunft ist sich Jörg Seeberger sicher, dass Dieselfahrzeuge weiterhin produziert werden und die Beliebtheit bei der Bevölkerung wieder steigen wird. Da auch Busse und Lkws mit Diesel laufen, kann er sich einen Markt ohne Dieselfahrzeuge nicht vorstellen.

Sowohl Christian Witt als auch Paul Hopf bestätigen, dass der Diesel nicht ersetzbar sein wird und Elektroautos nicht durchsetzungsfähig sind. Besonders in ländlichen Regionen mangelt es an der passenden Infrastruktur für Elektroautos, wovon sich viele Autofahrer vor dem Kauf eines neuen Fahrzeuges abschrecken lassen.

Sünde an der Umwelt

Weiterhin sieht Sandro Kiener batteriebetriebene Elektroautos als Sünde an der Umwelt, weshalb er an Veränderungen in der Diesel-Technologie glaubt. Dadurch sollen Fahrzeuge mit Dieselmotor wieder beliebter werden und auch künftig auf dem Markt bestehen bleiben.

Ein Kommentar

  1. Ich bleib beim Diesel,es gibt kein schöneres fahren

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