Helmut Schleich in Weiden: „Wenn ihr nicht lacht, wird es auch nicht lustiger“

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Weiden. Das Helmut Schleich ein hervorragender Kabarettist ist, das war noch nie ein Geheimnis. Aber bei seinem neuen Programm „Kauf Du Sau“ in der nahezu ausverkauften Max-Reger Halle in Weiden präsentierte der 51-jährige gebürtige Schongauer einmal mehr perfektes Mienenspiel und hervorragend recherchiertes politisches Kabarett.

Von Peter GattautHelmut Schleich Max reger Halle Weiden Interview

Mittendrin die Fans Peter Gattaut aus Windischeschenbach und Rainer Labitzke, die beide in der Pause mit dem Künstler ein interessantes Interview führen konnten. Helmut Schleich rechnete ab mit der deutschen Automobilindustrie, kam über die Waffenlobby in den USA, durchleuchtete die Europa-Politik, parodierte Altkanzler Helmut Kohl und Erich Honecker, prangerte die neue Sprachkultur an und natürlich durfte auch ein Auftritt von Franz Josef Strauß nicht fehlen. Er verstand es auch immer die Reaktionen der Zuschauer miteinzubinden.

„Ein rundum gelungener Abend mit politischem Kabarett der Extraklasse“, resümiert Peter Gattaut am Ende des Abends. Er hatte die Gelegenheit den Kabarettisten in der Pause zu einem Interview zu treffen.

Bester Franz-Josef Strauß aller Zeiten

Helmut Schleich Max reger Halle Weiden Interview

Die Fans Peter Gattaut (links) und Rainer Labitzke (rechts) hatten die Gelegenheit Helmut Schleich zu einem Interview zu treffen.

Gattaut: Du wirst nach wie vor als bester Franz-Josef Strauß-Parodist aller Zeiten hochgelobt. Wie wichtig ist der Teil für Dich, den Franz-Josef in deinen Programmen oder auch bei deiner BR-„Sendung Schleich Fernsehen einnimmt?

Helmut Schleich: Es ist eigentlich erstaunlich wie lange jetzt die Figur Franz Josef Strauß schon so gut funktioniert. Aus seiner Sicht kann ich die Politik mit scharfem Schwert und spitzer Zunge ganz anders beleuchten. Er ist ein fester Bestandteil meines politischen Kabaretts. Wie lange noch? Mal sehen.

„München hat seinen Charme schon lange verloren.“

Deine Wahlheimat München kam zuletzt in einem Interview mit der dortigen Abendzeitung nicht besonders gut weg. Hast Du Dich wieder mehr mit der „Hure“ München, wie Du sie betitelt hast, angefreundet?

Überhaupt nicht. München ist eine völlig andere Stadt mit neuen Menschen und Strukturen geworden. München hat seinen Charme schon lange verloren. Überzogene Mietpreise bringen viele Menschen in die Situation sich diese Stadt einfach nicht mehr leisten zu können und der Englische Garten ist überfüllt wie der Mittlere Ring. Die urgemütlichen Kneipen sind genauso verschwunden wie das bayerische Lebensgefühl in dieser Stadt. Man sollte viel kritischer mit München umgehen und nicht alles mit Freude, Eitel, Sonnenschein betrachten

„Wenn ihr nicht lacht, wird es auch nicht lustiger“

Die politische Welt ist bunter geworden. Man hat das Gefühl, der linke und rechte Flügel wird von Ihnen etwas vernachlässigt. Was ist der Grund hierfür?

Man darf das Ganze nicht immer von der parteipolitischen Seite betrachten. Gerade in der ersten Hälfte meines Programms geht es ja u.a. um Europa und Flüchtlingspolitik, da kommt der linke und rechte Flügel keinesfalls zu kurz (lacht)

Welchen Ratschlag oder Lebensphilosophie würdest Du gerne unseren Lesern und Deinen Fans mit auf den Weg geben?

Verliert nie eure gute Laune. Wenn ihr nicht lacht, wird es auch nicht lustiger

Fotos: Peter Gattaut

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