SüdOstLink: Tennet gibt Vorschlagskorridor bekannt

Grundsätzliche Fragen unbeantwortet

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Weiden/Tirschenreuth/Neustadt/WN. Tennet hat jetzt seine Pläne zur SüdOstLink Trasse den Bundestags- und Landtagsabgeordneten vorgestellt. Laut Albert Rupprecht bleiben allerdings einige Fragen offen. 

Tennet hat sich für die östliche Variante des Trassenverlaufs entschieden. Dadurch ist vor allem der Landkreis Tirschenreuth betroffen. Viele kritisieren die Pläne von Tennet und fordern die Gleichstromtrasse mit dem bestehenden Ostbayernring zu vereinen. Ab 8. Januar will das Unternehmen die Pläne auch der Öffentlichkeit in sogenannten „Infomärkten“ vorstellen.

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Tennet Erdverkabelung Süd-Ost-Link Stromtrasse

Die grüne Linie auf der mittleren Karte zeigt die von Tennet präferierte Strecke durch die nördliche Oberpfalz, für die sich die Firma jetzt wohl auch entschieden hat.

Natur und Menschen so wenig wie möglich belasten

Nicht ganz zufrieden ist auch Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht. In einer Stellungnahme schreibt er:

„Der Südostlink-Vorschlagskorridor C08c (östlichste Variante) von Tennet wirft grundsätzliche und zentrale Fragen auf, die nicht beantwortet sind. Unser Anliegen ist es, dass die geplanten Stromtrassen die betroffenen Menschen, die Natur und die Landschaft in unserer Heimat so wenig wie möglich belasten. In diesem Sinne werde ich mich auch in den nächsten Wochen für die Interessen der Menschen unserer Region engagieren. Dazu brauchen wir Antworten auf die offenen Fragen:

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Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht

  1. Wieso wurde, um die Belastung für Mensch, Natur und Umwelt möglichst gering zu halten, nicht eine starke Bündelung durch einen Verlauf entlang des Seitenstreifens der Autobahn A 93 viel intensiver und detaillierter untersucht und geprüft? Ich habe mich hierzu mehrfach schriftlich z.B. an den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann und Tennet selbst gewendet und über Monate genau dies eingefordert.
  2. Bei den jetzigen Planungen ist offen, ob 525 kV Leitungen, die zu einer wesentlich geringeren Trassenbreite führen würden und ggf. auch einen anderen Verlauf ergeben könnten, zum Einsatz kommen können oder nicht. Deshalb sollten zunächst die Ergebnisse der laufenden Tests über den Einsatz von 525 kV Leitungen abgewartet werden. Dies wird auch vom Landkreisbündnis „Hamelner Erklärung“, in der sich die Landkreise Neustadt/WN, Tirschenreuth und die Stadt Weiden mit den Landkreisen Hof, Regensburg und Schwandorf zusammengeschlossen haben, so gefordert.

Darüber hinaus sind weitere wichtige Detailfragen ungeklärt. Deswegen werde ich Tennet und die BNetzA in den anstehenden Gesprächen darauf drängen, hierauf Antworten zu erhalten, um die Belastungen für Mensch, Natur und Umwelt in der Nördlichen Oberpfalz so gering wie möglich zu halten.“

Deine Meinung dazu!