„Ein Schatz!“ der bald verschwindet: Endspurt für die Krippenausstellung

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Tirschenreuth. Sie sind aus Texas, Tschechien oder Tirschenreuth gekommen und waren alle begeistert – schon 4.000 Besucher haben die große Tirschenreuther Krippenausstellung gesehen. Nur noch bis 20. Januar besteht die Chance, diese 41 einmalig so aufgestellten Krippenwunderwerke zu bestaunen.

Krippenausstellung Tirschenreuth

Der Goaßtratzer ist so eine typische Tirschenreuther Figur, die man sich noch bis zum 20. Januar im MuseumsQuartier erklären lassen kann. Dieser hier steht in der Krippe von Bürgermeisterfamilie Stahl.

Die kleine Marie hat noch eine ziemlich krakelige Schrift und kann nur Großbuchstaben – trotzdem wollte es sich das kleine Mädchen nicht nehmen lassen, ihre Begeisterung aufzuschreiben. Und damit war sie nicht allein – das Gästebuch im MuseumsQuartier Tirschenreuth quillt kurz vor Krippenschauende über vor Lob. Da schreiben Familie Notz aus Zwickau, Gerhard und Theresia aus München oder der Seniorenkreis aus Hof: „Überwältigend!“, „Beeindruckend!“, „Wir sind alle begeistert!“

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Ideenreichtum aus Papier und Lindenholz

Ein Besucher aus Nabburg, Josef Götz, meint nach der einstündigen Krippenführung geradezu tiefbewegt: „Erst durch eine Führung erfährt man auch von dem Ideenreichtum, der dahintersteckt. Das sind Schätze, die so eine Stadt wie Tirschenreuth reich machen. Ein Kulturgut, das man hüten muss. Vor allem hat es mir die Papierkrippe mit den vielen schönen Darstellungen angetan, ein seltenes Gesamtkunstwerk!“

Er meint damit die beiden vom Tirschenreuther Kirchenmaler Maurus Fuchs um 1800 bemalten Papierkrippen. Eine davon war seit 200 Jahren nicht in der Stadt zu sehen und wird es wohl auch so schnell nicht mehr sein. Denn Sie gehört einem Augsburger und Krippenschau ist frühestens wieder in fünf Jahren.

Krippenausstellung Tirschenreuth

Die Tuchmacherstadt Tirschenreuth lebt in den Jahrhundertealten Krippen weiter! Ein Tuchhändler mit schwer beladener Kraxe findet sich versteckt hier und da. Dieser steht in der Krippe von Irmgard und Günther Träger.

Führungen für Kurzentschlossene

Mit etwas Glück besteht noch immer die Chance es Herrn Götz aus Nabburg gleichzutun und kurzentschlossen an einen Gästeführer zu kommen. Tatsächlich lässt sich so am besten mehr über die Historie der einmaligen Krippen-Volkskunst aus Tirschenreuth erfahren. Eine Führung kostet 40 Euro pro Gruppe und dauert eine Stunde (Voranmeldung unter 09631 600 248).

Museumsbesucher, die lieber auf eigene Faust die dutzenden Krippenschaukästen im düsterromantischen Ambiente erleben wollen, bezahlen drei Euro Eintritt für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sind frei. Gruppen, Studenten und Schwerbehinderte erhalten eine Ermäßigung. Geöffnet ist täglich bis 20. Januar von 11 bis 17 Uhr.

Krippenausstellung Tirschenreuth

Die Hohenwalder Kapelle mit ihrer markant bunten Stirnseite hat Schnitzer Alfons Möhrlein ebenso in seiner Krippe verewigt wie den Rest seines Heimatdorfes. So gibt es auch das Hirthaus und den Wolfenstein zu entdecken! Lebensecht bemalt werden die Lindenholzfiguren von Gertrud Möhrlein.

Auch nach Weihnachten lebendig

Die Krippensaison ist längst nicht vorbei – denn die Geburt Jesu war nur der szenische Anfangspunkt der metergroßen Weihnachtskrippen. Beispielsweise taucht fast in jeder Tirschenreuther Traditionskrippe aus den vergangenen 300 Jahren die Hochzeit zu Kana auf: Nur hat die Tirschenreuther Volkskunst die Wandlung von Wasser zu Wein samt rauschendem Fest schon vor Jahrhunderten auf den Zoigl verlegt.

Krippenausstellung Tirschenreuth

Hochzeit zu Kana beim Musl – Die Bibelszene wurde schon vor vielen Generationen in das ehemalige Traditionswirtshaus der Familie Kühn verlegt. Auch der heutige Eigentümer, Leonhard Kühn, ist in dieser Szene nachgeschnitzt zu finden.

Fotos: © Stadt Tirschenreuth

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