In zwei Modulen zum Truppführer: Einheitliche Ausbildung für Feuerwehren

Anzeige

Neustadt/WN. Jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau muss diese Ausbildung durchlaufen: die Modulare Truppausbildung, kurz MTA. Künftig passiert dies im Landkreis Neustadt an der Waldnaab nach einheitlichen Vorgaben.

Von Roland WellenhöferRichtlinie Modulare Truppausbildung im Landkreis Neustadt an der waldnaab

Rund 250 Feuerwehranwärter absolvieren jährlich im Landkreis Neustadt an der Waldnaab die Grundausbildung. Schon bisher hatte die Ausbildung von Nachwuchskräften bei den Feuerwehren einen hohen Stellenwert. Doch an den einzelnen Standorten wurde dies bisher sehr unterschiedlich umgesetzt. Künftig soll die Feuerwehrgrundausbildung landkreisweit vereinheitlicht und auch organisatorisch auf neue Beine gestellt werden.

[Aufgepasst: Die OberpfalzECHO-App mit Benachrichtigung für deinen Ort!]

Arbeitsgruppe erstellt Richtlinie

Die Arbeitsgruppe „Ausbildung“ hat dazu im Auftrag von Kreisbrandrat Marco Saller eine eigene Ausbildungsrichtlinie für die Modulare Truppausbildung (MTA) erarbeitet. Dieser Arbeitsgruppe gehören die Kreisbrandmeister Andreas Götz (Arbeitsgruppenleiter), Reiner Kopp, Sebastian Hartl und Matthias Schmidt an. Optisch „aufgehübscht“ und zum Download im Internet verarbeitet wurde die Richtlinie schließlich von Kreisbrandmeister Alexander Kleber.

Richtlinie Modulare Truppausbildung im Landkreis Neustadt an der waldnaab

Kreisbrandmeister Andreas Götz stellt die Richtlinie vor.

Im Katastrophenschutz- und Atemschutzzentrum in Neuhaus wurde die Richtlinie jetzt vor Kommandanten und Ausbildern vorgestellt. Und die Reaktionen sind durchwegs positiv. Für Landrat Andreas Meier, selbst aktiver Feuerwehrler, sei die neue Richtlinie eine Top Arbeitsgrundlage für die Ausbildung der jungen Feuerwehranwärter. „Es gibt nichts wichtigeres als den Nachwuchs an den Einsatzdienst heranzuführen!“ Er dankte der neuen Kreisbrandinspektion für die geleistete Arbeit bei der Ausarbeitung der Richtlinie.

Im Basismodul wird das Grundhandwerk gelernt

„Unser Ziel war es die Ausbildung zu standardisieren“, so Kreisbrandmeister Andreas Götz. „Wir haben jetzt von Eslarn bis Vorbach die gleichen Qualitätsmaßstäbe“. Auch zukünftig liege die Verantwortung bei den örtlichen Kommandanten. Mit der neuen Richtlinie wird den Feuerwehren aber eine Hilfestellung an die Hand gegeben, wie die Ausbildung vor Ort durchgeführt werden soll.

Die Ausbildung besteht künftig aus zwei Teilen (Modulen). Das Basismodul wird als Lehrgang durchgeführt. Hier erlernen die Feuerwehranwärter das „Grundhandwerk“. Gewünscht sei von der Kreisbrandinspektion dabei ausdrücklich die Zusammenarbeit von mehreren Feuerwehren. Damit solle jungen Feuerwehrler aus kleinen und großen Feuerwehren eine gleich gute Ausbildung ermöglich werden. Großen Wert legte man aber darauf, die Ausbildung flexibel zu halten, um auf örtliche Gegebenheiten eingehen zu können, so Kreisbrandmeister Andreas Götz.

Nach zwei Jahren Truppführer

Wann und wo ein Thema ausgebildet werden soll, können die Feuerwehren selbst planen. Nur zum Lehrgangsbeginn und zu den Prüfungen kommt eine Führungskraft der Kreisbrandinspektion. Auch die Teilnehmerunterlagen werden von der Kreisbrandinspektion zur Verfügung gestellt. Das Basismodul schließt mit einer Zwischenprüfung ab. Das zweite Modul erlernen die Feuerwehranwärter während der nächsten zwei Jahre in ihrer eigenen Feuerwehr im normalen Übungs- und Ausbildungsbetrieb. Danach erfolgt die Abschlussprüfung zum „Truppführer“. Um dafür zugelassen zu werden muss der Teilnehmer mindestens 18 Jahre alt sein und die beiden Module erfolgreich durchlaufen haben.Richtlinie Modulare Truppausbildung im Landkreis Neustadt an der waldnaab

Fotos: Roland Wellenhöfer

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.