Kolumne Eric Frenzel: Rückzug nach Seefeld

Anzeige

Flossenbürg. In seiner heutigen Kolumne erzählt Eric, warum er am Wochenende in Otepää gefehlt hat. 

Von Eric FrenzelEric Frenzel Kolumne 2018 Weltcup Nordische Kombinierer

„Gleich kommt die Nordische Kombination im Fernsehen“, ruft mir der Portier des Seefelder Hotels „Zum Gourmet“ zu. „Ja, richtig“, denke ich „ in Otepää jetzt gehen die Kollegen in die Loipe“ – ich dagegen habe mein Tagwerk soeben erledigt. Tausende Kilometer vom Weltcup entfernt bin ich während des Weltcups der einzige Teilnehmer eines ganz speziellen Lehrgangs und dies in Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Seefeld.

Unmittelbar nach Weihnachten waren wir schon mal hier, mit dem ganzen Team, um an der Sprungperformance zu arbeiten. Das hat mir gut getan, da ich aber im Hinblick auf die WM bestmöglich vorbereitet sein möchte, entstand in mir der Gedanke, dass ich in Seefeld bleibe, um an mir weiter zu arbeiten. Während die Mannschaftskameraden packten und sich wieder in die Weltcupmühle begaben, plante ich entspannt auf dem Hotelbett liegend meine nächsten Tage.

Ein ungewohntes Gefühl

Einerseits wollte ich im Hinblick auf den Saisonhöhepunkt und aber auch auf den weiteren Verlauf des Weltcups nochmals Extraeinheiten von den Schanzen fliegen, auf denen im Februar die Grundlage für die Titel gelegt wird. Ein ungewohntes Gefühl, den Teammitgliedern bei deren Abreise hinterherzuwinken, aber eine richtige Entscheidung.

Das Springen ist mehr denn je der entscheidende Faktor, wenn es um die vorderen Plätze geht. Fällt man aus den Top Five beim Springen raus, wird es heutzutage sehr schwer , sich eine vordere Platzierung in der Endabrechnung zu erarbeiten. Wann sollte es einen besseren Zeitpunkt für ein kleines, privates Trainingslager als jetzt während des Otepää-Weltcups. Danach stehen Weltcuporte mit jeweils drei Wettkämpfen hintereinander an, Predazzo und Cheux Neuve, da passen keine zusätzlichen Trainings hinein, und welcher Ort sollte besser sein, als der, an dem wir in wenigen Tagen um Edelmetall bei der WM kämpfen.

„Das ist eine gute Voraussetzung für das, was vor mir liegt“

Ein Analytiker aus dem Technikteam wurde abgestellt, um bei mir in Seefeld die notwendigen Monitorauswertungen während des Absprungs und der Flugphase vorzunehmen. Hinter mir liegt eine Woche phantastischen Arbeitens und ich habe einen weiteren Schritt bei der Optimierung der Sprünge gemacht. Ich kann sagen, dass ich mittlerweile hinter jeder Phase des Sprungs mit maximalem Gefühl stehe und das ist eine gute Voraussetzung für das, was vor mir liegt.

Sollte das im Wettkampf umgesetzt werden, was mir im Training mühelos in Folge gelang, dann werde ich in den nächsten sechs Wettkämpfen wohl mehr als die Punkte im Gesamtweltcup gutmachen, die ich jetzt durch mein Fehlen in Otepää verloren habe. Das ist der Plan.

Herzlichst Eric Frenzel“Banner Eric Frenzel Kolumne

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.