Wird der Original Zoigl bald Weltkulturerbe?

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Neuhaus/Windischeschenbach. Das süffige Gebräu der Kommunbrauer aus Eslarn, Falkenberg, Mitterteich, Neuhaus und Windischeschenbach wurde überraschend in das „Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen. Der nächste Schritt: UNESCO-Weltkulturerbe?

Von Udo Fürst

Original Zoigl Weltkulturerbe

Ein Prosit auf die Gemütlichkeit, die in den Gaststuben der Kommunbrauer fast schon berühmt ist.

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Wenn Norbert Neugirg vom Zoigl erzählt, strahlen seine Augen. Der Schelm sitzt ihm ja fast immer im Nacken, dem Kommandanten der Altneihauser Feierwehrkapelln und Vorkämpfer für das süffige Gerstengetränk, das es in dieser reinen Form nur bei den Kommunbrauern in Falkenberg, Eslarn, Mitterteich, Neuhaus und Windischeschenbach gibt.

Seit kurz vor Weihnachten bekannt wurde, dass der Zoigl in das „Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen wurde, hat Neugirg noch einen Grund mehr zum Strahlen.

Darauf sind wir natürlich stolz,

sagt er und bekommt von seinem Mitstreiter, Reinhard „Kitti“ Fütterer, ein zustimmendes Nicken. „Schon die Aufnahme in das Bayerische Landesverzeichnis war ein Riesenerfolg für uns und die Schutzgemeinschaft „Echter Zoigl vom Kommunbrauer“, sagt der Wirt des Schafferhofs in Neuhaus.

Original Zoigl Weltkulturerbe

Zwei Verfechter für den Original Zoigl: Norbert Neugirg (li.) und Reinhard „Kitti“ Fütterer.

Wichtiges Alleinstellungsmerkmal

Neugirg zitiert aus der Begründung des Bayerischen Landesverzeichnisses: „Charakteristisch für die Oberpfälzer Zoiglkultur ist das gemeinschaftliche Brauen im lokalen Kommunbrauhaus sowie der von intensiver Kommunikation begleitete Ausschank und Konsum des handwerklich gebrauten Bieres bei (Laien)Wirten. Die traditionell geringen Produktionschargen bedingen einen nur temporären Ausschank in wechselnden Lokalitäten.“

Genau das mache die Zoiglwirtschaften in der Oberpfalz aus. Es sei ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, dass der Zoigl über Jahrhunderte bürgerschaftlich von Wirten und Hausbrauern in Kommunbrauhäusern gebraut und zu Hause getrunken und ausgeschenkt werde.

Original Zoigl Weltkulturerbe

Schoilmichlwirt Manfred Punzmann schenkt seit 40 Jahren Zoigl aus

In der Oberpfalz lassen sich Belege für das Kommunbrauwesen und die Zoiglkultur bis in das Jahr 1415 (Neuhaus) zurückverfolgen. Fütterer: „Die Anerkennung auf Bundesebene, basierend auf dieser Definition, bestärkt uns in unserem Bestreben, auf dem Original zu beharren und uns weiterhin mit unserem Logo ‚Echter Zoigl vom Kommunbrauer‘ von den zahlreichen Nachahmern abzugrenzen.“

Anerkennung der Wortmarke abgelehnt

Ob der Zoigl auch wirklich mal zum Weltkulturerbe wird? „Das ist noch ein weiter Weg. Aber allein die Aufnahme ins Bundesverzeichnis ist eine fantastische Geschichte“, freut sich Neugirg. Es sei zwar schade, dass die Anerkennung der Wortmarke Zoigl abgelehnt worden sei, aber durch die Aufnahme in das Weltkulturerbeverzeichnis habe man eine enorm wichtige Anerkennung erfahren.

Längst ist der Zoiglausschank in den gemütlichen Wirtsstuben und ausgebauten Wohnzimmern kein Geheimtipp mehr. Fütterer berichtet von Gästen aus der ganzen Welt.

Die Leute kommen bis aus Russland, China, den USA, Irland, England und Skandinavien als Bierreisende zu uns.

Original Zoigl Weltkulturerbe

In einer richtigen Zoiglstube darf natürlich die passende Musik nicht fehlen

Werbung für das Original

Was sagen die Zoiglspezialisten zu den mittlerweile vielen Nachahmern? „Jede Kopie ist auch eine Werbung für den originalen Trunk“, sagt Neugirg und setzt wieder sein bekannt hintergründiges es Grinsen auf.

Fotos: Udo Fürst

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