Berufswettbewerb der Landjugend: praktisch und theoretisch fit

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Neustadt/WN. „Bildung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Zukunft für den bäuerlichen Berufsstand. Die jungen Leute müssen fachlich auf der Höhe der Zeit sein“, sagte Josef Fütterer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, zu den Teilnehmern des Berufswettbewerbs der Deutschen Landjugend. 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Leistungsklasse Landwirtschaft sowie 24 Teilnehmerinnen im Bereich Hauswirtschaft rangen in den Räumen der Berufsschule um die besten Plätze.

Von Benedikt Grimm 

Wissensfragen aus den Bereichen Geographie, Energie, Politik und Kultur, zum Pflanzenschutz und zur Bodenerosion, ebenso wie zur Rinder- und Schweinehaltung oder zum Thema Ernährung – die Wettbewerbsteilnehmer mussten beweisen, dass sie sich vielen Bereichen gut auskennen. Freilich stand auch die Prüfung praktischer Fertigkeiten im Mittelpunkt. Beim Rangieren mit dem Traktor ist ein Beleuchtungskabel vom Stecker abgerissen. Um das Gespann schnell wieder verkehrstauglich und die Ernte vor dem nächsten Gewitterschauer auf den Hof zu bekommen, muss sich ein Landwirt im Arbeitsalltag da auch selbst weiterhelfen können.

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Wie Stecker und Kabel wieder eins werden, durften die Teilnehmer an einer Station unter Aufsicht der Prüfer demonstrieren. So wie Lukas Härtl aus Leonberg, der mit viel Fingerfertigkeit die Aufgabe mit Bravour meisterte und dafür von Prüfer Karl Trummer, Landwirtschaftsmeister aus Vilseck, viel Lob erhielt.

Keine Mühe mit der Bestimmung verschiedenster Sämereien hatte Ingrid Janner (rechts) aus Thansüß. Stellvertretender Schulleiter Reiner Butz überzeugte sich bei einem Rundgang vom reibungslosen Ablauf des Wettbewerbs in der Berufsschule.

Praktische Fertigkeiten und überzeugendes Auftreten

Währenddessen grübelte Ingrid Janner in einem anderen Raum über der Bestimmung verschiedenster Samen. Während sich der Laie allenfalls an manche Müslizutaten erinnert gefühlt hätte, wusste die angehende Landwirtin aus Thansüß das Saatgut richtig einzuordnen. Weil gute Arbeit allein auch in der Landwirtschaft kein Erfolgsgarant ist, stellte der Berufsnachwuchs auch sicheres Auftreten und rhetorische Fertigkeiten unter Beweis.

Während die Landwirte in einem rund sechsminütigen Referat ihren Ausbildungsbetrieb vorstellten, versuchten die Hauswirtschafterinnen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten einer Küchenmaschine anschaulich zu erläutern.

Einen leckeren „Salat to go“ bereiteten die Wettbewerbsteilnehmerinnen im Bereich Hauswirtschaft zu. Punkte gab es für Geschmack und stilvolles Anrichten gleichermaßen.

Rückendeckung für Landwirte

„Unser Berufsnachwuchs bringt frischen Wind mit und ist voll motiviert in der Ausbildung. Das ist im Berufswettbewerb deutlich spürbar“, sagte der Tirschenreuther Kreisobmann und stellvertretende Bezirkspräsident Ely Eibisch. Für die Organisation des Wettbewerbs ist das Berufsbildungswerk des BBV verantwortlich. Landrat Andreas Meier riet den Berufseinsteigern die Zukunft mit Zuversicht anzugehen und sicherte die Unterstützung des Landkreises zu.

In der momentanen Zeit braucht die Landwirtschaft besondere Rückendeckung. Sobald es etwas zu kritisieren gibt, wird mit dem Finger auf die Landwirte gezeigt,

sagte stellvertretender Landrat Albert Nickl bei der Siegerehrung. „Ich glaube jeder hier ist für die Bienen, jeder ist für Artenvielfalt“, meinte Nickl mit Blick auf das aktuelle Volksbegehren. Dabei wieder nur auf die Landwirte zu zeigen, greife zu kurz. „Die gesamte Gesellschaft ist hier gefordert, auch der private Gartenbesitzer“, betonte der Speinsharter Bürgermeister.

Nächste Runde: Bezirksentscheid

Nach über fünf Stunden Wettbewerb unter Beteiligung von 50 Wettkampfrichtern standen die besten ihres Standes aus den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden fest. Michael Lang aus Velburg sicherte sich mit 93,30 Punkten den ersten Platz.

Neben ihm haben sich auch die Plätze zwei bis acht für den Bezirksentscheid qualifiziert: Stefan Werner (Neualbenreuth), Aurelia Glatz (Villingen-Schwenningen), Florian Wazl (Eslarn), Michael Fuchs (Haibach), David Grünbauer (Kohlberg), Christopher Rupprecht (Trabitz) und Simon Lukas (Weiden). Die beste Hauswirtschafterin ist Eva Beer aus Kirchendemenreuth mit 91,50 Punkten. Für sie und Saskia König (Weiden) auf Platz zwei geht es eine Runde weiter. Preise gab es auch für Johanna Meierhöfer (Erbendorf), Nicole Lilge (Weiden) und Ronja Würth (Krummennaab) auf den weiteren Plätzen.

Michael Lang (vorne, rechts) holte sich beim Berufswettbewerb der Landjugend den souveränen ersten Platz. In der Disziplin Hauswirtschaft glänzte Eva Beer (vorne, Zweite von rechts) mit dem besten Gesamtergebnis.

50 Wettkampfrichter, darunter 28 Lehrkräfte der Berufsschule, waren als Prüfer und Korrektoren in den Wettbewerb eingebunden.

Bilder: Benedikt Grimm 

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