Muckenthal unter Schock: Der Tod kam ganz leise

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Wiesau. Die Menschen im Dörfchen Muckenthal bei Wiesau können es noch immer nicht fassen. Ein älteres Ehepaar starb durch eine Kohlenmonoxidvergiftung. 

Von Udo Fürst

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In dem früheren Forsthaus kam es zu dem schrecklichen Unglück, das zwei Tote forderte.

Idyllisch liegt das frühere Forsthaus am Rande des kleinen Bauerndorfs Muckenthal bei Wiesau. Es ist das erste Haus an der einzigen Straße, die durch den beschaulichen Ort führt. Vor einigen Tagen fand die Ruhe im nicht einmal 100 Einwohner zählenden Dörfchen ein jähes Ende. Das Ehepaar, das sich das Forsthaus als Altersruhesitz ausgesucht hatte, wurde in dem schmuck renovierten Gebäude tot aufgefunden.

„Es ist unbegreiflich“

Das Paar ist laut Polizeiangaben an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Ein Brennstoff-Heizgerät gab die giftigen Gase ab. „Es ist unbegreiflich“, sagt der Sohn des Paares mit erstickter Stimme. Spezialisten des Landeskriminalamtes ermitteln jetzt weiter, ob ein technischer Defekt oder Manipulation für das Austreten des Gases verantwortlich war.

Im Dorfwirtshaus, wenige Meter vom Forsthaus entfernt, sitzen fünf Männer am Stammtisch und schütteln ungläubig den Kopf. „Das ist schon tragisch“, sagt Josef Konz und fügt hinzu: „Man mag es kaum glauben.“ Das seien super nette Leute gewesen, berichtet Tischnachbar Franz Asl. „Überhaupt nicht eingebildet. Die haben gepasst.“ Bis zum Ruhestand hatte das Ehepaar in einer Zahnarzt-Praxis in Marktredwitz gearbeitet. Danach zog sich das Paar in das ehemalige Forsthaus zurück.

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Der Tod kam ganz leise

Es ist leise, es ist farb- und geruchlos – und hochgiftig. Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung führt das Monoxid beim Einatmen dazu, dass kein Sauerstoff mehr im Blut gebunden werden kann. Das kann – vor allem bei hohen Dosen – innerhalb kurzer Zeit zum Erstickungstod führen.  

Bilder: Udo Fürst 

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