Helfer bei über 90.000 Einsätzen: Sicherheit ist unser Job

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Weiden. Für das Jahr 2018 zog die „Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz“ (ILS) in Weiden Bilanz. Der Verbandsvorsitzende des „Zentralen Rettungsverbandes“ (ZRF) und Neustädter Landrat Andreas Meier, der ZRF-Geschäftsleiter Alfred Rast sowie Leitstellenleiter Herbert Putzer und sein Stellvertreter Jürgen Meyer legten nach dem Motto „Sicherheit ist unser Job“ den Jahresbericht 2018 vor. Mit dabei auch Renate Nastvogel, die zum 1. Januar 2018 als neue stellvertretende ZRF-Geschäftsleiterin gewählt wurde.

Von Jürgen Wilke/Jürgen Masching

Pressekonferenz ILS Nordoberpfalz (2)

Stellten die Statistik des Jahres 2018 vor (v.li.): Jürgen Meyer, Andreas Meyer, Alfred Rast, Herbert Putzer und Renate Nastvogel. Foto: Jürgen Wilke

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Die ILS ist zuständig für 210.000 Einwohner in Weiden sowie in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN bei einer Fläche von 2.585 Quadratkilometern mit 225 Feuerwehrdienststellen, einer Einheit des THW, neun BRK-Rettungswachten, 31 „Helfer vor Ort“-Stationen, 23 Ortsgruppen der Wasserwacht und drei Bereitschaften der Bergwacht. Alfred Rast und Andreas Meier bescheinigten dem gesamten ILS-Team, Notärzten, Luftrettung und Feuerwehr erstklassige Arbeit.

Alfred Rast betonte die hervorragende Arbeit der Feuerwehren, die nicht nur bei Bränden zum Einsatz kommen, sondern Keller auspumpen, Bäume von Straßen räumen, oder Wege nach Unwettern absichern. „Das ist ein Anstieg von 173 Prozent gegenüber 2017“, so Alfred Rast.Pressekonferenz ILS Nordoberpfalz (2)

Respekt gegenüber Helfern

Der Respekt gegenüber Ehrenamtlichen, die ihr eigenes Leben einsetzen, müsse eine Selbstverständlichkeit sein, fordert Rast. Landrat Meier betonte, dass die ILS für ihre Aufgaben gut gerüstet sei. Er zeigte sich begeistert, wie hervorragend das modulare Warnsystem „MoWas“ und die Notfall-App „Nina“ angekommen sind. Auch er bezeichnete die zunehmende Gewalt gegen Retter als „verwerflich und unverständlich“.

Dagegen müssen wir alle angehen!

Meier dankte allen Mitarbeitern der ILS für ihre geleistete Arbeit an 365 Tagen im Jahr. „Rund um die Uhr ist die 112 zu erreichen“. „Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig anrufen“, so Meier.

Über 4.000 Einsätze mehr als 2017

Herbert Putzer und Jürgen Meyer nannten konkrete Zahlen zum Jahresbericht 2018. Die ILS hatte von Januar bis Dezember insgesamt 90.811 Einsätze zu bearbeiten und zu disponieren, das sind 4.142 mehr als im Jahr zuvor. Im letzten Jahr gingen 85.842 Anrufe ein – von der Alarmierung bei dramatischen Notfällen bis hin zu Hilferufen von Katzenbesitzern, deren Tiere von einem Baum gerettet werden mussten.Pressekonferenz ILS Nordoberpfalz (2)

„Leider haben die Herz-Kreislaufbeschwerden massiv zugenommen. Insgesamt hatten wir deswegen 1.750 Einsätze. Das ist ein Plus von 817“, sagt Herbert Putzer. Immer mehr zum Problem werden auch übergewichtige Menschen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 193 Personen, die mehr als 160 Kilogramm wiegen, transportiert. Das sind 118 Personen mehr als im Vorjahr.

Die ILS in Zahlen 2018

Der Rettungsdienst leistete 36.028 Einsätze. Unter anderem hieß 863 Mal das Einsatzstichwort „Brand“, 3.830 Mal „technische Hilfeleistung“, 82 Mal „ABC-Einsatz“ und 63 Mal „Sonstige“, wie Hilfeleistung für Polizei, Erkundung oder Transport von medizinischem Gerät.

  • Mit dem Inkubator wurden 34 Frühgeborene und mit einem speziellen Intensivmobil 577 Intensivpatienten transportiert.
  • Am Tag gingen durchschnittlich 20 „Hosentaschenanrufe“ ein, das sind Anrufe, die versehentlich getätigt wurden oder der Empfänger außer ein wenig Rauschen nichts hört.
  • Über die EDV-Schnittstelle wurden 2.642 Ereignisse zur Polizeieinsatzzentrale weitergeleitet. 1.229 Einsätze erhielt die ILS von der Polizei über die Schnittstelle.
  • Die Zahl der Kindernotfälle (bis 12 Jahre) belief sich auf 583 Einsätze.
  • Bei Einsätzen von Feuerwehren wurden bei Wohnungsöffnungen 15 Personen tot vorgefunden.
  • Der Rettungshubschrauber „Christoph 80“ flog im letzten Jahr insgesamt 1.240 Luftrettungseinsätze, der Hubschrauber „Christoph 20“ aus Bayreuth wurde zu 96 Einsätzen in die Oberpfalz angefordert. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 230 km/h ist beispielsweise „Christoph 80“ in 45 Minuten in München.
  • Ferner verfügt die ILS über das Spracherkennungssystem „Babylon“, das bei grenzüberschreitenden Alarmierungen und Einsatzmeldungen gute Dienste leistet. „Babylon“ übersetzt vom Tschechischen ins Deutsche und umgekehrt.
  • Zudem haben die Retter Zugriff auf Einwohnermeldedaten. Das kann der Feuerwehr gute Dienste leisten, um festzustellen, wie viele Personen in einem Haus leben.
  • Die Brandschützer greifen auch auf das Programm „Silver Dat“ zurück. Damit bekommen sie Datenblätter zu allen Fahrzeugen, was bei Einsätzen nach Unfällen erforderliche Maßnahmen ermöglicht.
  • Mit einem „Smart Locator“ ist die Handyortung über GPS gegeben. Dazu kommen ein Wetterwarnsystem und die Positionsortung des Rettungshubschraubers.
Pressekonferenz ILS Nordoberpfalz (2)

Fotos: Jürgen Masching (3)/Jürgen Wilke (1)

 

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