Gegen Rassismus: Bunte Aktionswoche in Weiden

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Weiden. Seit 1979 gibt es den Internationalen Tag gegen Rassismus. Auch die Stadt Weiden beteiligt sich mit einem bunten Programm an der Aktionswoche – von Vorträgen von Friedensnobelpreisträgern über Filmvorstellungen mit Interviews mit den Stars bis Kabarett. 

Von Jürgen Wilke

Internationale Aktionswoche gegen Rassismus

Stellten gemeinsam das Programm zur Aktionswoche vor (sitzend v.li.): Manfred Weiß, Nico Erhardt, Veit Wagner, Dr. Heidi Nickl (stehend v.li.:) Paul Zitzmann, Roswitha Ruidisch, Theresa Weidhas, Marina Jurovetskaia.

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Am 21. März 1960 demonstrierten rund 20.000 Menschen im südafrikanischen Sharpeville nahe Johannesburg friedlich gegen die diskriminierenden Gesetze, insbesondere gegen die Passgesetze. Die Proteste richteten sich gegen das damalige Apartheit-Regime. Die Polizei erschoss bei den Demos 69 Menschen, mindestens 180 wurden verletzt. Sechs Jahre später rief die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 21. März zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung aus.

Im Jahr 1979 wurde dieser Gedenktag durch die Einladung der Vereinten Nationen an ihre Mitgliedsstaaten ergänzt, eine alljährliche Aktionswoche der Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus zu organisieren.

Auch in der Region beteiligen sich Verbände und Institutionen. In Weiden begrüßte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und die Leiterin der Presseabteilung, Roswitha Ruidisch, die an der Aktion Beteiligten. Das reichhaltige Programm stellten vor: Dr. Heidi Nickl, (Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs – IPPNW), Marina Jurovetskaia (Jüdische Gemeinde Weiden), Theresa Weidhas (Jugendforum, Arbeit und Leiben), Veit Wagner (Amnesty International, Runder Tisch, Weiden ist bunt), Manfred Weiß (Diakonie Weiden), Nico Erhardt (Aktionsbündnis Weiden ist bunt) und Paul Zitzmann (GEW).

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus stehen heuer auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Europawahlen, nach dem Motto: „Europa wählt Menschenwürde.“

Das Programm

Am Samstag dem 16. März startet die Anti-Rassismus-Woche mit Grußworten, Reden und Gesprächen, unter dem Motto „Akzente auf Menschenwürde statt Ausgrenzung“ vor dem Alten Rathaus Weiden. Beteiligt sind die beiden Mit-Initiatoren Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler, Veit Wagner, Schüler, Passanten und alle Interessierten.

Am Dienstag den 19. März lädt der charmante Oberpfälzer Sänger, Autor und Komödiant Hubert Treml, um 20 Uhr ins Pfarrheim St. Josef ein. Mit nachdenklichen Liedern zum St. Josefstag, die auf Witz und Menschlichkeit setzen, leistet er unter dem Motto: „Ich bin so frei“, seinen Beitrag gegen Rassismus. Zuvor findet in der Kirche St. Josef ein Gottesdienst statt.

„Film & Gespräch – Der schwarze Nazi“, heißt es am Mittwoch dem 20. März um 19.30 Uhr im Neue Welt Kino in der Fichtestraße. Zum anschließenden Filmgespräch stehen der Regisseur Tilman König und der Hauptdarsteller, der deutsche Schauspieler Aloisius Itoka, Rede und Antwort.

Am Donnerstag dem 21. März heißt um 17 Uhr die Jüdische Gemeinde Weiden ihre Gäste zu einer Vorlesung in ihrer Synagoge in der Ringstraße, herzlich willkommen. Prof. Dr. Julia Bernstein hält ihr Referat zum Thema „Ergebnisse neuer Forschung bezüglich Antisemitismus in Deutschland und Verhandlungsstrategien“. Dr. Bernstein ist Professorin für soziale Ungleichheiten und Diskriminierungserfahrungen im Fach Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences.

Zum Vortrag von Till Bastian, deutscher Mediziner, Publizist, Politiker, Autor und Friedensnobelpreisträger von 1985, lädt das Café Mitte, Am Stockerhutpark, am Dienstag dem 26. März ein. „Weltbürgertum und die ökologischen Katastrophen – Strategien für den Frieden?“, so lautet der Vortrag von Till Bastian.

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