ADS, ADHS, LRS: Fachnachmittag zur besseren Kooperation

Großer Andrang bei „Schule trifft SPZ“

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Weiden. Großes Interesse an den Tätigkeitsfeldern und gemeinsame Schnittmengen von Schulen und dem Sozialpädiatrischen Zentrum Weiden – aus dem Kooperationsgedanken wurde bei „Schule trifft SPZ“ ein Fachnachmittag.

Schule SPZ Kliniken Nordoberpfalz

Der Fachtag „Schule trifft SPZ“ in der Personalcafeteria des Klinikums Weiden war äußerst gut besucht. Bild: Kliniken Nordoberpfalz AG

Stellvertretend für Chefärztin Dr. Susanne Rinnert begrüßten Dr. phil. Daniela Runkel, Psychologin und stellvertretende Leitung des SPZ Weiden, sowie Manuel Sennert, Vorsitzender des BLLV Kreisverbands, die rund 150 Teilnehmer – allesamt Lehrer, Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen der Schulen aus den Landkreisen Weiden, Neustadt und Tirschenreuth. Beide zeigten sich beeindruckt davon, welch großen Zuspruch der Fachtag fand.

Die „Black Box SPZ“, so Sennert, sollte an diesem Tag für die Lehrer transparent gemacht und Gemeinsamkeiten in der Betreuung von Kindern mit schulischen Auffälligkeiten aufgezeigt werden. Beide Redner dankten für das enorme Interesse an der Arbeit des SPZ sowie dem fachlichen Austausch im Anschluss an die Vortragsthemen.

Zu Beginn wurde das SPZ im Allgemeinen dargestellt. Zuständigkeitsbereich, Struktur, Aufgaben, rechtliche Grundlagen sowie Diagnostik und Behandlungskonzepte wurden erörtert. Zudem wurde auf die Bedeutung der Kinderärzte als wichtige Kooperationspartner verwiesen. Durch sie muss die Überweisung ins SPZ erfolgen.

Unterschied zwischen ADS und ADHS

Fortgesetzt wurde die Vortragsreihe durch die Präsentation der Symptomatik, Diagnostik und Behandlung von Kindern mit ADS und ADHS. Silvio Rabuffetti, klinischer Neuropsychologe, und Lars Tomaschek, Kinder- und Jugendpsychiater, gelang es dabei die Unterscheidung der beiden Störungsformen präzise darzustellen, die interdisziplinäre Diagnostik mittels Anamnese, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdiagnostik, Leistungsdiagnostik sowie ergänzende Verhaltenseinschätzungen durch Eltern und Lehrer zu erläutern. Zudem wurden die Möglichkeiten eines multimodalen Behandlungskonzepts vorgestellt.

Auch die Diagnostik und Therapie von Kindern mit einer Lese-Rechtschreib-Störung wurden thematisiert. Dr. Daniela Runkel und Ergotherapeutin Andrea Sollfrank erläuterten die Begrifflichkeiten, die in diesem Zusammenhang häufig verwendet werden und stellten die einzelnen Symptomatiken differenziert dar. Neben dem normativen Verlauf des Schriftspracherwerbs wurde thematisiert, welche Folgen eine Beeinträchtigung in diesem Bereich sowohl für das Kind / den Jugendlichen, aber auch das gesamte familiäre und schulische System mit sich bringt. Auch die Unterstützungsmaßnahmen seitens des SPZ als auch seitens der Schulen wurden dargestellt.

Kooperation vertiefen

Abschließend gingen Anne-Kathrin Fels, Psychologin, und Maria Ahke, Logopädin und Case Managerin, auf Sozialverhaltensstörungen ein. Hier ist es wichtig, den Kreislauf eines Verhaltens, das erlernt wurde, zu beachten und bei möglichen Schwierigkeiten die Ursache herauszuarbeiten und dort auch anzusetzen. Außerdem betonte Fels die Wichtigkeit der differenzierten, interdisziplinären Diagnostik. Therapeutische Angebote seitens des SPZ sind in diesem Fall die Sozialen Kompetenztrainings für verschiedene Altersklassen.

Ausklang fand die Veranstaltung in den Räumlichkeiten des SPZ Weiden im Augustinergebäude 3. Stock, wo alle Interessierten mit konkreten Fragen an das Team des Sozialpädiatrischen Zentrums herantreten, die Räume besichtigen und sich ein eigenes Bild von der Arbeit der Mitarbeiter machen konnten.

Nach einem Fachtag mit vielen Informationen und fachlichem Austausch waren sich alle einig, dass dies ein gelungener Auftakt für eine weitere Vertiefung der Kooperation zwischen Schule und SPZ war.

Für alle Interessierten lädt das Team des Sozialpädiatrischen Zentrums erneut zum Tag der offenen Tür am Samstag, den 21. September 2019 ein.

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