Eine von fünf: Ursula Scholz feiert 101. Geburtstag

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WeidenDie sehr seltene Gabe, in geistiger Frische über ein Jahrhundert erleben zu dürfen, wurde einer Weidener Bürgerin zuteil. Ursula Scholz beging im Eleonore-Sindersberger-Altenheim in Weiden ihren 101. Geburtstag.

Von Jürgen Wilke

Geburtstag Ursula Scholz 101

Alle stoßen auf Ursula Scholz und ihren Jubeltag an (sitzend v.li.): Anni Flamm, Wolfgang Reuther, Ursula Scholz, Horst Fuchs. (stehend v.li.:) Dieter Helbig, Sybille Helbing, Christine Saile.

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Bei einer kleiner Feier mit ihren Verwandten Sybille (Tochter) mit Ehemann Dieter Helbing, Christine (Tochter) mit Ehemann Wilhelm Saile, sowie Anni Flamm und Heimleiter Wolfgang Reuther überbrachte SPD-Stadtrat Horst Fuchs die Glückwünsche von Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Er überreichte ihr die vergoldete Silbermedaille „Patrona Bavariae“ der bayerischen Regierung.

Von der Stadt gab es eine wunderschöne Orchideenschale, verbunden mit den Glückwünschen von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß im Namen aller Weidener Bürger.

Aus Schlesien vertrieben – in Windischeschenbach zu Hause

Ursula Scholz, geborene Elsner, wurde am 9. April 1918 in Neisse im damaligen Schlesien geboren. Im Januar 1945 kam die Vertreibung. „Innerhalb von ganz kurzer Zeit mussten wir unsere Sachen packen und flüchten“, erzählt die Jubilarin. Durch die Vertreibung kam die Familie Scholz in einem Lazarettzug nach Dresden. Dort erlebte die damals 27-Jährige im Februar 1945 die schrecklichen Luftangriffe.

Im Mai 1945 kam Ursula nach Windischeschenbach. Dort lernte sie den Kabarettisten, Schauspieler und Autor Dieter Hildebrandt kennen, dessen Familie durch die Vertreibung aus dem damaligen Schlesien ebenfalls in Windischeschenbach eine neue Heimat gefunden hatte. „Wir haben oft zusammen Karten gespielt, meistens Rommé und Canasta“, erinnert sich die Jubilarin.

„Es ist viel passiert in über 100 Jahren“

1977 zog Ursula zu ihrer Tochter nach Neunkirchen, um näher bei den Enkeln zu sein. Im Alter von 98 Jahren wurde das Eleonore-Sindersberger-Altenheim ihr neues Zuhause. „Ich bedanke mich sehr bei Herrn Reuther und bei dem netten Personal für die gute Behandlung. Ich bin hier sehr gut aufgehoben. Es ist viel passiert in über 100 Jahren. Meinen Lebensabend kann ich jetzt zufrieden und ruhig hier im Heim verbringen“, sagt sie.

Ursula Scholz schenkte ihrem Mann insgesamt zwei Töchter und einen Sohn. Heute hat sie vier Enkel und vier Urenkel. Der Ehemann und auch der Sohn sind bereits verstorben.

In Weiden leben zurzeit fünf Frauen und keine Männer, die älter als 100 Jahre sind.

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