Interview: Wie viel „Mama Bavaria“ steckt in Luise Kinseher – und umgekehrt?

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Weiden. Wie viel „Mama Bavaria“ steckt in Luise Kinseher – und umgekehrt? Aktuell ist Luise Kinseher mit ihrem Bühnenprogramm auf Tour. Auch in Weiden machte sie Halt. 

Von Peter Gattaut 

Der Gustav-von Schlör-Saal in der Weidener Max-Reger Halle war mehr als gut gefüllt. Kein Wunder, wann hat man schon mal die Gelegenheit eine Audienz bei der bayerischen göttlichen „Mama Bavaria“ zu bekommen? Luise Kinseher verstand ihr Handwerk von Anfang an und begeisterte nicht nur in der Rolle der „Mama Bavaria“ ihr Publikum.

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Ob als Ehemann suchende Touristin in Bayern, als angetrunkene „Mary from Bavary“ im Morgenrock oder auch als Jodl und Gesangstalent: Die sympathische Kabarettistin zog alle Register und bewies einmal mehr, welche Vielfalt in ihr steckt. Sie will nicht nur als Mama Bavaria gesehen werden. Wer das aktuelle Bühnenprogramm „Mama Mia Bavaria“ live erlebt hat, weiß auch, dass sie sich darüber wahrlich keine Gedanken machen muss.

Luise Kinseher spielt mit ihrem Publikum, bindet es ein, gibt natürlich als „Mama Bavaria“ göttliche Botschaften von sich und glänzt als Full-Time-Entertainerin. Sie versteht es ernste Politik, eindrucksvolles Weltgeschehen und soziale Ungerechtigkeit als bayerische göttliche Mama, in anspruchsvollen humorvollen Mitteilungen an die verfehlten Kinder zu senden. Immer mit örtlichem Bezug: Sätze wie „Ich fahr‘ gerne nach Weiden in die Oberpfalz, da sind die Sehenswürdigkeiten einfach nicht so erschlagend und man ist schnell wieder im Hotelzimmer“ sorgten für Lacher aber auch für Grummeln im Publikum. Der Spagat zwischen liebevoller Bosheit und göttlichen Botschaften war den ganzen Abend zu spüren.

Luise Kinseher im Interview

Luise Kinseher Bild Martina Bogdahn

„Mama Bavaria“ oder einfach: Kabarettistin Luise Kinseher. 

OberpfalzECHO: Liebe Mama Bavaria – oder sollen wir doch lieber Luise Kinseher sagen. Wie sehr hat Sie die Rolle der göttlichen Mutter in Beschlag genommen? Das aktuelle Bühnenprogramm und auch die neue TV-Sendung im BR tragen den Titel „Mama Mia“ bzw. „Mama Bavaria“, stört es Sie, derzeit auf diese Figur reduziert zu werden?

Luise Kinseher: Ich habe nicht das Gefühl, dass ich nur auf diese Figur reduziert werde. In meinem aktuellen Bühnenprogramm und auch im TV kann man schon noch genug von der Luise sehen (lacht). Mama Bavaria ist für mich eine tolle Rolle oder Figur, mit der ich nach Bayern und die ganze Welt blicken – und auch unverblümt darüber berichten kann. Ich hab mir das ja selber ausgesucht und kann das, wenn ich es nicht mehr möchte, jederzeit wieder ändern.

OberpfalzECHO: Was unterscheidet Luise Kinseher von der Figur Mama Bavaria?

Luise Kinseher: Mama Bavaria ist eine historische Symbolgestalt und die weltliche Patronin Bayerns, die seit über mehreren tausend Jahren über Bayern wacht. Ich bin nur Luise Kinseher, die sich sehr für diese Figur interessiert, sich teilweise damit auch ein wenig identifiziert und sich selber in dieser Rolle Stück für Stück alles hart erarbeiten muss.

OberpfalzECHO: Sie gelten als sehr schlagfertig und redegewandt. Gab es Situationen, die Sie sprachlos machen?

Luise Kinseher: Es gibt natürlich Momente in denen man einfach nur sprachlos ist und nicht gleich seinen Senf dazugeben kann. Das betrifft zu meist aktuelle Meldungen aus der Politik oder dem Weltgeschehen, die man – bevor man sie kommentiert – wirklich erst mal richtig einordnen muss.

OberpfalzECHO: Was bringt Luise Kinseher sofort auf die Palme?

Luise Kinseher: Wenn die Technik bei meinen Auftritten nicht funktioniert

OberpfalzECHO: In Ihrer TV-Talk-Sendung „Mama Bavaria“ geben sich unter anderem Schauspieler und Politiker die Klinke in die Hand. Welches Genre ist für Sie als Moderatorin pflegeleichter?

Luise Kinseher: In meine TV-Show kommen nicht nur Schauspieler oder Politiker sondern auch viele verschiedenen Leute, die einen Bezug zu Bayern haben – demnächst zum Beispiel Rita Falk, die Autorin der Eberhofer-Kult-Krimis oder auch eine Bierbrauerin aus Mallersdorf. Aber mal ehrlich gesagt: Politiker sind schon nicht so einfach zu handhaben. Naja, bei meiner Vorgeschichte (lacht).

OberpfalzECHO: Gibt es schon Pläne für Ihr achtes Bühnenprogramm? Wenn ja wie viel Mama Bavaria beziehungsweise Luise Kinseher wird dort zu sehen sein?

Luise Kinseher: Langsam reiten, Brauner. Mein aktuelles Programm ist erst ein halbes Jahr alt und das geht schon noch eine Zeit lang. Dann brauch‘ ich erst mal eine Pause und dann hoffe ich auf göttliche Eingebungen für mein achtes Bühnenprogramm. So schnell mein Kind, bin ich dann auch wieder nicht (lacht). Da ist echt noch alles offen.

OberpfalzECHO: Welchen Ratschlag oder welche Lebensphilosophie geben Sie Ihren Fans mit auf den Weg? 

Luise Kinseher: „Bloß der Not keinen Schwung lassen“

 

 

Das Interview führte Peter Gattaut. 

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