19 Millionen für Erneuerbare Energien

Anzeige

Grafenwöhr. Stetiger Zuwachs an Mitgliedern, ein steigender Bilanzgewinn, viele Investitionen und eine nachhaltige Förderung des Umweltgedankens prägen die Bürger-Energiegenossenschaft West.

Von Renate Gradl

Neue Energien West Erfolgsgeschichte Erneuerbare Energien Grafenwöhr (1)

Generalversammlung der Bürger-Energiegenossenschaft West in der Stadthalle Grafenwöhr.

[Aufgepasst: Die OberpfalzECHO-App mit Benachrichtigung für deinen Ort!]

Stefan Dötsch, der Aufsichtsratsvorsitzende der Bürger-Energiegenossenschaft, begrüßte rund 200 Mitglieder in der Stadthalle Grafenwöhr zur 10. Generalversammlung. Mit eingeschlossen waren auch die Kollegen der interkommunalen Genossenschaft NEW-Neue Energien West mit Vorstandsvorsitzenden Helmuth Wächter sowie zweiter Bürgermeisterin Anita Stauber. „Die Bürger vor Ort gestalten die Energiewende mit“, freute diese sich, denn es gibt bereits knapp 1.500 Mitglieder.

„Erfolgsgeschichte, die seinesgleichen sucht“

Dötsch nannte die Entwicklung der Bürger-Energiegenossenschaft eine „Erfolgsgeschichte, die seinesgleichen sucht“. Im Jahr 2018 gab es eine Steigerung der Mitgliederzahlen und auch der Bilanzsumme. „In zehn Jahren flossen knapp 19 Millionen in Erneuerbare Energien. Wir können stolz sein, dass Sie, liebe Mitglieder, den größten Anteil daran haben“, so Dötsch, der auch den Gründern der NEW Neue Energien West seinen Dank aussprach. „Diese Herren haben in unserer Region den Grundstein für eine Energiewende gelegt!“

Umweltgedanken nachhaltig fördern

Der Aufsichtsratsvorsitzende nannte die Vorteile der Bürger eG: Es gibt eine Beteiligung nach individueller Leistungsfähigkeit in einer sicheren und soliden Anlageform für die Bürger. Vor allem aber zählt eine nachhaltige Förderung des Umweltgedankens, denn die Energiethemen betreffen uns alle. Das Motto lautet: „Aus der Region für die Region“. Leider entstehen bisweilen Gruppierungen, die in Form von Bürgerinitiativen Windkraft, Photovoltaikanlagen und Wasserkraft verhindern möchten. Die Bürgerenergiegenossenschaft appelliert an die Bereitschaft zur Kommunikation miteinander und nicht übereinander.

 

Sonnen- und Sonderbonus

Gute Neuigkeiten waren der Bilanzgewinn in Höhe von 388.895,35 Euro, der von Vorstand und Aufsichtsrat geprüft wurde. Gegenüber des Vorjahres sei dies eine Steigerung von 15 Prozent. In der Vorstands- und Aufsichtsratssitzung wurde festgelegt, die im Geschäftsjahr 2018 gezeichneten Anteile mit 2,0 Prozent p. a. zu verzinsen. Darüber hinaus gibt es wegen der Wetterlage im vorigen Jahr und der guten Ergebnisse der Photovoltaik-Anlagen einen Sonnenbonus von 0,1 Prozent. Als weiteres Dankeschön für die langjährige Treue der Genossen gibt es außerdem im Jubiläumsjahr einen Sonderbonus von zusätzlich 0,1 Prozent. Insgesamt beträgt die Ausschüttung 2,2 Prozent p. a. für die gezeichneten Anteile. Den Geschäftsbericht verlas Vorstand Johann Mayer.

Intelligente Stromnetze vorantreiben

„CO2 und Klimaschutz sind Themen, denen man nicht ausweichen kann.

Wir können nicht die Welt retten, aber unseren persönlichen Beitrag leisten.

Es ist eine globale Aufgabe unserer Generation, den Ausbau erneuerbarer Energien mit höchster Geschwindigkeit weiter zu betreiben, ein intelligentes Stromnetz mit differenzierten Tarifen zu implementieren und die Entwicklung zur Nutzung der Elektrizität für Power to X, also Gas und Treibstoff voranzutreiben“, plädierte Dötsch. Er tendierte mit einer großen realistischen Vision der Energie-Autarkie bis 2030 voranzutreiben. So könne es eine friedliche Welt auf hohem Lebensstandard geben.

Im Rahmen der 10. Generalversammlung der Bürgerenergiegenossenschaft wurden einige Projekte von Vorstand Johann Mayer genannt. „2018 wurde die Photovoltaikanlage in Troschelhammer mit 749 KWpeak zugebaut. Aktuell befindet sich der PV-Park Eberhardsbühl bei Edelsfels mit 749 kWpeak in Bau sowie der geplante PV-Park Höflas bei Kemnath in der Planungsphase“, so Mayer.

Auch Bernhard Schmidt, der Geschäftsführer der NEW eG (Neue Energien West), berichtete über deren Aktivitäten. Bei den Photovoltaikanlagen gebe es laufende Überwachungen, Service, Wartung und Optimierung ihrer Anlagen. Schmidt nannte den Abschluss beim Umbau am Barbaraberg und von der Projektentwicklung für den PV-Park Höflas-Kemnath. Weitere Projekte seien in der Anbahnungsphase, wie die PV-Anlagen Espenhain, Windischeschenbach und Röthenbach.

Neue Energien West Erfolgsgeschichte Erneuerbare Energien Grafenwöhr Stefan Dötsch

Bernhard Schmidt, Geschäftsführer der NEW eG (Neue Energien West).

Windkraft und E-Mobilität

Der Geschäftsführer der NEW ging auch auf den Sachstand bei der Windkraft ein. „Wegen des Artenschutzes ist derzeit kein Neubauprojekt beim ‚Silberschlag‘ bei Erbendorf möglich. Aber es gibt eine Zusammenarbeit mit der Firma Bögl zum Thema Naturspeicher“, so Schmidt.

In Sachen Elektromobilität geht es voran: unterschriebene Gestattungsverträge gebe es in Grafenwöhr, Schwarzenbach und Altenstadt/WN, in Vorbereitung seien diese in Eschenbach (Wallbox), Pressath und Neustadt am Kulm. „Es gibt auch eine Möglichkeit zur Errichtung eines Nahwärmenetzes für die Gemeinde Trabitz. Gespräche mit den Einwohnern von Trabitz sind geplant“, informierte Schmidt.

Die beiden Gewinnerinnen des PEGA-Preisausschreibens Carmen Longares-Ulrich und Sina Marie Spachtholz ihre Gewinne in Form von Blumen und Essensgutscheinen entgegennehmen.

Neue Energien West Erfolgsgeschichte Erneuerbare Energien Grafenwöhr Carmen Longares-Ulrich und Sina Marie Spachtholz (2)

Die beiden Gewinnerinnen des PEGA-Preisausschreibens Carmen Longares-Ulrich und Sina Marie Spachtholz ihre Gewinne in Form von Blumen und Essensgutscheinen entgegennehmen.

Bilder: Renate Gradl 

Schlagworte:

Deine Meinung dazu!