Neustadt/WN wird Bayerns erste 5G-Modellregion

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Neustadt/WN. Am Mittwoch beschloss der Haushaltsausschuss im Deutschen Bundestag, dass die Projektskizze der OTH Amberg-Weiden noch in diesem Jahr zur Umsetzung gebracht werden soll. Dabei geht es um die Verbindung von 5G-Infrastruktur und der gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.

„Die OTH Amberg-Weiden hat zusammen mit dem Landkreis Neustadt eine innovative Projektskizze zur medizinischen Versorgung eingereicht. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie 5G-Anwendungen die Versorgung im ländlichen Raum künftig ergänzen und damit noch besser machen können.“ erklärt Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht. „Dabei geht es erst mal nicht darum, den Landkreis flächendeckend mit 5G-Infrastruktur auszustatten, sondern herauszufinden, wie man 5G im Gesundheitsbereich bestmöglich einsetzen kann.“

„Ein Riesenerfolg für die Oberpfalz und den Landkreis Neustadt! Die Region gehört zu einer von sechs Regionen in ganz Deutschland, die in diesem Jahr eine Förderung im höheren einstelligen Millionenbereich erwartet“, freut sich der Bundestagsabgeordnete. In den vergangenen Monaten standen Albert Rupprecht und Landrat Andreas Meier immer wieder im engen Austausch mit Verkehrsminister Andreas Scheuer, dessen Ministerium die Federführung hat. Mit Erfolg.

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Datemübermittlung in Echtzeit

Das Projekt zielt nicht darauf ab, dass Patienten künftig nur noch digital betreut werden und keine Ärzte mehr auf dem Land sind. „Das würde auch unserem erklärten Ziel widersprechen durch die Landarztquote wieder mehr Ärzte auf das Land zu bringen“, entkräftet Albert Rupprecht die Sorgen Vieler. Das Gegenteil sei der Fall: „Wir wollen, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt Zuhause in ihrem gewohnten Umfeld leben können und dabei trotzdem medizinisch bestens versorgt sind. Da Daten mit 5G in Echtzeit übermittelt werden, könnten Ärzte den Zustand ihrer Patienten künftig auch aus der Ferne jederzeit im Blick haben und im Notfall schnell reagieren. So müsste zum Beispiel mein Vater nicht sein Zuhause in Waldthurn verlassen, während sein Arzt in Weiden seinen Gesundheitszustand trotzdem jederzeit im Blick hat“, erklärt Rupprecht.

Versorgung vor Ort

In Ausnahmefällen könnte dann aber eben auch der Top-Spezialist aus der Charité in Berlin einen Blick auf die elektronische Patientenakte werfen und die Behandlung mit dem Kollegen vor Ort besprechen. Darüber hinaus bietet der Einsatz von 5G im Gesundheitsbereich noch eine Reihe anderer Möglichkeiten, sogar robotergestützte Operationen durch einen Topspezialisten sind möglich. „Für die beste medizinische Versorgung müssten die Menschen dann nicht mehr weite Wege auf sich nehmen, die Versorgung käme zu ihnen, quasi fast bis vor die Haustür.“ so Rupprecht.

Sechs Modellregionen

Insgesamt fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in diesem Jahr deutschlandweit sechs Modellregionen. Die Region Neustadt konnte dabei mit dem Fokus auf den Gesundheitsbereich überzeugen und ist das einzige Projekt aus Bayern. „Das ist ein weiterer Beleg für die Innovationsfreue und Innovationskraft der nördlichen Oberpfalz.“ so Albert Rupprecht.

Die Umsetzung soll noch in diesem Jahr erfolgen. Über die genaue Höhe der Förderung wird der Landkreis bei Übergabe des Förderbescheids informiert.

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