Hochschule und Kaminkehrer-Handwerk Hand in Hand

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Amberg/Weiden/Mühlbach. Die OTH Amberg-Weiden arbeitet künftig mit dem Aus- und Fortbildungszentrum im Kaminkehrerhandwerk Mühlbach e.V. zusammen.

Kooperation OTH AW Amberg-Weiden Kaminkehrerschule Mühlbach

Hochschule und Handwerk kooperieren. Von links: Michael Hebauer (wissenschaftl. Mitarbeiter OTH Amberg-Weiden), Sabine Märtin (Leiterin OTH Professional), Obermeister Richard Herbst (Vorstandsmitglied Aus- und Fortbildungszentrum Mühlbach e.V.), Prof. Dr. Andrea Klug (Präsidentin OTH), Obermeister Peter Wilhelm (Vorstand Aus- und Fortbildungszentrum Mühlbach e.V.), Obermeister Benjamin Schreck (Vorstandsmitglied Aus- und Fortbildungszentrum Mühlbach e.V.), Bürgermeisterin Carolin Braun (Stadt Dietfurt), Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch (OTH, Leitung KoKWK).  Bild: Steger/OTH Amberg-Weiden

Prof. Dr. Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden, und Schulleiter Peter Wilhelm, Aus- und Fortbildungszentrum im Kaminkehrerhandwerk Mühlbach e.V., haben mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung die Zusammenarbeit offiziell besiegelt. Die wichtigsten Bestandteile der Kooperation: Aus-, Fort- und Weiterbildung im Kaminkehrerhandwerk fördern, Exkursionen zum Kooperationspartner z.B. zu Laborführungen, Zusammenarbeit und Nutzung der Infrastruktur im Rahmen der Berufsbildung, Ausarbeitung und Abstimmung von gemeinsamen Lehr-und Lerninhalten, Forschungsaktivitäten sowie der informelle Austausch und Netzwerkaktivitäten.

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Erst im Mai 2019 wurden die ersten Gespräche zwischen dem Aus- und Fortbildungszentrum im Kaminkehrerhandwerk Mühlbach e.V. und der OTH Amberg-Weiden geführt, mit dem Ziel, den technologischen Wandel im Kaminkehrerhandwerk zu erfassen, Schnittpunkte in der Lehrtätigkeit beider Institutionen auszuloten und ein gemeinsames Aus- und Weiterbildungskonzept zu skizzieren.

Weiterbildung startet im Herbst

Die Kooperationsvereinbarung legt den Grundstein für eine langfristige und gegenseitig gewinnbringende Partnerschaft. „Vor dem Hintergrund der Energiewende und den damit verbundenen technologischen Wandel im Berufsbild des Kaminkehrers/der Kaminkehrerin wollen wir mit unserer Infrastruktur und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Weiterbildungsbereich unterstützen“, so die Präsidentin bei der Vertragsunterzeichnung.

Im September 2019 soll die erste Weiterbildungsmaßnahme im Bereich der Emissionsmessung an Blockheizkraftwerken in Amberg am Kompetenzzentrum für Kraft-Wärme-Kopplung (KoKWK), an dem die Kooperation fachlich angebunden ist, stattfinden. Die angehenden Meister und Meisterinnen nehmen Messungen an modernster Technik vor und integrieren somit High-End-Technik und Verfahrung zur Überprüfung und Instandhaltung in ein traditionell geprägtes Berufsbild.

Fruchtbarer Boden

Das Kaminkehrerhandwerk ist einer der wenigen Berufe, die ihrem Titel und ihrer Zunft seit dem 18. Jahrhundert treu bleiben, aber dennoch mit der Zeit gehen. „Das Schornsteinfegen und die Abnahme von Feuerungsanlagen bleiben eine Kernaufgabe, doch seit der Jahrtausendwende kamen viele neue Aufgaben hinzu, wie das Erstellen von Energieausweise für z.B. Wohngebäude, Emissionsmessungen bei Feuerungsanlagen, Wartung und Inspektion von Lüftungs- und Klimaanlagen, um nur wenige zu nennen“, sagt Obermeister und Schulleiter Peter Wilhelm.

Das Know-how des KoKWK und die Infrastruktur der OTH Amberg-Weiden seien für die unterschiedlichen Berufsfelder des Kaminkehrerhandwerks fruchtbarer Boden. „Umgekehrt benötigen die Ingenieur*innen für neue Forschungsvorhaben wie zum Beispiel zur Einschätzung und Optimierung spezieller Feuerungsanlagen die Expertise des Kaminkehrerhandwerks für neue Forschungsvorhaben“, so Prof. Dr. Markus Brautsch, Leiter des Kompetenzzentrum für Kraft-Wärme-Kopplung (KoKWK).

Begleitet werden die Forschungsvorhaben und Weiterbildungsmaßnahmen vom Kaminkehrermeister und wissenschaftlichen Mitarbeiter am KoKWK M.Eng. Michael Hebauer, der beide Seiten in seinem Werdegang vereint. Bei der Durchführung, Weiterentwicklung und Koordinierung unterstützen die Weiterbildungsinstitution OTH Professional und das vom Freistaat Bayern geförderte Projekt Bildungsregion Nordoberpfalz (BRiNO).

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