Meilenstein in der chirurgischen Entwicklung

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Weiden. Roboterassistierte Chirurgie ist zwar noch lange nicht in allen Bereichen Standard, nimmt aber kontinuierlich im Hinblick auf Qualitätsmerkmale moderner OP-Zentren an Bedeutung zu. Das Klinikum Weiden trägt dieser Entwicklung frühzeitig Rechnung und erhöht für seine Patienten mit der Einführung der OP-Robotik das Angebot an operativen Behandlungsmöglichkeiten deutlich.

Da Vinci Klinikum Weiden Roboter Opertaion

Sie operieren am Klinikum Weiden mit dem modernsten Equipment: Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer (Chefarzt der Urologie), Oberarzt Dr. Martin Sonnek, Prof. Dr. Theodor Klotz (Chefarzt der Urologie) und Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl (Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie) führen viele Operationen mit dem neuesten Modell des Da Vinci Systems durch. Foto: Kliniken Nordoberpfalz AG, Michael Reindl.

Für die Patienten bedeutet das: noch präzisere Eingriffe mit weniger Blutverlust und häufig auch weniger Schmerzen. Seit einigen Monaten ist nun der OP-Roboter „da Vinci Xi“ im Einsatz – die erste Bilanz fällt mehr als positiv aus.

Das OP-Roboter-System „da Vinci Xi“ setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen: einem Stativ mit vier Armen und integrierter hochauflösender 3-D-Kamera, an denen die benötigten Instrumente befestigt werden können, einem Videoturm zur Verarbeitung der Bildinformationen und einer Kontrollkonsole, über die der Operateur die Instrumente und Arme höchstpräzise steuern kann. Auch der OP-Tisch ist beweglich und reagiert synchron mit den Armen auf die Weise, wie es während einer Operation benötigt wird.

Noch genauere OPs

„Das System kombiniert die Vorteile der offenen Chirurgie mit denen der minimal-invasiven Chirurgie. Das bedeutet, dass Operationen noch genauer durchgeführt werden können und Patienten sich dadurch schneller erholen“, betonen Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer, Prof. Dr. Theodor Klotz (Chefärzte der Klinik für Urologie), Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl (Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie) und Dr. Martin Sonnek (Oberarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie). Sie führen am Klinikum Weiden derzeit die Operationen mit dem da Vinci-System durch.

„Auch wenn es OP-Roboter heißt: es steuert noch immer ein Mensch. Aber das System entlastet den Operateur enorm und bietet das bestmögliche Ergebnis – ein klarer Mehrwert für alle“, so die vier Operateure des Klinikums Weiden.

Das System muss dabei als verlängerter Arm des Operateurs verstanden werden. Durch eine zehnfache Vergrößerung und eine 3-D-Ansicht an der Kontrollkonsole hat der Operateur dabei genau das im Blick, was nötig ist, um Schnitte zu setzen oder Nähte anzubringen – nur eben präziser und genauer als es mit anderen OP-Methoden möglich wäre. Zudem sind die Bewegungen der Instrumente in allen drei Achsen möglich, so dass beispielsweise auch „um ein Organ herum“ operiert werden kann. Bei einem minimalinvasivem Eingriff ist dies aufgrund der starren Instrumente nicht in diesem Maße möglich.

Viel Training für Ärzte und Pfleger

Weil das da Vinci-System letztlich ein hochtechnisches Werkzeug für den Operateur ist, muss der Einsatz entsprechend gelernt werden – so auch am Klinikum Weiden. Der Schulungsaufwand dafür betrug rund ein halbes Jahr: mehrere Monate wurden Übungsszenarien mit dem Gerät absolviert, Abläufe in Schulungszentren in Frankreich und Belgien einstudiert und bereits mit dem System vertraute Operateure in deren Kliniken, zum Beispiel in Worms oder Stuttgart, besucht und dort neues Wissen angeeignet.

Doch nicht nur die Ärzte, sondern auch die Pflege war gefordert, sich mit dem neuen System vertraut zu machen und entsprechende Schulungen zu absolvieren. Denn am Ende sind Operationen mit dem da Vinci eine Teamleistung – so wie alle anderen Operationsmethoden auch.

Am 10. April fand die erste Operation am Klinikum Weiden statt. Und bereits jetzt kann das gesamte Spektrum der mit dem da Vinci umsetzbaren Operationen bereits fast vollständig abgebildet werden. Bisher wird der Roboter in der Allgemeinchirurgie und der Urologie genutzt, zukünftig folgt dann auch der Einsatz in der Gynäkologie.

2,6 Millionen Investition

Rund 2,6 Millionen Euro hat die Kliniken Nordoberpfalz AG (unter Nutzung von Fördermitteln) für das neue System investiert. „Es ist nicht nur, aber insbesondere auch eine strategische Investition in die Zukunft. Roboterassistierte Operations-Systeme werden der Standard in den OP-Sälen werden. Je früher daher unsere Experten damit zu arbeiten beginnen, umso besser!“, erklärt der Ärztliche Direktor der Kliniken Nordoberpfalz AG, Dr. Thomas Egginger. „Vor allem sind wir sehr dankbar für das enorme Engagement unseres gesamten „Roboterteams“. Was unsere Chefärzte und OP-Pflegekräfte bei der Einführung geleistet haben, ist sensationell! Die besten Operateure haben jetzt die beste Technik – und daraus entstehen die bestmöglichen Ergebnisse für unsere Patienten.“

Mit dem bisher vorhandenen Hybrid-OP sowie einem Saal mit dem hochtechnischen integrierten OP-Saal bewegte man sich am Klinikum Weiden bereits vor der Investition in den OP-Roboter auf höchstem technischem Niveau – dieses wurde jetzt noch einmal gesteigert. „Mit dem da Vinci Xi und den bestehenden Möglichkeiten bewegen wir uns teilweise auf einem höheren Niveau als manche Universitätskliniken“, bestätigen die vier Operateure am Klinikum Weiden.

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Ein Kommentar

  1. Bettina schreibt:

    Ich weiß nicht so recht, aber Menschen ( Ärzte )
    Hand wäre mir lieber. Deswegen stehe ich aber der Entwicklung nicht negativ entgegen.

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