Gewalt ist nur der letzte Schritt

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Bärnau. Trotz durchwachsenem Wetter am Wochenende fanden sich zahlreiche Besucher im Geschichtspark Bärnau-Tachov ein, um den Geschehnissen von Krieg und Frieden im Mittelalter auf die Spur zu gehen. Das Programm des diesjährigen historischen Militärmanövers im Geschichtspark Bärnau-Tachov hielt für Jung und Alt Spannendes bereit.

Viele Besucher staunten im Geschichtspark Bärnau über die unterschiedlichen mittelalterlichen Kampfszenen.

Maik Elliger, selbst Darsteller im Geschichtspark, moderierte die Vorführung verschiedener Rüstungen und Kampftechniken vom Früh- bis zum Spätmittelalter. Er beschäftigt sich selbst seit Jahren mit diesem Thema, ebenso wie die anderen Darsteller, die in diversen Rüstungen beeindruckten.

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Vorurteile begraben

Das ein oder andere, durch Bücher und Filme im Kopf gefestigte Bild von Ritterkämpfen mussten die Besucher an diesem Wochenende begraben. Denn das historische Militärmanöver möchte nicht nur unterhalten, sondern auch mit Vorurteilen aufräumen und den Besuchern einen authentischen Einblick in das Mittelalter geben.

Ritter waren an diesen Tagen allgegenwärtig im Geschichtspark.

Ritter waren an diesen Tagen allgegenwärtig im Geschichtspark.

Kämpfe im Mittelalter

Beeindruckt waren die meisten von den durchgeführten Schnitttests: Dabei demonstrierten erfahrene Kämpfer mit echten Waffen, wie leicht Schwert, Speer, Axt und Pfeil schwere Verletzungen verursachen können und welche Auswirkungen diese im Mittelalter auf die Menschen hatten. Denn allzu leicht vergisst man bei den launigen, teilweise choreographierten heutigen Schlachtdarstellungen mit stumpfen Schwertern und dicker Panzerung die tatsächlichen Folgen.

Schnitttest an einer Schweinhälfte verdeutlichten den Besuchern welche Auswirkungen eine Verletzung durch Speer, Pfeil und Schwert anrichten konnten.

Schnitttest an einer Schweinhälfte verdeutlichten den Besuchern welche Auswirkungen eine Verletzung durch Speer, Pfeil und Schwert anrichten konnten.

Handwerkstechnisch hochbegabt

Auch auf der Reisestation Kaiser Karl IV. war einiges geboten: Steine spalten, Mauern, Balken behauen und das alles per Hand wie im 14. Jahrhundert. „Die Besucher sind immer beeindruckt, wenn sie die alten praktizierten Handwerkstechniken sehen“, sagt Robert Mois, der als Steinmetz im Team immer gerne eine spontane Führung für Interessierte einbaut.

Der Kran, der nach mittelalterlichem Vorbild gebaut wurde, ist dabei meist das Highlight für Jung und Alt. Beim Kinderfest am 08.09. bekommen dieses Jahr auch Besucher die Möglichkeit den Kran zu bedienen und 300 Kilogramm mit der Hand zu bewegen.

Was richten Pfeil und Bogen für Verletzungen an? Auch das demonstrierten die Ritter beim Militärmanöver im Geschichtspark.

Was richten Pfeil und Bogen für Verletzungen an? Auch das demonstrierten die Ritter beim Militärmanöver im Geschichtspark.

Schnitttest an einer Schweinhälfte verdeutlichten den Besuchern welche Auswirkungen eine Verletzung durch Speer, Pfeil und Schwert anrichten konnten.

Bilder: Geschichtspark Bärnau 

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