Trainingssimulation schult Feuerwehrkräfte

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Vohenstrauß/Neuhaus/Neustadt/WN. Die Sirenen schrillen, das Blaulicht flackert: Einsatzkräften wird jetzt volle Konzentration abverlangt. Damit die Retter im Einsatzort sicher ankommen – muss auch der Fahrer des Feuerwehreinsatzfahrzeugs für alles bereit – und richtig geschult – sein. 

Feuerwehr Fahrsicherheitstraining Maschinisten Symbolbild Symbol

Ein Lehrgangsteilnehmer beim Absolvieren einer Einsatzfahrt im Fahrsimulator. Bild: Kreisbrandinspektion Neustadt/WN.

Dass Feuerwehr-Einsatzkräfte samt Fahrzeug sicher beim Einsatzort ankommen, liegt ganz in der Verantwortung des Fahrers. Der Landesfeuerwehrverband Bayern bietet für seine Mitglieder ein einzigartiges Trainingsangebot für Maschinisten: Die erfolgreiche Kooperation zwischen Versicherungskammer Bayern und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern und Integration nennt sich „Sondersignal-Fahrt-Trainer – kurz: SFT.

Ein Fahrsicherheitstrainer für ganz Bayern

Die ersten Fahrzeugführer im Landkreis trainierten erstmals zusammenhängend im Feuerwehrgerätehaus Vohenstrauß sowie im Katastrophenschutzzentrum des Landkreises in Neuhaus. „Insgesamt 65 Maschinisten wurde mit dem Fahrsimulator ausgebildet“, berichtet Kreisbrandrat Marco Saller.

Er und sein für die Ausbildung der Maschinisten zuständige Kreisbrandinspektor Martin List hatten den SFT für zwei Wochen im Landkreis: „Der Einsatz beim LFV hat sich gelohnt. Man muss bedenken, dass ein Fahrsicherheitstrainer gesamt Bayern abdeckt und die Ausbildungsspitzen durch eine Trainerin aufgefangen werden müssen“, wie sie erklären. Ein Fahrsicherheitstrainer unterrichte nicht 52 Wochen, da entsprechend die Nettowochen im Kalenderjahr (Urlaub, unterrichtsfreie Zeiten etc.) betrachtet werden müssen – bei 44 Nettoausbildungswochen und 96 Kreisverwaltungsbehörden sei es in der Regel unwahrscheinlich den SFT
einsetzen zu können“.

Unfallrisiko mit Blaulicht achtmal so hoch

Das Übungsobjekt ist wichtig, da Einsatzfahrten mit Blaulicht und Martinhorn in der Regel mit einen höheren Unfallrisiko verbunden sind. „Das ist achtmal so hoch“, ergänzt Saller. Das Verhaltenstraining trägt zur Sicherheit der Fahrzeugführer bei. Das Tagesseminar umfasst einen Theorieteil sowie verschiedene praktische Einsatzfahrten im Simulator. Als wichtigste theoretische Grundlagen zählen die Straßenverkehrsordnung, die rechtlichen Grundlagen zu Sonder- und Wegerechten, als auch die Entwicklung von Fahrstrategien.

In den praktischen Übungsfahrten werden zu dem Fehlindikatoren eingebaut, die den Fahrzeugführer entsprechend fordern. Störfaktoren bei Einsatzfahrten können vielseitig sein: Verkehrsräume zum Beispiel Landstraßen, Autobahnen, Stadtverkehr, aber auch das unvorhersehbare Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer oder Sichtbehinderungen. „Die Teilnehmer sollen für plötzliche Ereignisse und Gefahrenwahrnehmungen sensibilisiert werden“, sagt Saller.

Die Übungsteilnehmer bewerten das Fahrtraining einstimmig positiv. Fahrtrainerin Sandra Reichert von der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg gibt außerdem persönliches Feedback zur Videoanalyse. „Für den täglichen Einsatzdienst nehmen alle Teilnehmer eine neue Erfahrung mit“, fasst Saller zusammen.

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