Mittelalter zum Anfassen

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Neustadt/WN. Der Vortrag von Jörg Krämer im Jubiläumsjahr wurde zu einem Renner. Nun wurde er wiederholt, und der Erfolg gab dem Museumsverein recht. Wieder kamen über 50 Interessierte ins Foyer des Rathauses um sich auf die Spuren ehemaliger Siedlungen zu begeben. Unter ihnen auch einige Bewohner der kleinen Ortschaft Mühlberg, die immer wieder sehr interessante Hinweise geben konnten.

Von Bernhard Knauer

Vortrag von Jörg Krämer Mittelalter

Jörg Krämer (links im Bild) erläutert einem Teilnehmer des Vortrages Details aus seinem Buch „Ego Heinricus, dictus comes de Altendorf“. Foto: Bernhard Knauer

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Im Nachgang zum Festvortrag im November 2018 wurde geplant, eine Wanderung zu diesen verschwundenen Ortschaften um Mühlberg durchzuführen. Doch vorher sollte noch einmal daran erinnert werden, um was es letztendlich gehen wird. Zusammen mit dem OWV und dem Oberpfalzverein hatte Bernhard Knauer vom Museumsverein diesen Abend organisiert und die Plätze reichten auch in diesem Jahr nicht.

Der Altenstädter Ortsheimatpfleger Jörg Krämer beleuchtete zunächst die Gründungen der Ortschaften Altenstadt und Neustadt in der Zeit um das Jahr 1218. Krämer verstand es in seinem Vortrag beeindruckend Details verständlich und nachvollziehbar darzustellen.

Viert älteste Stadt im Nordgau

Ausgehend von der Urkunde aus dem Jahr 1218, ausgestellt in Nabburg, erläuterte der Referent zunächst, wer alles diese Urkunde bezeugte. Dabei hatte er auch ein Bild der Urkunde aus dem Hauptstaatsarchiv dabei. Die Grafen von Sulzbach verpfändeten zur damaligen Zeit die Burgen von Parkstein und Flossenbürg.

„Der Weg über die Waldnaabfurt bei Altenstadt / Neustadt war die kürzeste Verbindung zwischen den Besitzungen in Parkstein und an der Burg an der Grenze zu Böhmen. Dadurch gewann diese Herrschaft um Altenstadt / Neustadt an Bedeutung.“ Krämer erklärte verständlich den Aufbau der damals ausgestellten Urkunden und stellte fest, dass Neustadt die viert älteste Stadt im Nordgau, nach Amberg, Nabburg und Cham sei.

Neustädter bringen sich ein

Dann ging er auf die Details zu dieser Urkunde ein, auf die Ortschaften, Siedlungen, die darin erwähnt wurden. Anhand von Flurkarten und alten Katasterauszügen konnte er nachvollziehbar erklären, wo sich die Siedlungen wie Traindorf, Egerdaeh oder auch Pulenruth oder Tenkinreuth befinden oder befanden.

Interessant dabei waren immer wieder die Bemerkungen der Bewohner der Ortschaft Mühlberg, die interessiert den Vortrag verfolgten. Sie konnten nicht nur die Ausführungen von Krämer bestätigen, sondern auch noch weitere Hinweise geben.

Viele neue Details zur Geschichte rund um Neustadt wurden an diesem Abend bekannt.

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