Sie beweist Durchsetzungsvermögen in Männerdomäne – mit 11 Jahren!

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Grafenwöhr. 1966 durchbrach sie als Elfjährige die Männerdomäne. In den letzten fünf Jahrzehnten prägte sie den Spielmannszug. Jetzt wurde die „Spielmannszug-Mama“ Petra Melchner ausgezeichnet.

Von Renate Gradl

Petra Melchner Gradl 50 Jahre Spielmannszug Grafenwöhr erstes Mädchen

„Spielmannszug-Mama“ Petra Melchner (Mitte) hält die Mitglieder seit 50 Jahren zusammen. Für ihren Einsatz danken Isabelle Schmidt (links) und Tambourmajorin Melanie Kappl.

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Der Ehrung für 50 Jahre im Spielmannszug ging ein 20-minütiger Film voraus, bei dem einige „Kinder“ der Spielmannszug-Mama ein rührendes Geschenk machten. „Vielen Dank für Deine Arbeit“ oder „Petra, deine Welt ist der Spielmannszug“ hieß es da unter anderem.

Tambourmajorin Melanie Kappl hielt danach Rückblick. „Petra war von ihrer Idee, im Spielmannszug zu musizieren, nicht mehr abzubringen. Alois Gradl, der damalige erste Vorsitzende der Feuerwehr, schaffte es erst nach mehreren Anläufen, die Führung von ihren Vorbehalten gegen das weibliche Geschlecht abzubringen und erlaubte schließlich, dass Mädchen beitreten durften.“

Petra akquiriert Spielmannszugnachwuchs

Anfangs spielte Melchner nur Spielmannsflöte. In den 70er Jahren war sie Ausbilderin und stellvertretende Tambourmajorin. Nach 25-jähriger Mitgliedschaft legte sie eine dreijährige Pause ein, war aber stets der „gute Geist im Hintergrund“. „Dass unsere Petra jedoch zum Spielmannszug gehört, wie der Wasserturm nach Grafenwöhr – davon konnten sie die Musiker 1993 überzeugen“, so Kappl bei ihrer Laudatio.

Melchner widmete sich damals der Ausbildung und Betreuung der Mitglieder sowie einer gigantischen Werbekampagne, die 33 potentielle Jungmusiker mit sich brachte. 2002 erhielt Melchner für ihren unermüdliche Einsatz die Bundesverdienstmedaille. „Du hast Generationen von jungen Musikern das Flötenspielen gelehrt und die Tambourmajore sowie Betreuer stets mit Rat und Tat unterstützt

Dein Einsatz um den Zusammenhalt der Musiker untereinander ist beispiellos. Für deine Treue, Leidenschaft, Herzblut und deine Liebe für den Verein sagen wir danke“

so Kappl.

Zu Tränen gerührt

Ihre Tränen der Rührung konnte Melchner nicht zurückhalten. „Wollt ihr mich denn überhaupt noch haben?“, fragte sie die Mitglieder des Spielmannszuges. Stellvertretend für alle gab Alexander Richter, Vorsitzender der Feuerwehr und Kommandant, die Antwort: „Wir wollen dich da haben!“

Es steckt Herz-Elan dahinter. „Ich bin stolz, dass bei der großen Familie Spielmannszug das Leben in Ordnung ist“. Sein Wunsch: „Macht’s alle weiter, wie die Petra.“

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