Brandstifter raubten ihre Existenz

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Grünau bei Luhe. Anna Müller steht vor einem Scherbenhaufen: Brandstifter haben die Existenz der Seniorin zerstört. 

Von Hans Meißner 

Anna Müller Grünau Brandstiftung Bild

Anna Müller ist 64 Jahre. Brandstifter legten ein Feuer an ihrem Hof in Grünau. Wie geht es jetzt weiter? Bild: Hans Meißner

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Sitzt man Anna Müller aus Grünau gegenüber, erahnt man zunächst nicht, welches Schicksal sie vor wenigen Wochen erleiden musste: Brandstifter haben ihren Hof in Grünau in Flammen gesetzt, das Feuer hat ihren Lebensinhalt völlig zerstört. „Ich weiß noch nicht, wie es weiter geht“, sagt sie selbst.

Die Brandserie hielt die Rettungskräfte der Nordoberpfalz wochenlang in Atem. Zum Glück sind drei tatverdächtige Brandstifter gefasst – Burschen im Alter von 18 bis 19 Jahren. Viele Landwirte und Einsatzkräfte dürften seither wieder ruhiger schlafen.

Ein Leben in Grünau – Brand raubt alles

Brand Grünau Brandserie

Einsatzkräfte waren stundenlang im Einsatz, um zu retten, was zu retten ist.

Anna Müller haben die Folgen des Feuers schwer erwischt. Ihre nicht mehr eigens genutzte Hofstelle raubten die Flammen, was dem Feuer nicht zum Opfer fiel, machte das Löschwasser – zumindest für unabsehbare Zeit – unbewohnbar. Anna Müller kommt zunächst bei Verwandten in Wernberg unter, aktuell lebt sie in Trausnitz.

Wann und ob sie jemals in ihr Haus zurückkehren kann, steht noch in den Sternen, wie sie erzählt.

„Ich habe einen großen Teil meines Lebens in Grünau verbracht“, so die Seniorin. Sie kam nach Grünau, als sie ihren Mann Josef Müller (Hausname Dirnberger) heiratete. Gemeinsam mit ihm und ihrer Schwiegermutter bewirtschaftete sie die bescheidene Landwirtschaft. Ihren Lebensabend – Anna Müller ist 64 Jahren alt – wollte sie hier verbringen. Trotz schwerer Gehbehinderung meisterte sie ihren Alltag, schaffte es mit Bescheidenheit, Humor und unbändigem Willen durch’s Leben. Das Feuer verändert alles.

„Ich hätte nicht rechtzeitig das Haus verlassen können“

Anna Müller Grünau Brandstiftung

„Von einer Sekunde auf die andere ist alles anders gekommen“, erinnert sich Anna Müller. Als der Brand ausbrach, sei sie noch der Meinung gewesen jemand würde ein Fest feiern und Feuerwerksraketen zünden. Dem war aber nicht so: Was sie hörte war das Zerbersten der Eternitdächer auf ihrem Hof.

„Wäre der Brand im Wohnhaus ausgebrochen, ich hätte wegen meiner Behinderung nicht rechtzeitig das Haus verlassen können“, sagt die 64-Jährige. „Eigentlich darf ich dankbar sein, dass es noch glimpflich ausgegangen ist – zumindest, was mein Leben betrifft“.

Jeden Tag ein Gedanke: „Wie geht es weiter?“

Die Frage, wie es weiter gehen soll, stellt sich die Brandleiderin tagtäglich. Die Versicherungsgesellschaft habe sich schon gemeldet und der Bauernverband seine Hilfe angeboten. Voraussichtlich werde alles bezahlt, erklärt die Grünauerin. „Aber was wird aus meinem Haus?“

Großartige Hilfe

Trotz allen schaut die sympathische Seniorin zuversichtlich in die Zukunft. Ihr Dank gilt vor allem allen Einsatzkräften vor Ort, ob zahlreichen Feuerwehren, Technischem Hilfswerk oder rotem Kreuz: „Ich bin unheimlich dankbar für ihren großartigen, selbstlosen Einsatz in dieser Nacht“.

Spontane Unterstützung erfuhr Anna Müller auch von der Grünauer Bevölkerung: „Es tut selbst in solch einer Situation gut zu wissen, dass man sich auf Menschen verlassen kann. Ich würde für alle Einsatzkräfte und alle, die mich unterstützt haben oder noch unterstützen, ein großes Fest geben. Leider reichen hierfür meine finanziellen Mittel nicht. Es muss deshalb ein herzliches Vergelt’s Gott reichen“.

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