Junge Assistenzärztin zeigt: Neue Behandlung rettet Leben

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Tirschenreuth/Weiden. Eine neue Behandlungsmethode bei Meserterialinfarkt – einer Durchblutungsstörung des Darms – verbessert deutlich die Überlebenschancen der Patienten. Diese These bestätigt Julia Bayer, angehende Fachärztin, in ihrer Doktorarbeit.

Doktorarbeit Julia Bayer Mesenterialinfarkt Klinikum Weiden

Julia Bayer hat für ihre Doktorarbeit den akuten arteriellen Mesenterialinfarkt – einen Verschluss der darmversorgenden Gefäße – in den Mittelpunkt gestellt. PD Dr. Thomas Finkenzeller (links) und Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl gratulieren der Assistenzärztin zu ihrer Arbeit. Foto: Kliniken Nordoberpfalz AG/Michael Reindl.

Der Mesenterialinfarkt ist per Definition eine Durchblutungsstörung des Darms, der durch Gerinnsel oder Gefäßverkalkungen an den Schlagadern des Darmes verursacht werden kann. Kommt es zu einem Verschluss dieser Darmschlagadern, besteht höchste Lebensgefahr.

Doch durch die innovative Diagnostik und Behandlung eines Mesenterialinfarkts können viele Patientinnen und Patienten gerettet werden. Das zeigt auch die Doktorarbeit von Assistenzärztin Julia Bayer. Sie absolviert derzeit in der Klinik für Innere Medizin am Krankenhaus Tirschenreuth ihre Facharzt-Weiterbildung in der Allgemeinmedizin.

Für ihre Doktorarbeit „Akuter arterieller Mesenterialinfarkt“ verglich sie die Versorgung von Patienten am Klinikum Weiden aus den Jahren 2007 bis 2015 miteinander, deren darmversorgende Gefäße verschlossen waren und die entsprechenden Diagnostik- und Behandlungsarten. Das Ergebnis: „Bei einem arteriellen Mesenterialinfarkt ist eine Kombination aus chirurgischer und radiologischer Behandlung die beste Lösung“, sagt Julia Bayer.

Neue Methode rettet Leben

Ein Ergebnis, das auch Chefarzt Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl und PD Dr. Thomas Finkenzeller, Leiter des Neuroradiologischen Zentrums Nordostbayern so bestätigen. „Zur Diagnostik und Behandlung gehört ein Multislice CT und eine interventionelle Revaskularisation, also eine Gefäßwiederherstellung beziehungsweise -öffnung. Dabei wird zunächst ohne eine Operation über die Leiste in das Gefäßsystem eingedrungen und die Darmschlagadern so wieder durchgängig gemacht“, erklären die Ärzte.

Bei Bedarf können dabei auch Stents eingesetzt werden. „Mit dieser neuen Methode können mehr als 50 Prozent der Patienten bei einem akuten arteriellen Mesenterialinfarkt überleben, während bei der herkömmlichen Technik rund 80 Prozent der Betroffenen versterben.“

Beide Ärzte gratulieren ihrer jungen Kollegin zur Doktorarbeit.

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