Kolumne Eric Frenzel: Weltcup-Wind in Finnland

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Flossenbürg. Der Winter steht vor der Tür – und mit ihm der Wintersport. Auch in diesem Jahr nimmt uns Eric Frenzel mit in die Welt der Nordischen Kombinierer. Seit 2016 berichtet er schon in seiner Kolumne für OberpfalzECHO.

Von Eric FrenzelEric Frenzel Kolumne 2018 Weltcup Nordische Kombinierer

„Alle Jahre wieder, beginnt der Weltcupwinter der Kombinierer im finnischen Kuusamo und das nicht gerade zur Freude der Athleten. Denn dieser Weltcup-Ort liefert zu dieser Jahreszeit auf Grund der klimatischen Rahmenbedingungen Windverhältnisse, die selbst von unseren Windmonitoren nicht richtig in den Griff zu bekommen sind.

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Den Wind im Blick

Für den Athleten ist der Windmonitor neben dem eigenen Trainer, der den Springer abwinkt und ihm das Signal gibt, sich in die Spur zu setzen, das wichtigste Instrument zur Einordnung der Windverhältnisse. Ob Aufwinde am Schanzentisch angezeigt werden, die einen gut ins Tal tragen oder seitliche Böen, auf die man sich dann einstellt, immer ist der Monitor eine gute Versicherung, ein gutes Orientierungssystem für den Athleten.

Alle vergangenen Kolumnen von Eric Frenzel seit 2016, von Weihnachten in Floss bis zu den Beiträgen seiner Frau Laura während der Olympischen Spiele, findet ihr im Kolumnen-Überblick.

Nur dann nicht, wenn die sechs Windpfeile des Systems den Wind aus sechs verschiedenen Richtungen anzeigen und den Springer etwas ratlos in die Weite des Skisprungstadions schauen lassen. Wenn er in einem solchen Fall, dann vom Trainer herabgewunken wird, dann, ja dann fühlt man sich wirklich als Spielball der Natur und der Gewalten, die eben doch nicht immer gut beherrscht werden können.

Gute Form – schlechter Wind

So war es wieder einmal mehr eine Windlotterie in Kuusamo, die mich mit sehr gemischten Gefühlen über Helsinki und München nach Flossenbürg nach Hause geschickt hat. Die gesamte Vorbereitungszeit meinerseits war von guten bis sehr guten Sprüngen geprägt und ich war voller Hoffnung nach Finnland angereist.

Sowohl im Sommer als auch in der gesamten unmittelbaren Saisonvorbereitung haben mein Heimtrainer, Frank Erlbeck und ich, uns ein gutes Sprungsystem erarbeitet und auch entsprechend performt. Ich war bereit, dies in den ersten Weltcuprennen auch umzusetzen. Zusammen mit meiner ebenso guten Laufform wollte ich gleich zum Saisonstart den norwegischen Mannen um Jan Magnus Riiber Paroli bieten. Wie so oft in meiner Karriere haben mir die finnischen Winde um Kuusamo wieder einmal mehr einen Strich durch meine Flüge gemacht.

Wahrer Weltcup-Start in Lillehammer

Läge nicht Kuusamo hinter mir, wäre es wohl ein kleiner Dämpfer zum Saisonstart. Die Ereignisse vom letzten Wochenende sind aber schlicht anders einzuordnen. Das Sprungsystem ist in Ordnung, die Laufform auch. Die Kunst liegt nun darin, das Wochenenderlebnis schnell auszublenden, es als unvorhergesehenes Ereignis einzuordnen und auf den wahren Weltcup-Start in Lillehammer zu schauen.

In München angekommen, setze ich mich ins Auto, unterhalte mich mit meinem Mannschaftskameraden immer noch – aber jetzt mit einem Lächeln – über den Windmonitor von Kuusamo, um dann auch wirklich schon langsam in Gedanken an die Planungen für die Reise nach Lillehammer zu sein.

Herzlichst Euer Eric“Eric Frenzel Kampa Witron WerbebannerWerbebanner Eric Frenzel Kampa Witron

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