Das „Schlüsselloch“ bleibt dunkel

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Weiden. Fünf Weidener Schulen und das Jugendzentrum hatten sich ihr Projekt so schön ausgemalt und viel investiert, dann kam das Aus für das Leuchtturmprojekt.

Von Udo Fürst

JUZ Team, Theresa Sowa-Meier, Julia Zimmermann, Florian Vogl

Theresa Sowa-Maier, Julia Zimmermann und Florian Graf (von links) vom Jugendzentrum sind enttäuscht über das Aus ihres „Schlüsselloch“-Projekts. Foto: Jürgen Wilke

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Die Enttäuschung bei den Beteiligten ist riesengroß. Überraschend hat der Bayerische Jugendring (BJR) im November seine zugesagte Kostenübernahme für das Projekt „Durchs Schlüsselloch geschaut – Wer bin ich? Was kann ich? Was macht mich aus?“ der Weidener Jugendkultur-Reihe zurückgezogen. Dabei hatten sich die Veranstalter mächtig ins Zeug gelegt und mit ihrem Konzept den BJR so überzeugt, dass dieser die Kosten von 30.000 Euro übernehmen wollte.

Wenig Hoffnung

In einer dreijährigen Veranstaltungsreihe sollten Weidener Jugendliche ihre Träume und Ängste schildern – in Theaterstücken, mit Bildern und Musik. Nach nur zwei Aktionen musste Betreuerin Julia Zimmermann vom Jugendzentrum auf die Bremse treten. Der Bayerische Jugendring hat die zugesagten Mittel für die Jahre 2020 und 2021 völlig überraschend gestrichen.

Unter Federführung des Jugendzentrums arbeiten bei dem Projekt fünf Weidener Schulen sowie der Verein „Das magische Projekt“ zusammen. 8.000 Euro seien für die Aktionen 2019 geflossen, berichtet Zimmermann. Sie hat wenig Hoffnung, dass es auch die restlichen 22.000 Euro noch geben wird. „So wie es aussieht, wird daraus nichts“, bedauert auch Florian Vogel, Vorsitzender des Stadtjugendrings (SJR). „Da wird ein Förderprojekt abgelehnt, obwohl es als förderwürdig erachtet wird. Grund sind die Finanznöte des Bayerischen Jugendrings.

Er braucht das Geld, um die eigenen Mitarbeiter zu bezahlen. Die Staatsregierung habe dem BJR zwar viereinhalb neue Stellen genehmigt, aber Steigerungen bei den Personalkosten nicht berücksichtigt. Nun fehlten insgesamt circa zwei Millionen Euro. Der BJR müsse deshalb Geld von Förderprogrammen abziehen, die eigentlich der Basis zugute kommen sollten. Betroffen sind unter anderem Förderungen für die Jugendkultur – wie das Weidener „Schlüsselloch“-Projekt.

Hoffen auf Wunder

„Wir hoffen noch, dass ein Wunder passiert“, meint Ewald Zenger, Vorsitzender des Stadtjugendrings, und hat die Landtagsabgeordneten von CSU, SPD und FDP eingeschaltet. Annette Karl (SPD) will die vermeintlich notorische Unterfinanzierung des Jugendrings im Landtag beleuchten lassen. Thomas Vitzthum vom Bezirksjugendring erkennt zwar positive Signale, dass die fehlenden Mittel noch im Nachtragshaushalt 2020 auftauchen könnten. Den allerdings verabschiede der Landtag erst im Mai. Würde der BJR das „Schlüsselloch“-Projekt dann erneut als förderwürdig anerkennen, könnte es frühestens im September fortgesetzt werden. Zenger kritisiert: „So kann man nicht planen.“

Ausnahme ist das schulübergreifende Theater. Die Max-Reger- und die Pestalozzi-Mittelschule proben jeden Montag gemeinsam unter Leitung der Theaterpädagogin Marlene Wagner-Müller. „Dieses Projekt wollten wir nach so kurzer Zeit nicht wieder abbrechen. Durch einen Abbruch würde mehr kaputt gemacht als wir erreicht hätten“, sagt Zimmermann.

Wie es mit dem Projekt weitergeht, hänge von den Verhandlungen mit einer Stiftung, die derzeit noch nicht genannt werden will, und von den Entscheidungen des Nachtragshaushalts der Bayrischen Regierung ab. Dazu werde man frühestens im Mai weitere Informationen haben.

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