Django Asül auf Tuchfühlung mit dem Weidener Publikum – und im Interview

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Weiden. Publikumsnah, über den Sachen stehend und schlagfertig wie eh und je: So erlebten die zahlreichen Besucher in der Weidener Max-Reger-Halle den beliebten niederbayerischen Kabarettisten mit türkischen Wurzeln, Django Asül. Schon vor Programmbeginn, in der Pause und nach seinem Auftritt zeigte sich der bayerische Kulturpreisträger 2019 sehr an seinem Publikum interessiert.

Von Peter Gattaut

Django Asül mischte sich mit netten Smalltalks an den verschiedenen Stehtischen unter das „gemeine“ Volk. Gut vorbereitet und mit Weißbier bewaffnet, reflektierte er in seinem Programm „Rückspiegel“ das Jahr 2019 auf seine eigene Art und Weise. Ob Weltpolitik, EU-Chaos, Deutschland oder Bayern-Politik – alle Führungsmächte, Spitzenpolitiker und solche die es eben gerne wären, bekamen gehörig ihr Fett weg.

Weiden_Django Asül_Interview_Rainer Labitzke und Peter Gattaut

Unmittelbar vor dem Auftritt erhielten Peter Gattaut aus Windischeschenbach und Kabarett-Kenner Rainer Labitzke die Möglichkeit, mit Kabarettist Django Asül ein Interview zu führen. Bild: Peter Gattaut

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben, der Kabarettist war bei vielen Unterredungen der Politiker live dabei oder schloss mit der NSA ein Telefonabhörabkommen. Der ehemalige Nockherberg-Fastenprediger verstand es immer, einige unglaubliche Schlagzeilen 2019 mit dem politischen Geschehen in Einklang zu bringen.

Blick in den Rückspiegel

Besonders witzig die Geschichten, dass ein Fünfjähriger seinen Vater, der eine rote Ampel missachtete, per Handy von der Polizei abholen lassen wollte. Oder dass ein Achtjähriger erst nach einer rasanten Verfolgungsjagd der Polizei auf der Autobahn auf einem Rasthof nach einem Unfall gestoppt werden konnte – nach seiner zweiten illegalen Nacht-Autofahrt innerhalb zwei Tagen.

Ob Andreas Scheuer, Greta Thunberg oder Markus Söder – die politischen Vergleiche zu diesen Geschehnissen passten wie die berühmte Faust aufs Auge. Das Missverständnis des Jahres ist Fettnäpfchen-Profi AKK (Annegret Kramp-Karrenbauer). Das Fazit 2019 ist auf die Ibiza-Affäre von Österreich gemünzt: „Ja, 2019 war schon eine besoffene G’schicht“.

Amüsant, aber nicht überraschend

Als leidenschaftlicher Bayern-Fan konnte er sich ein Zitat von Uli Hoeneß, nicht verkneifen: „Ich glaube nicht, dass wir das Spiel verloren hätten, wenn es am Ende 1:1 gestanden hätte.“ „Lassen sie sich bitte niemals die Laune von der Politik verderben“, schloss Django Asül seinen Rückspiegel 2019.  Ein Programm, das amüsant, aufklärend, aber eben auch geschuldet der bekannten Ereignisse 2019 und der bereits erschienenen Aufzeichnung im Bayerischen Fernsehen nicht wirklich Überraschendes bot.

Interview mit Django Asül: „Man muss selber immer neugierig bleiben.“

Unmittelbar vor der Veranstaltung erhielten Peter Gattaut aus Windischeschenbach und Kabarett-Kenner Rainer Labitzke die Möglichkeit, mit dem Künstler ein Interview zu führen.

Peter Gattaut: Django, du beschäftigst dich das ganze Jahr über mit Politik. Wie anstrengend ist das für dich und wie oft hast du deinen Beruf dafür schon verflucht?

Django Asül: So lange die Politik ständig im Schweinsgalopp solch ambitionierte Sachen abliefert, gibt es für mich als Kabarettist wahrlich nichts zu verfluchen. Im Gegenteil – ich hab da wahnsinnig Spaß daran. Ich hab ja praktisch immer die Qual der Wahl, lach.

Die politische Welt hat sich über die Jahre hinweg doch sehr verändert. Ist es heutzutage leichter ein Kabarettprogramm zu kreieren als zu deinen Anfangszeiten?

Man bekommt in der heutigen Zeit ja viel mehr mit als zum Beispiel noch vor 20 Jahren. Das ist natürlich auch den neuen Medien geschuldet. Aber der Schwierigkeitsgrad, ein gutes Kabarett daraus zu machen, hat sich meiner Meinung nach nicht viel verändert. Man muss selber immer neugierig bleiben. Und nach wie vor das Gespür dafür haben, was bei den Zuschauern gut ankommt.

Du schreibst unter anderem für das Sportmagazin Kicker. Wie kam es dazu und über welche Sportereignisse berichtest du?

Ich bin schon seit meiner Kindheit ein großer FC Bayern Fan und habe daraus auch nie ein Geheimnis gemacht. Irgendwann kam dann von der Kicker-Redaktion die Anfrage, ob ich Lust hätte über Fußball und insbesondere den FC Bayern eine dauerhafte Kolumne zu schreiben. Was soll ich sagen, den eigenen Lieblingsverein auf die Schippe zu nehmen ist für mich als Kabarettist eine feine Sache. Dabei bin ich bis heute geblieben.

Welchen Ratschlag oder welche Lebensphilosophie kannst du unseren Lesern und deinen Fans mit auf den Weg geben?

Man muss im Berufsleben erstmal testen, was einem liegt und dann auch seine eigenen Stärken entdecken. Erst dann kann man für sich ein angenehmes Klima schaffen und hat eine gute Chance ein zufriedenes Leben zu leben.

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