Grüne Stadtratsliste für Erbendorf

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Erbendorf. Transparente Rathauspolitik statt einsamer Entscheidungen: Die Grünen wollen künftig im Erbendorfer Stadtrat ein Wörtchen mitreden. Die Kandidatenliste für den Stadtrat steht, die Liste führen Josef Schmidt (36) und Simone Bloemhof (55) an.

Von Roland Wellenhöfer

Mit viel Optimismus und Zuversicht blicken die Grünen in Erbendorf der Kommunalwahl 2020 entgegen. Im Aribo Hotel stellten sie ihre bunte Kandidatenliste für den Stadtrat auf, diese zählt fünf Frauen und fünf Männer. Nicht alle Kandidaten sind eigenen Angaben nach Mitglied der Grünen – sie treten als parteilose Kandidaten an. In einem sind sich alle einig: In der Stadtpolitik muss sich etwas ändern. Die Initiatoren hinter der Neubelebung der Grünen in Erbendorf sind Josef Schmidt (36) von der Grenzmühle und Simone Bloemhof (55) aus Pfaben.

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Sie haben die Grünen in Erbendorf wachgeküsst: Simone Bloemhof (55 Jahre) aus Pfaben und Josef Schmidt (36) von der Grenzmühle. In den letzten Wochen führten sie zahlreiche Gespräche, um Kandidaten für eine eigene Stadtratsliste zu finden.

Den beiden Initiatoren blieb es auch vorbehalten, die wichtigsten Themenschwerpunkte vorzustellen. Das Hauptanliegen der Grünen sei mehr Offenheit in den neuen Erbendorfer Stadtrat zu bringen. „Die Bürger wissen nicht einmal genau, wie hoch die Schulden sind“, sagte Josef Schmidt. „Man will niemanden etwas unterstellen, aber die Bürger haben ein Anrecht zu erfahren, wohin die Steuergelder fließen.“

Bürger bei Entscheidungen mitnehmen

Bei den Planungsprozessen für künftige Projekte wünschen sich die Grünen viel mehr Transparenz. Hier gelte es die Bürger mitzunehmen und keine einsamen Entscheidungen zu treffen. Ein besonderes Anliegen ist die Schaffung einer kulturellen Begegnungsstätte für Jung und Alt. Ebenso wichtig ist es den Grünen, die regionale Identität zu stärken. Schon lange überfällig sei ein langfristiges Tourismuskonzept. „Es hilft nicht mit irgendwelchen Übernachtungszahlen einen boomenden Tourismus vorzugaukeln, wenn man genau weiß, dass die meisten Übernachtungen durch Monteure und eben nicht durch Urlauber verursacht sind“, fasste Schmidt zusammen. Hier brauche es wieder mehr Glaubwürdigkeit.

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Im Erbendorfer Rathaus wollen künftig auch die Grünen ein Wörtchen mitreden.

Josef Schmidt (vorne) ist einer der Initiatoren der Grünen Liste.

Josef Schmidt (stehend) ist einer der Initiatoren der Grünen Liste.

Ökologie ist mehr als nur ein Wort

Man könne nicht von einer Ökomodellregion erzählen, wenn es in der Stadt kaum einen gastronomischen Betrieb gebe, der regionale Produkte anbiete. Eine Ausnahme sei hier das Aribo Hotel, wie Schmidt erläuterte. Und auch bei der Kindergarten- und Schulverpflegung wünschen sich Schmidt und Bloemhof mehr regional und ökologisch erzeugte Lebensmittel.

Einen breiten Raum nimmt erwartungsgemäß das Thema Land- und Forstwirtschaft ein. Hier brach der 36-Jährige eine Lanze für die heimische Landwirtschaft: „Die Landwirte sind maßgeblich für die Entstehung unseres Artenreichtums und unserer abwechslungsreichen Landschaft verantwortlich.“ Er forderte mehr Unterstützung der Landwirte bei den anstehenden Umbauprozessen hin zu mehr Ökologie.

Öffentliche Verkehrsanbindung verbessern

Ein Thema stellte sich in der Nominierungsversammlung als besonders dringlich heraus: Die katastrophal schlechte Anbindung der Ortsteile an den öffentlichen Personennahverkehr. In einer Diskussionsrunde brachten die Teilnehmer zahlreiche Vorschläge ein. Deshalb fordern die Erbendorfer Grünen deutlich mehr Anstrengungen in diesem Bereich. „Nicht, weil wir das Fortbewegungsmittel Auto grundsätzlich ablehnen, sondern weil viele Menschen auf kein eigenes Fahrzeug zurückgreifen können“, meinte Josef Schmidt. Dies betreffe junge Menschen genauso wie ältere Mitbürger.

Schmidt und Bloemhof unterstrichen, dass sie das „Wir“ künftig wieder mehr in den Mittelpunkt stellen möchten. „Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, sollen unsere Bürger wieder selbst ihre Ideen einbringen“, so Bloemhof. Die Ideen und Vorschläge wollen sie gerne mit den Erbendorfer Bürgern diskutieren.

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Erbendorf soll grüner werden: Josef Schmidt und Simone Bloemhof stellten das Wahlprogramm vor.

Mix aus Mitgliedern und parteilosen Kandidaten

Die eigentliche Abstimmung über die Liste verlief reibungslos. Schmidt und Bloemhof zeigten sich sehr zufrieden, dass es gelungen ist, eine Liste zusammenzustellen, auf der zehn Männer und Frauen aus ganz unterschiedlichen Bereichen stehen, die ihre vielfältigen Erfahrungen und Kompetenzen in eine vernünftige Kommunalpolitik einbringen wollen. Auf der Liste treten auch parteilose Kandidaten für die Grünen an.

Die Grünen Erbendorf – die Kandidaten:

1. Josef Schmidt, Grenzmühle; 2. Simone Bloemhof, Pfaben; 3. Ursula Stocker, Siegritz; 4. Maximilian Seiler, Erbendorf; 5. Berta Wenning, Wetzldorf; 6. David Runschke, Wildenreuth; 7. Kerstin Härtl, Erbendorf; 8. Dieter Schmid, Wildenreuth; 9. Heidrun Steiner, Erbendorf; 10. Johannes von Hippel, Erbendorf; Ersatzkandidat: Christian Erker, Pfaben. 

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Sie halten die Fahnen der Grünen in Erbendorf hoch und treten erstmals seit 2002 wieder mit einer eigenen Liste bei den Kommunalwahlen an: Josef Schmidt, Simone Bloemhof und Christian Erker (vorne, von links) sowie Ursula Stocker, Berta Wenning, Kerstin Härtl, Dieter Schmied, David Runschke und Johannes von Hippel (hinten, von links).

Bilder: Roland Wellenhöfer

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