Zusammenarbeit statt Konkurrenz: „Amberg und Weiden profitieren“

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Weiden/Amberg. Sie können sich künftig einen regen Austausch gut vorstellen: Dr. Benjamin Zeitler (38), Oberbürgermeisterkandidat der CSU Weiden und Michael Cerny (55), Oberbürgermeister der Stadt Amberg, der sein Amt bei der Kommunalwahl am 15. März verteidigen will. Bei einem Gespräch im Amberger Rathaus fingen sie direkt mit dem interkommunalen Austausch an.

„Wir kennen uns schon lange und verstehen uns gut.“ Das betonten die beiden Politiker Dr. Benjamin Zeitler (CSU, Weiden) und Michael Cerny (CSU, Amberg) bei ihrem Gespräch in Amberg. In dem rund zweistündigen Austausch rissen die beiden zahlreiche Themen an. Dabei stellten sie zahlreiche Berührungspunkte und Schnittmengen fest.

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CSU im Austausch: Dr. Benjamin Zeitler (Oberbürgermeisterkandidat der Weidener CSU) und Michael Cerny, Oberbürgermeister der Stadt Amberg. Bild: Susanne Kempf

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„Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen steigt aktuell. Die Einrichtung zusätzlicher Betreuungseinrichtungen bleibt also ein zentrales Thema für die kommenden Jahre.“, betonte Ambergs Oberbürgermeister Cerny. Ein Thema, das Zeitler aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Geschäftsführer von „Learning Campus“ sehr vertraut ist.

Interkommunale Kitas?

Beide CSU-Politiker waren sich einig, dass größere Betreuungsstrukturen stabiler seien und die Organisation vereinfachen könnten. Deshalb sollte man auch interkommunalen Kindertagesstätten offen gegenüberstehen. Eingesparte Finanzmittel könnten in Personal und Qualität investiert werden. Cerny denkt aktuell über die Errichtung einer „KiTa-App“ nach. Damit sollen sich Eltern über freie Plätze in Kindergärten informieren und ihren organisatorischen Aufwand verringern können.

Ambergs Oberbürgermeister berichtete über die Entwicklung der digitalen Ausstattung der Schulen in den vergangenen Jahren. Die Vilsstadt sei hierbei auf einem guten Weg: „Alle Klassenzimmer in der Stadt sind bereits digital ausgestattet, alle Schulen mittlerweile ans Glasfasernetz angebunden.“

Entwicklungspotentiale vs. Entscheidungswege

Große Flächen für neue Gewerbeansiedlungen fehlen sowohl in Weiden als auch in Amberg. Wenn in den Städten keine neuen Flächen ausgewiesen werden können, konzentrieren sich Interessenten auf den Landkreis. Dadurch könne das Entwicklungspotential oftmals nicht genutzt werden. „Leider ist es in Deutschland sehr schwierig geworden, etwas zu entwickeln.

Wir stehen uns mit unseren umfassenden Genehmigungsverfahren selbst auf den Füßen.“

betonte Cerny. Dies werde deutlich an der Entwicklung des Gewerbegebiets Weiden West IV, stimmte Zeitler zu. Schließlich sei man hier schon seit neun Jahren in der Entwicklung. „Das muss eindeutig schneller gehen.“, untermauerte der OB-Kandidat der Weidener CSU den Wunsch nach kürzeren Entscheidungswegen.

Innenstädte beleben, Bürger mitnehmen

Beide sehen eine Chance für die Städte in der Ansiedlung digitaler und kreativer Startups in den Innenstädten. „Diese biete eine inspirierende Atmosphäre für junge, kreative Köpfe.“ meinte der 38-Jährige. Die Anwerbung junger Digital-Unternehmen könne auch Leerstände in den Innenstädten beleben. Zukunftsthema sei die Smart City – die „intelligente Stadt“ – mit ihren Möglichkeiten bei Verwaltung, ÖPNV, Parkplatz-Management oder Bildung.

Die Digitalisierung soll helfen, dass die Welt schöner wird. Aber es darf sich niemand überfordert oder ausgegrenzt fühlen.“

Die Bürger müssen mitgenommen werden und sich in einer menschlich-bleibenden Stadt wohl fühlen.“, fassten die beiden Politiker zusammen. Auch über künftige Kooperationsmöglichkeiten bei der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in beiden Städten machten sie sich Gedanken. Denn beide sehen in einer engen Verzahnung der Kliniken in Weiden und Amberg einen wichtigen Schritt, um sich für die Herausforderungen der Zukunft zu rüsten.

„Wir verstehen Weiden und Amberg nicht als konkurrierende Städte. Denn von Erfahrungsaustausch, gegenseitiger Unterstützung und guter Zusammenarbeit können beide Kommunen nur profitieren.“, lautete ihr Fazit des Treffens.

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